Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Rentenpolitik FDP will Altersteilzeit durch Rente mit 60 ersetzen

FDP will Altersteilzeit durch Rente mit 60 ersetzen

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Nach der Forderung, die Renten mit einer Art Quellensteuer zu belegen, verlangt der FDP-Fraktionsvize Heinrich Kolb nun die Rente mit 60 mit Zuverdienstmöglichkeiten.

Die Vermutung liegt nahe, dass die FDP bemüht ist, sich einen möglichst sozialen Anstrich zu verleihen.

Da bietet sich das Thema insofern an, als die Rente mit 67 beim Volk nicht eben beliebt ist.

Leider zielt das Konzept aber an der Realität des Arbeitsmarkts vorbei.

Wenn überhaupt, hilft es lediglich einigen wenigen Besserverdienern.

Denn nur die können es sich leisten, Jahre vor der üblichen gesetzlichen Rente auszusteigen - und dann noch einen Job finden, der den Lebensstandard sichert.

Wer schon jetzt wenig verdient, für den gibt es die lukrativen Nebenbeschäftigungen, die die rüstigen 60-plus-Angestellten nach Gusto ausüben sollen, kaum.

Quelle: FTD

Anmerkung von WL:

Da wird also einerseits die Altersteilzeit abgeschafft, die 1996 eingeführt wurde, um jüngeren Arbeitnehmern eine größere Chance auf dem Arbeitsmarkt zu bieten und die deshalb von der der Bundesagentur durch Zahlungen an die Arbeitgeber und Aufstockung der Rentenversicherungsbeiträge gefördert wurde.

Bei gegebener Rechtslage bedeutet ein Jahr Ausstieg vor der Altersgrenze 3,6% Rentenabzug.

Wenn die Rente mit 67 also voll greifen wird, sind das gut 25% weniger Rente.

Welcher Rentenbezieher wird sich das wohl leisten können?

Gewiss nicht Rentner mit einer Durchschnittsrente bei Männern von etwa 1000 Euro und Frauen bei 600 Euro.

Die Zuverdienstmöglichkeit ist darüber hinaus ein vergiftetes Angebot.

Sie mag zwar für Besserverdienende eine Zeit lang attraktiv sein, doch auch sie werden irgendwann arbeitsunfähig.

Die Eröffnung einer solchen Möglichkeit dürfte dazu führen, dass noch mehr ältere Menschen aus dem Arbeitsleben gedrängt werden und mit einem Zuverdienst gelockt werden.

Das bedeutet für die Arbeitgeberseite praktisch eine erhebliche Lohnsenkung bei Erhalt der Arbeitskraft des frühverrenteten Arbeitnehmers.

Und natürlich sind die Zuverdienstmöglichkeiten völlig an den jeweiligen Arbeitskräftebedarf der Arbeitgeber gekoppelt.

Flexibler geht es nicht.

Hunderttausende Rentner arbeiten auch noch im Ruhestand - oft aus reiner Geldnot.

Für viele reicht die staatliche Rente nicht zum Leben, mit Mini-Jobs halten sie sich knapp über Wasser.

Ernst Möller, Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG in der Region Hamburg und Elmshorn:

“Wir sehen hier eine Fehlentwicklung, die immer rasanter um sich greift.” Gegenwärtig hat Tillack vier Fälle auf dem Schreibtisch liegen. “Ich kenne die Menschen persönlich, ich weiß, wie die sich quälen. Ihre Situation ist einfach beschämend.”

Hungerlöhne führen zu Hungerrenten, sagt Michaela Gehms vom Sozialverband Deutschland in NRW.

“Es darf nicht sein, dass Menschen, die ein Leben lang in die Sozialkassen eingezahlt haben, eine Rente unterhalb der Armutsgrenze bekommen.

Ach ja und ausserdem findet sich eine besonders absurde Formulierung der Rentenpolitik im Koalitionsvertrag (Zeilen 766 bis 768), da heisst es unter anderem:

„Wer sein Leben lang hart gearbeitet hat, der hat auch einen Anspruch auf eine gute Rente. Damit dies auch in Zukunft gewährleistet ist, wollen wir wegen des demographischen Wandels die Voraussetzungen für eine längere Teilhabe Älterer am Erwerbsleben verbessern.“

Das heißt übersetzt: Wer eine gute Rente haben will, muss eben länger arbeiten.

Dazu kann ich nur sagen:

„Volksvertreter vertreten das Volk genau so wenig, wie Zitronenfalter Zitronen falten“.

 

 

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 340
Beiträge : 5856
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 17092390

Verwandte Beiträge