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Außenpolitik: Wir müssen uns der Türkei entschlossen entgegenstellen!

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Erdogan plant offensichtlich einen Genozid im nordsyrischen Afrin.

Er will “die Häuser über den Köpfen der Terroristen wegbomben”. Afrin ist Sperrgebiet, es dringen kaum Informationen nach außen. Das türkische Militär kappt Telefonleitungen und stört das Internet. Die wenigen Hilferufe, die nach außen dringen sind alarmierend, keine Medikamente, kein Wasser und ständige Bombardements durch türkische Kampfflugzeuge.

Warum der türkische Angriff auf die Kurden in Nordsyrien unter dem Namen „Operation Olivenzweig“ läuft, kann man mit Zynismus oder aber mit extremer Verrohung erklären. Denn das Friedenssymbol des Olivenzweiges ist zugleich eine wichtige Erwerbsquelle in den umliegenden Dörfern von Afrin. Dort finden derzeit die meisten Kämpfe statt. Ironischerweise handelt es sich teilweise um christlich-jesidische Dörfer, die vor einigen Jahren durch den IS angegriffen wurden.

Nun schickt Erdogan unter dem Namen der „Freien Syrischen Armee“ tausende von islamistischen und dschihadistischen Kämpfern, die seit 2016 von der Türkei in der so genannten  „Nationalen Koalition der Syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte“ zusammengefasst wurden, gegen Christen und Kurden in Syrien. Viele von ihnen sollen ehemalige IS-Kämpfer sein, weiterhin aus der terroristischen Al-Nusra-Front stammen. Ihr islamistisches Auftreten passt dazu.

Erdogan hetzt also die Reste des IS gegen die YPG und plant offiziell eine dreißig Kilometer breite Sicherheitszone an der türkischen Grenze, gibt aber immer wieder zur Kenntnis, dass er Kurden generell für Terroristen hält. Somit ist die Vertreibung und der Genozid an den Kurden in Nordsyrien vorprogrammiert.

Bisher gibt es keine entschiedenen Reaktionen, weder von europäischer, noch von amerikanischer Seite, gegen diesen Feldzug Erdogans, der das Zeug zu einem Vernichtungsfeldzug hat.

Das ist weder diplomatisch noch klug – es ist feige!

In Ankara werden zu hunderten Demonstranten festgenommen, die gegen diesen Krieg protestieren. Der Vorwurf gegen sie lautet auf Unterstützung von „Terrorpropaganda“. Angesichts der vorliegenden Tatsachen eines völkerrechtswidrigen Angriffskrieges ist das die typische Verhaltensweise eines totalitären Staates, der übrigens von Anfang an mit dem IS sympathisiert hat. Die Türkei war oft nur mit erheblichem äußeren Druck davon abzuhalten, sich offen auf die Seite der Dschihadisten zu stellen. Darunter lief die Kooperation mit den Islamisten logistisch und ökonomisch ausgezeichnet. Von der Krankenversorgung bis zum Ölhandel gab es in der Türkei für den Islamischen Staat nicht nur offene Grenzen, sondern offene Arme.

Wir können die Augen nicht länger verschließen

Wir müssen ein Land, das dermaßen in ein aggressives und totalitäres System abgleitet und auf den Spuren des Islamischen Staates wandelt endlich nüchtern sehen und aufhören, zu kneifen, wenn es klare Konsequenzen für das Regime Erdogan und seine Anhänger geht.

Die Türkei ist einfach kein befreundeter Staat mehr, sondern ein totalitäres System auf dem Weg in den Islamismus, das ein ernstzunehmender Gegner für die europäischen Demokratien ist.

Wo bleiben Sanktionsdrohungen, wo bleiben Sanktionen und was sagt die Nato zu den eklatanten Völkerrechtsverletzungen der Türken?

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 04. Februar 2018 um 13:25 Uhr  

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