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Der Weckruf

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Man gewinnt sicherlich keine Freunde, wenn man bei der Erstellung eines Sozialatlas mitwirkt und genau das kann auch nicht der Sinn dessen sein.

Der Sinn ist es dabei das Miteinander zu bewegen und vom Gegeneinander zu einem Aneinander zu kommen, erst danach kann die Solidarität etwas bewirken.

Das Gegenteil ist der Fall, wenn man relativ armen Bürger zeigt wie noch ärmere auskommen müssen und wenn man Summen nennt, die meistens für den der sie nennt relativ wenig ist aber dem Anderen erzählt das sei viel.

Die Erkenntnis zeigt, der Sozialatlas ist dann effektiv wenn man ihn zunächst ein verbindliches Gerippe gibt und wenn er zur Sache herangezogen wird.

Alleine über das Gerippe, über Gruppen und Untergruppen, über Randgruppen und über Ausstattungen gibt es eine Vielzahl von Meinungen, man kann da nur hoffen dass ähnlich wie in der Ökonomie die unsichtbare Hand ordnet eingreift.

Warum dieses überhaupt so ist, weil arme Menschen keine Lobby haben, das ist die Antwort.

Natürlich gibt es in reichen Ländern Randgruppen, jene die sich einer staatlichen Fürsorge entziehen und ihre Freiheit ausleben und das sind Jene die auf der Straße leben, die im Winter der Kältebus einsammelt.

Sich derer annehmen sollte unser aller Aufgabe sein, denn Solidarität ist nun einmal eine Einbahnstraße, sicherlich kann man diskutieren ob diese Gruppe ein Bestandteil des Sozialatlas sein sollte.

Eine weitere ziemlich unangenehme Angelegenheit ist für manchen, allerdings befinden sich unter denen jene welche immer noch die Hartz Reformen befürworten.

Bürger in unserer Nachbarschaft die Hartz IV beziehen und das kann Jeder von uns werden.

Es ist ebenso eine Gruppe ohne Lobby und niemand macht sich die Mühe diese Gruppe zu analysieren, sich zu fragen „ was tat die Gesellschaft diesen Menschen an?“

Man weiß aber diese Gruppe wird zunehmen und nicht über den Pfad den Peter Hartz beschrieb sondern über den Pfad aus der Gegenrichtung, es kommen mehr über den Leistungsanspruch herein als über das auslaufende Arbeitslosen Geld I.

Das bedeutet die Armut wird hier zunehmen und sich evtl. festigen, man spricht bereits über eine konstante Sockelarmut unternimmt aber nichts dagegen, im Gegenteil man verschließt sich.

Eine zweite und durchaus relevante Gruppe sind jene Nachbarn von uns dessen monatliches Netto nicht über 1000 Euro liegt, auch diese Gruppe wird mit erhöhter Beschäftigungszahlen am Arbeitsmarkt zunehmen.

Sie wird deshalb zahlenmäßig zunehmen weil sie eben so bunt und mit Menschen unterschiedlichster Biografien sich zusammensetzt.

Einmal sind es Studenten, die Bafög und dergleichen beziehen, die somit teilweise bereits auf einem Kredit leben und evtl. etwas dazu verdienen.

Man sollte auch hier sagen, von Bafög alleine können die in den Großstädten kaum ihre Wohnungen bezahlen, sie wurden ebenso ein Opfer der Verdrängung auf dem Wohnungsmarkt.

Gleichzeitig sind in dieser Gruppe auch all Jene unter unseren Nachbarn die Grundsicherung im Alter beziehen, im Gegensatz zu den Studenten die auf bessere Zeiten hoffen, bleibt der Grundsicherungsbetrag konstant.

In dieser Gruppe befinden sich ebenso all die EU Rentner, die nach der Krankheit temporär auf EU Rente gesetzt wurden und die danach in eine Armutsfalle gelangen könnten.

Zudem gesellen sich hier alle Beschäftigten im Niedriglohnsektor hinzu, schlimm ist es für die Beteiligten wenn der Mindestlohnempfänger auf eine 60% Stelle sich wiederfindet.

Diese Gruppe ist der Spiegel des Ordoliberalismus in seiner ganzen Brutalität, hier entfremdeten sich politisch Verantwortliche von der Realität.

Demzufolge werden die Wurzeln eines Sozialatlas stets von Endscheidungsträgern manipuliert, das ist nun einmal so indem man mit angenehmeren Statistiken operiert.

In der Tat sind die dann aussagefähig aber nur unter dem Blickwinkel des bestimmten Betrachters, wer gibt denn unter all den in Ämter gewählten Zeitgenossen zu, dass einerseits in diesem Staat Gewinne der Unternehmen eingefahren werden aber die soziale Sicherheit der Mitarbeiter kein Faktor mehr ist?

Man sollte es trotzdem wagen, sich einbringen in die Erstellung des Sozialatlas, den Widerspruch einfach mal herausfordern und ein Ziel verfolgen „ den Armen wieder die Sprache zurück geben.“

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 21. September 2017 um 16:59 Uhr  

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