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Minderheitsregierung oder "Walking Dead"?

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Interessanterweise sind es die Frauen in der SPD, die den Mut aufbringen, sich öffentlich klar gegen eine Neuauflage der Großen Koalition und für eine Minderheitsregierung der Union zu positionieren.

Drei Namen sollen hier reichen: Andrea Nahles, Andrea Ypsilanti und Hilde Mattheis.

Warum das so ist, lässt sich vielleicht durch eine gewisse weibliche Klugheit erklären, in der sie das derzeitige Spiel der CSU durchschauen, das tatsächlich eher nach Sabotage einer möglichen Koalition mit den Sozialdemokraten aussieht, als nach einem echten politischen Willen, hier mitzumachen.

Eigentlich möchte niemand mehr mit Merkel zusammengehen, nicht einmal die CSU und ihre Tage sind gezählt.

Eine Minderheitsregierung würde tatsächlich die immanente Logik der derzeitigen politischen Situation umfassend abbilden, wozu ein weiblicher Beziehungspragmatismus durchaus besser passt, als die männliche Vereinslogik.

Allerdings haben die Frauen in der SPD auch so etwas wie ein selbstverständliches Verhältnis zur Flexibilität und können sich eher vorstellen (als die Männer), hochflexible, wechselnde Bündnisse mit Merkel einzugehen, wenn sie sich von der SPD dulden lässt, zugleich auch, das eine oder andere Mal, die geschwächte Kanzlerin in die Ecke zu spielen.

Am Ende könnte Merkel noch einmal ein Glanzstück ihrer Kompromiss- und Konsenspolitik abliefern und als geniale Pragmatikerin (ein Widerspruch in sich und damit weiblich) in die Geschichte eingehen.

Die Union könnte auf diese Weise zu einer vollkommen programmfreien Partei werden, die inhaltlich nur noch den „Willen zur Macht“ verkörpert und damit der SPD (unfreiwillig) den Platz zur Verfügung stellt, sich programmatisch neu aufzustellen und dann mit klarer Kante die politische Mitte aufzumischen (was viele Männer in der Partei eigentlich schon immer wollten).

Am Ende könnte dieses Wechselspiel von weiblicher Intelligenz und Flexibilität mit männlicher Kante dann tatsächlich eine Neuaufstellung der Sozialdemokraten in der Legislaturperiode bewirken, welche der Partei ungeahnte neue Möglichkeiten eröffnet.

In einer Minderheitsregierung liegt also eine echte Chance, und politische lässt sich für das Land sogar wesentlich mehr erreichen, als mit der großen Koalition. „Wechselnde Bündnisse“ könnte die Zauberformel für die nächsten vier Jahre werden. Wer kennt sich da besser aus, als die Frauen?

Mit Seehofer und Dobrindt, die sich gerade Victor Orban eingeladen, ihn herzlich gedrückt und umarmt haben, in der Hoffnung etwas, von seinem autoritären Charisma möge an ihnen hängen bleiben, wird es jedenfalls keine große Koalition geben. Die beiden haben ganz andere Sorgen. Ohne CSU wird es aber für eine Mehrheit nicht reichen.

Das Ding ist also schon tot, bevor es auf die Welt kommt. Sollte es aber wider aller Logik eine neue Groko geben, dann dürfen wir getrost die weitere politische Entwicklung auf RTL anschauen. Die Serie: „The Walking Dead“ könnte dann zu einer vergnüglich analog zur Politik verlaufenden Soap für jedermann werden. Abends darf man sich dann fragen, welche der Zombies heute der Kanzlerin mal wieder besonders ähnlich sehen.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 13. Januar 2018 um 14:31 Uhr  

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