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Das Selbsttor des Neoliberalismus

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Deutschland fehlen die Fachkräfte.

Wohlgemerkt nicht die Arbeitskräfte, demzufolge auch nicht an Arbeitswilligen, spricht man nun vom Facharbeitermangel oder vom Fachkräftemangel?

Wenn dem wäre, würde manche Arbeitsagentur ein Hort in einer Mangelwirtschaft sein. Inhaltlich widerspricht sich hierbei wahrhaftig einiges, denn auf den nationalen Arbeitsmarkt strömen nach wie vor etliche von außen und zudem kommen unsere geburtenstarken Jahrgänge hinzu.

Bleiben wir einmal in diesem Prozess, der für den eigentlich begehrten Fachmann meistens in einen Kompromiss endet.

Werfen wir mal einen Blick in den Stellenmarkt „der Zeit“, hier wird Deutschlands Creme an den Hochschulen, Verbänden und Organisationen gesucht. Wahrhaftig gibt an Anfängern fast keine Chance dabei, man sucht den ausgebildeten Fachmann.

Wissen sollte man allerdings auch, auf solche Anzeigen bewerben sich in der Regel fast 1000 Bewerber.

Deutschland sieht da so aus wie ein Tigerfell, es gibt Regionen die wie ein Magnet anziehend wirken und andere die kaum eine Chance haben alle Fachkräfte die man vor Ort benötigt stellen mäßig zu besetzten.

Die Frage stellt sich, hier ganz bewusst „ weshalb werden Berufsanfänger so wenig beachtet?“

Eine weitere Feststellung ist damit offenbart, man möchte manchen einen Wechsel schmackhaft machen, davor installierte man Personalagenturen.

Die leisten einen sog. Profilabgleich und haben ein System der Nachfragen sowie der Filter, was mitunter kommunal bereits ein nicht unwesentlicher Wirtschaftsfaktor ist.

Was danach folgt ist der Kontakt zu den verbliebenen 10 bis 20 Bewerber des engeren Kreises und die wiederum unterziehen sich freiwillig so etwas ähnliches als einer Abiturprüfung.

Erst danach kommt das eigentliche Thema, was die Einstellung, das Arbeitsgebiet sowie die Entlohnung betrifft, dabei sagen von den verblieben wenigen mehr als 60% „ nein danke“, der Wechsel würde sich nicht lohnen für mich.

Da sollte man schnellstens beginnen den Fehler in den Personalbeschaffungsagenturen zu finden, manche bevorzugen ein Instrument wie von Leiharbeitsfirmen erfolgreich praktiziert.

Ein funktionierendes System ist das in dem Falle nicht, wenn private sowie öffentliche Arbeitgeber in der Stellenausschreibung nur innerhalb der Projekte denken, es gibt nicht mehr die Projekte wo der Faktor Arbeit sich unmittelbar in Planstellen niederschlägt.

Sagen wir es einmal anders herum, die Allgemeinbildung von heute ist um ein wesentliches größer als die durchschnittliche Allgemeinbildung von vor 30 Jahren, andererseits benötigt man das Wissen und Können der heute 60. jährigen, was wiederum eigentlich der 2. Widerspruch sein könnte.

Den Wandel am Arbeitsplatz vollziehen jüngere Kollegen wesentlich konkreter und schneller als Ältere, aber zudem will man nicht auf Ältere verzichten – wo es stets Umbrüche gibt ist das ein weiterer Widerspruch.

Mit dieser Denkweise blockiert man also jüngeren Kollegen einen Teil des Weges zum gefragten Fachmann. Fragen sollten wir uns, nach der gesellschaftlichen Stellung, der Anerkennung und der Vergütung von Fachkräften.

Es gibt mittlerweile ganze Sparten auf dem Sektor der Arbeit die gesellschaftlich abgewertet wurden, man darf sich also demzufolge nicht wundern, wenn hier der Nachwuchs zum Mangel wurde.

Der Nachweis eines erfolgreich agierenden Managers war mit Lopez bei VW das Killen der Kosten, für manchen Betrieb sind nun einmal die Personalkosten ein wesentlicher Faktor und die Größe.

Um dabei erfolgreich zu sein, zerschlug man Zusammenhänge, gliederte Geschäftsfelder aus und schließlich privatisierte man.

Das lässt sich weiter verfolgen, der clevere Privat- Subunternehmer bediente sich der Leiharbeitern. Hat jeder von uns schon erlebt, am Flughafen wurden die Aufgaben der Bundespolizei außer der Personenkontrolle delegiert, der private Wachschutz macht das für einen Hungerlohn.

Das sind sicherlich auch Fachkräfte, dessen Vergütung allerdings weit hinter ihrer Verantwortung liegt. Ist das nun eine Abwärtsspirale die politisch gewollt ist, das der Handwerker von Morgen heute das Abitur vorweisen muss, um der Fachmann von Morgen zu sein und dem Übermorgen die Abwicklung droht?

Was wir heute benötigen sich nicht die Lopez- Nachfolger in Wolfsburg, die Zocker in Frankfurts Bankentürmen und die Melker in der Uckermark, sondern Menschen mit Mut, Verstand, Interesse und Freude bei der Arbeit mit und von Menschen.

Genau diese gibt es derzeit nicht auf dem Arbeitsmarkt, denn der wurde systematisch durch den entfesselten Neoliberalismus betriebswirtschaftlich bereinigt.

Der letzte Widerspruch im System, das System zwischen dem Angebot und der Nachfrage regelt innerhalb der VWL die unsichtbare Hand, weshalb fehlen uns jetzt innerhalb der Pflege so viele Fachkräfte und weshalb vollzieht man nicht die Gesetzesvorlage bezüglich des Kindergartenplatzes?

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 10. Juli 2018 um 13:36 Uhr  

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