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Systemversagen !(?)

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Schneewittchen ist aufgewacht - Scheewittchen hat nachgedacht.

So dachte ich unweigerlich als mir der Artikel über die Entwicklung der gesetzl. Rente in der aktuellen NGG Mitgliederzeitung las!

Hatte man mir und meinen Kollegen nicht noch vor einiger Zeit das Drei-Säulensystem angepriesen !?

Nun lese ich, dass viele Beschäftigte gar nicht die Möglichkeit haben eine gute betriebliche Altersversorgung zu bekommen.

(Das hätte ich euch schon vor ein paar Jahren sagen können!)

Interessant auch folgender Satz:

Im Jahr 2014 betrug der durchschnittliche Zahlbetrag der Deutschen Rentenversicherung, für AN die zu diesen Zeitpunkt in Rente gingen,

für Männer 980 Euro, für Frauen 562 Euro .

Nun schweift mein Blick nach links, wo mir eine Tabelle anzeigt das der statistische Eckrentner aktuell 1370 Euro bei 47,7 % des letzten Einkommens erwirtschaftet.

So die Rechnung der politisch Verantwortlichen!

Gerade in den klassischen Dienstleistungsberufen (Pflege, Koch, Lehrer usw.) sind aber viele Kollegen bereits mit 60 körperlich und psychisch am Ende.

Das sie das gesetzl. Renteneintrittsalter nicht erreichen bedeutet dann einen zusätzlichen Abzug von 0,3 % pro Monat. Das wären beim aktuellen Beispiel ca. 18%.

Wer mag da noch ans Riestern denken? (Sofern er es sich überhaupt leisten kann!)

Unterm Strich kann also keiner dieser staatl. propagierten Rentensäulen im Niedriglohnbereich auch nur annähernd ein ausreichendes Volumen erreichen.

Das der möglicherweise mühselig angesparte Opfergroschen dann auch noch auf die Grundsicherung angerechnet wird ist nun fast schon ein Offenbarungseid.

Wir stehen also nun vor folgender absurder Situation: Der Staat definiert eine bedienungslose Grundsicherung für jeden Bürger unabhängig einem Versicherungsbeitrag.

D.h: -ob Zuwanderer - ob jahrelang Haftinsasse, - ob Schwerbehinderte, oder Selbstständige ohne Rentenversicherung.

Alle diese Gruppen bekommen dieselbe Rente wie die alleinstehende Mutter, die vielleicht 30 Jahre im Service gearbeitet hat, Kinder großgezogen - und den kranken Vater gepflegt hat. (.. und die nun ergänzende Leistungen beantragen muß!)

Ich geh mal von den Fall aus, dass jene Mutter den Sozialstaat nicht in Frage stellt, aber mag man ihr verdenken, wenn sie fragt:«Wo ist Gerechtigkeit für mich ?«

Denn vor dem Hintergrund einer zunehmenden Lohnsklaverei und unter dem Zwang der ständigen Verfügbarkeit erkennt sie nun immer mehr das weder der Eckrentner, noch der statistische Durchschnittslohn irgendetwas mit ihrer Realität zu tun hat.

In ihrem verzweifelten Versuch, bei zunehmender Arbeitsverdichtung nicht den Anschluss zu verlieren, verliert sie aber immer häufiger etwas anderes, nämlich den sozialen Kontakt zu ihrem Umfeld.

Die immer realer werdende Angst vor dem Jobverlust führt zudem gerade bei den prekären Arbeitsverhältnissen zu Lohndumping und zu Gesundheitsschäden.

Denn eine soziale Selbst-Inhaftierung wäre die Konsequenz für die Arbeitnehmer(in), sollte diese(r) nicht mehr gebraucht werden.

Spätestens aber im Alter ist bei der derzeitigen Entwicklung die Altersarmut für Sie einzuplanen.

Es ist ein politischer Skandal, das in den klassischen Dienstleistungsberufen ein Erwerbsleben immer häufiger nicht mehr reicht, um wenigstens die Grundsicherung zu erwirtschaften.

Eigentlich müßte jeder logisch denkende Mensch zur Erkenntnis kommen, dass die Erwerbsrente sich von der Grundsicherung abheben muß, aber das geben die meisten angedachten Modelle

zur Zeit nicht her!

Letztlich ist ja aber auch die Überlegung im 21. Jh. nicht mehr eine Soziale, sondern eine Ökonomische.

D.h., die Frage die aufgeworfen wird ist : Was bleibt zum verteilen übrig, wenn alle gesellschaftlich relevanten Gruppen versorgt sind?!

Da bleibt halt für die sogenannten prekären Beschäftigungsverhältnisse nicht mehr viel im Pott!

Es scheint mir logisch zu sein das jede andere Überlegung als die dass auf die Grundversorgung der Faktor Arbeit aufgeschlagen werden muß von den Bürgern auf die Dauer nicht akzeptiert wird.

Das heißt nach 20 Jahren mindestens Grundsicherung +X .

Nach 30 Jahren Grundsicherung +Y u.s.w.

Angesichts der zunehmenden sozialen Spaltung und der kreativen Steuergestaltung im Luxussegment underer Gesellschaft denke ich das eine Steuer auf Luxusartikel zur Finanzierung solcher Mehrausgaben nicht nur legitim, sondern Gesellschafts-politisch auch notwendig sind!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, 04. Juli 2016 um 02:45 Uhr  

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