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Ja und nun?

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Zogen hier vor Jahren Bewohner fort, dann sagte man: „die fanden eine bessere Wohnung“.

Heute kommen keine Umzugswagen mehr, der Umzug wird zur Darbietung mit entsprechenden Leihwagen und was nicht mehr hinpasst das lässt man am Straßenrand stehen, man weiß „ die ziehen um weil ihnen die Miete zu teuer wurde.“

Eigentlich leben wir in einem ganz normalen Kiez, der in einem Bezirk liegt wo Welten aufeinander prallen und sich die politischen Koordinaten verschoben.

Was gestern war gilt heute nicht mehr und was morgen kommt möchte keiner wissen.

Früher hatten wir hier einmal ein Quartiersmanagement, brauchen nicht mehr – denn wir sind kein sozialer Brennpunkt.

Man nennt diesen Kiez normal, so normal dass damit Mieterhöhungen begründen lassen bezogen auf das Umfeld.

Das ist natürlich alles und man formierte sich in einem Netzwerk, das Netzwerk stützt sich auf Aktive nicht nur in den Kirchengemeinden und soll den Meinungsprozess aktivieren.

Man beginnt mit der Analyse und die basiert nun einmal auf Kleinarbeit vor Ort um den Sozialatlas zu erstellen.

Eins fällt auf, in manchen Straßen gibt es wohl mehr Fahrräder als Bewohner, der Kiez leidet bereits an manchen Stellen unter der täglichen Fahrradbelastung.

Das sind nicht nur durch durch radelnden Pendler, sondern die Vielzahl von unbeherrschten Bürgersteigradler.

Der Rest an Straße wird tag täglich zugeparkt von diversen Postlieferanten, wo die Postbriefkästen bereits von Zulieferern geleert werden die mit polnischem KfZ- Kennzeichen unterwegs sind.

Was wohnen hier für Menschen?

Es gibt Straßen wo eine Zweizimmer- Wohnung mit Küche und Bad die Regel ist, man stelle sich einen Wohnblock vor: 4 Etagen entlang der Straße mit je 2 Dreizimmer- Wohnungen und je 2 Zweizimmer- Wohnungen pro Etage.

Im Quergebäude sowie im Gartenhaus sieht das etwas anders aus, hier gibt es 3 Zimmer- Wohnungen kaum dafür aber die 1,5 Zimmer und die 1 Zimmer- Wohnungen.

Die Toilette in der Wohnung haben fast alle Wohnungen, nur jedes 6. Haus hat das Dachgeschoss ausgebaut, da kommt das Wohneigentum hinzu, was aber kaum selbst genutzt wird.

Insofern blieb man hier durchaus von einigem Übel verschont, was aber nicht heißt: Die Wohnung kostet max. 25% des monatlichen Gehaltes oder dergleichen.

Es wohnen also hier überwiegend Mittel- und Südwest- Europäer, man hört spanisch ebenso wie das Italienisch, zudem der typische alte Berliner ist hier in der Minderheit.

Das macht sich bemerkbar, diese Eckkneipenkultur gibt es nicht mehr und auch nicht mehr den kleinen Laden.

Andererseits gibt es eine durchschnittliche Erhebung, dass die Bevölkerung zu 40% jünger als 40 Jahre ist und eine durchschnittliche Mietdauer unter 7 Jahre hat.

Ein persönliches Gespräch dazu findet mit Verantwortlichen nie statt, was man aber weiß die Bildung der Bevölkerung nahm hier zu, fast jeder Zweite unter 25 Jahren hat hier das Abitur.

Bildung schützt aber nicht vor sozialer Kälte, andererseits gibt man durchaus zu, innerhalb von 10 Berufsjahren waren mehr als ein Drittel schon 6 oder mehr Monate arbeitslos.

Man spricht durchaus von der Generation Hartz, die gibt es auch und zwar verfestigt quer Beet, man meint es seinen insgesamt ca. unter 5%. Widerspricht aber der allmorgendlichen Beobachtung, wie sich die Zahl der Flaschensammler erhöht hat.

Was auch nicht die sind sondern damit beschäftigen sich fast alle Altersgruppen.

Was man allerdings in den Netzwerken erfuhr, dass hier fast kein Rentnerehepaar zur Steuer veranlagt wurde, im Gegenteil mehr als 30 % der Rentner sind von der Zuzahlung befreit.

Mit diesen Daten kann man nur schätzen, Rentnerehepaare werden kaum Bruttorenten über 30.000 Euro im Jahr haben.

Das sah allerdings vor fast 8 Jahren wesentlich positiver aus und wird in den kommenden 8 Jahren um ca. 25% fallen.

Kommen wir einmal zu den monatlichen Einnahmen, da gibt es eine ökonomische Tangente, ein Biosupermarkt der sich LGP nennt fragt die Genossen immer nach ihren monatlichen Einkünften und stuft damit die Geschäftspolitik ein.

Wahrhaftig und nicht nur dort, geben 15 % der Bewohner an, dass ihre Einkünfte pro Monat unter 1000 Euro liegen.

Die gehen aber einer Arbeit nach und verfügen teilweise über eine überdurchschnittliche Allgemeinbildung.

Nimmt man diese 15% + den 5% Hartz IV Bezieher dann sind 20% der Bevölkerung einfach arm und das sollten die politisch Verantwortlichen zur Kenntnis nehmen, wenn sich dort nichts ändert werden das die Grundsicherungsbezieher von morgen sein.

Die nächste Einkommensgruppe ist die von 1001 bis 1499 Euro pro Monat Netto und in dieser befinden sich überwiegend Männer, die nicht zufrieden sind mit ihrem Arbeitsplatz aber den immer noch vorziehen.

Das gleicht sich allerdings aus, mit dem Partner oder Lebensabschnittsgefährten dann bezieht man Wohnungen von 800 und mehr Euro pro Monat, von allen sind das unter 10%.

In dieser Gruppe sind allerdings fast 30 % der Bewohner und jetzt weiß man auch warum mehr als 50% der Bevölkerung für Anlegerbanken einfach uninteressant sind.

Mit solchen Einkommen kann man kein Vermögen aufbauen, bzw. eine kapitalgedeckte Altersvorsorge.

Die 50% die eigentlich mehr verdienen bedienen auch die Gruppe der Pioniere, der Quer- und Einsteigergeschäfte mit der geförderten Geschäftsidee, davon überleben aber nur weniger als die Hälfte die ersten 3 Jahre.

Der eigentlich gefestigte Verdiener der monatlich mehr als 2500 Euro netto über Jahre bezieht ist das Auslaufmodell, auch viele die über 3000 Euro pro Monat netto zur Verfügung haben leben temporär.

Die wiederum sind so flexibel dass sie Wege zur Arbeit per Bahn täglich einfach von 100 oder mehr Kilometer zurücklegen, eine Frage der Zeit wann sie ihren Schlafplatz verlegen.

Das alles hier spielt natürlich politisch eine Rolle, da sollte eigentlich von den Parteien mehr kommen, denn wenn nicht von denen von wen sonst.

Es ist nun einmal eine Tatsache, dieser Kiez hat Hochburgen in denen Teile der Zivilgesellschaft die entsprechenden Parteien quasi vor sich her treiben und es profitieren davon die Linken und die Grünen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 13. September 2017 um 15:46 Uhr  

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