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Die Verdienste der Ostdeutschen um unsere Republik

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Verdienste

Es scheint dringend an der Zeit zu sein, einmal die Leistungen der Ostdeutschen für unsere Republik darzustellen, damit die Öffentlichkeit nicht vergisst, was diese Leute für uns getan haben.

Die Mauer wurde vom Osten her abgerissen

„Wir sind das Volk“ wurde nicht in Hamburg oder München intoniert, da waren auch keine Panzer in den Seitenstraßen aufgefahren. Die Montagsdemonstrationen, welche die SED-Führung weich geklopft haben, fanden in Dresden und Leipzig statt. Der Sturm auf die Grenze geschah in Berlin. Die friedliche Revolution ging vom Osten aus. Die Wiedervereinigung ist nicht das Werk von Helmut Kohl, sondern von Lieschen Müller aus der ehemaligen DDR.

Die Ostdeutschen haben ihren Staat, ihre wirtschaftliche Infrastruktur und ihre politische sowie soziale Kultur geopfert

Der Opfergeist wird in unserer republikanischen Öffentlichkeit im Allgemeinen am Solidaritätszuschlag festgemacht. Die paar Kröten sind längst wieder eingefahren. Die Ostdeutschen aber haben ihre gesamte gesellschaftliche und politische Identität geopfert und sind kollektiv in die Arbeitslosigkeit gegangen, wo viele von ihnen immer noch sitzen.

Fachkräftemangel im Westen ausgeglichen

Hätten wir nicht diese Unmenge von flexiblen Arbeitnehmern aus Ostdeutschland gehabt, wäre der Fachkräftemangel im Westen der Republik noch viel eher virulent geworden. Von der Krankenschwester bis zum Industriearbeiter haben die Ostdeutschen (statistisch nachweisbar) über zwei Jahrzehnte den Fachkräftemangel im Westen ausgeglichen.

Die Ostdeutschen haben Deutschlands erste internationale Metropole gestaltet

Vor Berlin gab es in der alten BRD keine nennenswerte internationale Metropole. Selbst Hamburg lag damals noch im Dornröschenschlaf und Frankfurt war ein Dorf, das auch mehreren Dörfern bestand (was es immer noch ist). Erst mit Berlin, das sich vor allem im Osten weiterentwickelt hat (fast der gesamte Stadtteil Mitte ist Ostberlin), wurde die Bundesrepublik mit ihrer ersten internationalen Metropole beschenkt und die  traditionellen Verbindungen, die diese Stadt nach Osteuropa und Russland hat, wurden von den Ostdeutschen beigesteuert. Die BRD war ein rein westlich orientiertes Nischenprodukt der Amerikaner, jetzt ist es ein Land zwischen Ost und West, das floriert. Das wäre es ohne die Ostdeutschen niemals geworden!

Die Ostdeutschen haben Deutschland nicht nur internationalisiert, sondern auch zu einem Ferienland gemacht

Die Ferientradition in der DDR war heimisch orientiert, das Land war weder verbaut noch in dem Maße kleinteilig wie die Ferienregionen im Westen. Die ostdeutsche Ostsee ist inzwischen das eigentliche Ferienparadies am Meer. Schleswig Holstein und Niedersachsen können da nicht mithalten. Weder mit der Natur, noch mit der touristischen Infrastruktur, noch mit der Kultur und inzwischen auch nicht mehr mit dem Service der an der Mecklenburgischen Küste zu finden ist. Der Trend, Ferien in Deutschland zu machen und die wirtschaftlichen Impulse, die uns das gebracht hat, aber auch der Identitätszuwachs kam aus Ostdeutschland und fand vor allem, bis zu seiner heutigen Blüte, auch in Ostdeutschland statt.

Die Verdienste der Ostdeutschen um die Demokratie kann man nicht bestreiten

Die zwanzig Millionen ehemalige DDR-Bürger waren die einzige Bevölkerungsgruppe in Deutschland, die für die Demokratie kämpfen musste und dies auch erfolgreich getan hat. Die übrigen 60 Millionen haben die Demokratie von den Westmächten geschenkt bekommen. Kein großes Verdienst!

Seither haben die Ostdeutschen die Demokratie mit dem beschenkt, was sie am dringendsten braucht. Opposition! Wer sich heute darüber beschwert, dass die AfD im Osten so stark ist, hat sich gestern darüber beschwert, dass die „Linke“ im Osten so stark ist. Im Westen scheinen wir einen Mainstream zu haben, der glaubt, dass das politische Establishment auf fundamentale Opposition verzichten kann. Schließlich hat man ja schon alles ausdiskutiert. Im Osten ist man anderer Meinung und hat keine Hemmungen das bundesrepublikanische Establishment sowohl von links, als auch von rechts anzugehen. Beide Parteien mit Wurzeln im Osten sitzen jetzt im Bundestag!

Oder wollen wir lieber ein System-Putin, das fundamentale Oppositionen ausschließt?

Was also kann man den Ostdeutschen ankreiden?

Sie sind eigenständig im Denken, sie sind leidensfähig und sie sind überzeugte deutsche Demokraten, haben dafür gekämpft.

Was also kann man den Ostdeutschen ankreiden?

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 29. Mai 2018 um 07:25 Uhr  

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