Etwas weiser geworden?

Sonntag, 04. Oktober 2009 um 16:19 Uhr Jürgen Krüger
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Gewidmet meinem Facebook Freund Ulrich Kasparick

Des Krügers Schreibtisch in der Redaktion ist ein Stück Vergangenheit, ich hadere nicht- vielleicht wird man im Alter weiser.

Heute stelle ich fest, die Sozialdemokratie hat teilweise die Presse gegen sich, das war nicht immer so.

Nun wenn man nach 40 Jahren sich dazu zählen muß, das war es- dann kann man schon etwas analysieren und interpretieren.

Es liegt teilweise an den Medien, wo Meinungsmacher sich in den Vordergrund bringen.

Sie bringen sich in den Vordergrund und nicht den Inhalt den sie vermitteln möchten, auch ist die Sprache eine andere geworden, Fakten und Fakten- ohne inhaltliche Auseinandersetzung.

Vor einigen Jahrzehnten unterteilte man, in Berichterstatter, Leitartikelschreiber, Kommentatoren und Kopfschreiber.

Der Kopfschreiber war der begehrte Freischreiber, der begehrte Zwischenrufer, der fleißige Verfasser der den Leser zum Nachdenken brachte, es ging weniger um den Ausdruck- es ging um die Tiefe der Themen.

Das mußte man lernen und damit war nicht das Geld zu verdienen, aber der Wirklichkeit ein Stück näher zu kommen.

Wie kam man daran, das war ein Kunststück, es war das eigene Leben- nicht das der Selbsttäuscher und ver vollkommenden Macher, sondern der detailierte Weg des Machbaren.

Man mußte den Zugang finden, von all denen galt es nun Abschied nehmen, wie funktionierte das?

Den Zugang finden zu denen, die man meint sie könnten mehr als Schlagwörter verkünden, es war ein langer Weg durch die Vorzimmer, dort mußte man das Vertrauen aufbauen.

Hatte man das, so entstanden Artikel die gelesen wurden, der Leser war sicherlich ein andere.

Doch die Politiker blieben, sie änderten sich, wie auch immer- man bemerkte es meistens viel zu spät.

Hermann Scheer erwischte ich mal kurz in der Urania, in 5 Minuten baute sich Vertrauen auf, das war das unmittelbare Ziel. Nicht der, der stets in der Vollkommenheit seiner Taten stets eine Schaufel Kohlen nachlegen muß, der wird hinderlich und lästig, irgendwann dann uninteressant.

Schlimm sind jene Zeitgenossen von Politikern, die es auch in der SPD gibt, die auf Fragen mit Gegenfragen antworten,man kann nur lächeln, denn man weiß- das wird nichts, ausgespielt das Spiel.

Andere gibt es, die antworten schablonenhaft, ein Sozialdemokrat der schablonenhaft antwortet, hat seinen eigenen Kopf und Geist der Politik wegen geopfert.

Davon gibt es eine Menge, unmittelbar nach dem Berliner Bankenskandal, antworte Klaus Uwe Beneter, das war nicht verwertbar- erst Prof. Peter Grotjahn brachte Licht in den Skandal, also wurde Grotjahn der Mann der Presse, das läßt sich auch beschreiben mit den Worten, als ein Sozialdemokrat das Tafelsilber aus der Hand gab.

Ein anderes Beispiel war Andrea Nahles, wie kam man an die heran- wenn es um das Thema soziale Gerechtigkeit geht?

Ein absolut gutes Thema einer linken sozialdemokratischen Politik, da benötigt man Tips- wie und wo man sie unvoreingenommen erreicht, dankbare Tips und es gelangt, unvoreingenommen und ohne Kamera wirkt die ganz anders und man bemerkt ihr Können und ihr Wissen, warum die nun vor der Kamera anders sich darstellt, als in einem solchem lockeren Gespräch, es wird ihr Geheimnis bleiben.

Einen weiteren älteren Sozialdemokraten traf ich rein zufällig, es wurde interessant- man benötigt Zeit und das Wissen über die historischen Zusammenhänge, man muß die Kunst des Zuhörens beherrschen, denn nur dann kommen andere aus sich heraus, ich hatte einen ganz großen weisen alten Mann, der mit Helmut Schmidt noch in Hamburg gearbeitet hatte, erfuhr von ihm welchen Wandel die SPD in den letzten Jahrzehnten vollbracht hat.

So etwas wirkt nicht nur nach, sondern es macht einem nachdenklich.

Im vergangenem Wahlkampf war ich einige Male unterwegs, fuhr durch die Regionen Deutschlands und traf neue und alte Bekannte wieder, viele die am Wahlabend sicherlich weinten, an Euch Freunde lag es nicht, es lag an der Strategie der Bundesparteispitze.

Noch im Juli fuhr ich ins Oderbruch, eine vergessene Region in der Mitte Europas, ich lief offene Türen ein, traf zum Thema die Bürgermeisterin und sie stellte mir die Frage, wann greift die SPD eigentlich mal die CDU an?

Wir haben nicht den Gegner der SPD angegriffen, wir führten einen partnerschaftlichen Wahlkampf.

Nun ist es erreicht, die Quittung müssen erst manche lesen, ob sie das verstehen- ich habe meine Zweifel.