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Berlin: Hilfloses Gedenken

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Ein bizarrer Tag am Breitscheidplatz

Bereits am Morgen hat sich rund um den Breitscheidplatz Polizei positioniert. Der Verkehr wurde großzügig abgeriegelt. In Seitenstraßen standen Mannschaftswagen der Polizei, in der Kantstraße neben dem Theater des Westens hatte sich gar ein Wasserwerfer mit Räumschild positioniert. Auf dem Breitscheidplatz dagegen lag gespenstische Ruhe.

Die Gedenkveranstaltung für die Opfer des Terroranschlages vor genau einem Jahr auf dem Weihnachtsmarkt. Heute war der Weihnachtsmarkt geschlossen. Das Gedenken fand auch ganz ohne die Anwohner statt, welche von der Polizei angehalten waren, Fenster und Türen geschlossen zu halten, auch Hotels wurden dementsprechend instruiert. Die gesamte City-West wurde heute zur Sicherheitszone

Warum?

Wurde anlässlich des Gedenktages ein neuer Anschlag befürchtet.  Die Sicherheitsbehörden verneinen das, konkrete Hinweise für einen möglichen Anschlag lagen nicht vor.

Wie also wird aus dem Gedenken an die Opfer ein paranoider Tag der Sicherheit?

Wer die Vorwürfe an Bundesregierung und Sicherheitsbehörden im Land mitverfolgt hat, die seit einem Jahr durch Medien gehen und von einem Totalversagen bei der Verfolgung des hochauffälligen Terroristen Anis Amri bis hin zu einer fatalistisch wirkenden „LMA-Haltung“ der Kanzlerin begreift, dass heute in Berlin die absolute Hilflosigkeit inszeniert wurde.

Sicherheitsvorkehrungen für Politiker wurden ohne konkreten Anlass in den Exzess getrieben, während drinnen im Polizei-Kokon, der für die Berliner Politik-Elite gewebt worden war, zaghaftes Bedauern über menschliches und politisches Totalversagen geäußert wurde.

„Wir haben verstanden“, „wir müssen lernen“, „wir entschuldigen uns.“

Was soll das?

„Wenn wir schon vor einem Jahr die Bevölkerung nicht schützen konnten, so wollen wir heute wenigstens demonstrieren, wie gut wir unsere Politiker schützen.“

Absurder geht es nicht mehr, wo doch jeder weiß, dass Islamisten die Bevölkerung mit Terror angreifen und nicht die Politiker, die offensichtlich Angst und Gleichgültigkeit gegenüber der Bevölkerung nicht überwinden können.

Gleichgültig waren sie ein ganzes Jahr lang. Merkel hat erst vor wenigen Tagen erstmals mit Opfern und Angehörigen des Terroranschlages gesprochen. Da waren dann gleich achtzig Leute anwesend. Sehr intim. Die Witwe des polnischen Lastwagenfahrers, der offensichtlich versuchte, den Anschlag zu verhindern und dabei starb, wartet bis heute auf ein Kondolenzschreiben aus dem Kanzleramt.

Angst haben die Politikspitzen aber vor der Bevölkerung. Oder wie ist es zu verstehen, dass Fenster während der Veranstaltung geschlossen bleiben mussten.

Ganz offensichtlich inszenierte sich heute auf dem Breitscheidplatz eine Führungsriege, die das Gefühl für unmittelbare Menschlichkeit verloren hat und in politischen Symbolen denkt, die abstrus und unglaubwürdig wirken, obwohl von den Organisatoren eigentlich genau das Gegenteil beabsichtigt war.

Die Berliner Politik-Elite hat sich auf dem Breitscheidplatz schlicht und einfach verbarrikadiert, gegen jeden und alles. Eine fast unheimliche Inszenierung für die Berliner die dort jeden Tag ihr Alltagsrisiko eingehen. Die haben heute vor allem eines verstanden.

Die da oben haben viel Angst.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 21. Dezember 2017 um 14:58 Uhr  

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