Gedanken zum Atomkonflikt mit Nord-Korea.

Die Umgangsweise mit Pjöngjang ist in jeder Hinsicht kontraproduktiv und gefährlich.

Eigentlich könnte man das Land zu einem Museum erklären und eine Touristenattraktion daraus machen. Es ist das letzte streng kommunistisch geführte Land der Erde und will es, zumindest wenn es nach dem Regime geht, auf jeden Fall bleiben!

Das Atomprogramm Nordkoreas dient allein diesem Zweck, Machterhalt und Systemerhalt. Jeder Einzelne in der Führungs-Clique des Landes kann sich ausrechnen, dass er bei einer friedlichen Aufgabe früher oder später vor einem nationalen oder internationalen Gericht landet. Das Regime hat massenweise Leichen im Keller.

Unter Sanktionen leidet vor allem das nordkoreanische Volk, selbst die USA sprechen im Sicherheitsrat inzwischen von „Strangulation“. Stranguliert wird aber nicht Kim-Jong Un, sondern wiederum das Volk, das unter den Ölsanktionen genauso leidet, wie unter den Exportverboten. Wenn kein Geld mehr ins Land kommt, müssen vor allem die armen Leute leiden, ein ungeschriebenes Gesetz.

Im Westen scheint diese „harte Nummer“ die Gemüter zufrieden zu stellen. Selbst China spielt bei dem internationalen Versuch, dieses Konzentrationslager jetzt auch noch auszuhungern, mit. Mangels anderer Alternativen. Denn die Chinesen sind international inzwischen hoch vernetzt und sind die letzten, die sich einen Wirtschaftskrieg mit den USA und Europa wünschen.

Bleiben also nur noch zwei Optionen:

Umarme Deinen Feind oder besiege ihn.

Mit dem Umarmen ist das so eine Sache. Man fürchtet allerorten die Konsequenzen. Denn dann muss sich zukünftig ein Land nur noch Atomwaffen besorgen, um sich die Liebe der Weltgemeinschaft zu erzwingen, auch wenn es zu den „Bösen“ gehört.  Aber ist das nicht ohnehin schon so? Russland ist auf dem besten Weg, anerkannter Partner des Westens zu werden, weil es militärisch (nicht ganz ohne Grund) so mächtig geworden ist. An dem Land geht kein Weg mehr vorbei, auch wenn es demokratisch äußerst zweifelhafte Wege beschritten hat.

Nun ist Russland das größte Land der Erde und mit Nord-Korea auch sonst nicht zu vergleichen. Aber wie sieht es mit Pakistan aus? Ein Land am Rande des Islamismus, jederzeit in Gefahr unter die Räder einer islamistischen Revolution zu kommen. Was dann? Haben wir dann den ersten islamistischen Staat mit Atomwaffen?

Am Ende ist das kommunistische Nord-Korea ein Auslaufmodell und die wahren Gefahren drohen der Weltgemeinschaft von möglichen islamistischen Ländern mit Atomwaffen. Dann kann man das Mittelalter nämlich mit High-Tech erzwingen. Unbehaglich, zumal in vielen islamistischen Ländern die Bevölkerung in großen Teilen systemkonforme Mehrheiten bildet. Da kann man dann nicht mehr behaupten, dass ein Volk vor seinen Führern geschützt werden muss. Das interventionistische Grundprinzip der „Responsibility to Protect“ greift dann nicht mehr richtig. Die meisten Leute wollen vielleicht gar nicht befreit werden, und wenn man erst anfängt, Kriege für unterdrückte Minderheiten zu führen, brennt unser Globus in Kürze, vielleicht sogar atomar.

Gibt es also Gründe, dass sich die großen Länder und Blöcke zusammenschließen, um beispielsweise den atomaren Islamismus zu verhindern?

Jede Menge!

Die Erde ist ein wilder Planet und Pjöngjang ist ein Testfall, ob China, Russland, die USA und EU sich auf eine gemeinsame Strategie verständigen können, um die atomare Macht des Systems solange einzudämmen, bis es von selbst implodiert. Das aber geht nicht mit Sanktionen, sondern nur mit Wirtschaftshilfen, großzügigen Handelserleichterungen und militärischer Zusammenarbeit.

Wer einmal ein trotziges Kind hatte, weiß, dass man den Trotz nicht brechen kann. Man kann nur Angebote machen, abwarten und beobachten. Aggression führt zu Kontraktion und Kontraktion irgendwann zur Explosion und die könnte dann auch atomar sein.