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1200 Tage ohne FDP

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… waren eine wunderschöne Zeit.

Aber 'der' Wähler/ die Wählerin ist halt ein scheues, vergesslisches Reh – und liest halt nicht so intelligente Essays wie das von Paul Mason (britischer Journalist) im SPIEGEL letztens; und nun droht er erneut, der Wiedereinzug der sogenannten liberalen Partei in NRW und im Bund.

Mason und andere machen die durch Reagan und Thatcher auf den Weg gebrachte neoliberale Ideologie des Individualismus aus den Achtzigern (Ich- AG, Hartz 4 etc. hier) dafür verantwortlich, dass die wie auch immer mal solidarische 'Arbeiterbewegung' ihren Focus verloren - und bisher nicht wieder gefunden hat.

"Um es klar zu sagen: Wir wurden gebrochen. Wenn die Arbeiterklasse in den Neunzigerjahren das Gefühl hatte, besser zu leben als zehn Jahre zuvor, so lag das daran, dass Kredite und billige Güter aus China ihr großes Problem ausglichen: die Lohnstagnation. Nun verkündete die Sozialdemokratie die Botschaft, Globalisierung und finanzielle Deregulierung seien gut für die arbeitenden Menschen. Der Neoliberalismus führte zahlreiche strukturelle Veränderungen herbei, Die wichtigsten waren die Verlagerung der produzierenden Industrien in Billiglohnländer, die Zerlegung von Großunternehmen in 'Wertschöpfungsketten', Steuersenkungen zum Rückbau des öffentlichen Sektors, die Privatisierung des öffentlichen Sektors und die Finanziaisierung des Arbeitslebens."

Paul Mason, 'Eine Frage von Leben und Tod,' DER SPIEGEL Nr. 15, 2017. S. 126 ff.

Alles nichts neues.

Nur gebar dieser auch von Schröder und Blair protegierte Kurs nun nicht das Modell des Rabotti- Individualisten, der letztendlich 'solidarisch' gegen seinesgleichen kämpft, um 'höhere' Ziele wie die Steigerung des Bruttosozialproduktes zu Wohle aller zu erreichen, sondern genau das Gegenteil.

Linke und Grüne (Ausnahme letztere wahrscheinlich in Schleswig- Holstein) verlieren massiv an Zustimmung, die sich noch sicher Fühlenden mäandern im grosskoalitionären Wischi- Waschi herum, und die AfD sitzt wahrscheinlich demnächst in zwei Landtagen mehr.

Alles schlimm genug aus 'linker' Sicht; aber das ausgerechnet eine FDP, die oben geschildertes Gedankengut jahrelang predigte, nun augenscheinlich davon profitiert und eventuell demnächst wieder mitregiert in NRW und im Bund, ist schon tragisch, tragigkomisch.

Allerdings selbstverschuldet: Wer, wie in den USA, in Frankreich, in den Niederlanden etc., die Welt nur noch 'global' wahrzunehmen glaubt, ohne seinen unmittelbaren Nachbarn zu sehen, braucht sich über einen Lindner und seine dummen Sprüche hierzulande nicht zu wundern.

Kommende Woche hat sich die AfD hier in Münster einen Tag vor der Landtagswahl zu einer Veranstaltung mit Frauke Petri angemeldet.

Anstatt das Ganze zu ignorieren und somit im Sande verlaufen zu lassen, kündigt das hiesige 'Bündnis gegen Rassismus' eine dicke Demo an.

Grüne, die hier neuerdings mit der CDU koalieren, im Stadtrat. Städtebauliche Megaprojekte durchwinken, Versiegelung, anderes Thema.

Vor Jahren gegen die NPD war ich stets dabei.

Gegen die AfD bin ich auch.

Gegen die grinsende FDP würde ich sofort demonstrieren.

Aber da geht ja keiner mit...

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 09. Mai 2017 um 16:45 Uhr  

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