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Arbeit um jeden Preis!

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Wir schreiben das Jahr 2016.

Die Zeiten der großen Arbeitskämpfe des letzten Jahrhunderts gehören längst der Vergangenheit an.

Regierungen die hinter nationalen Grenzen das Schicksal des Landes prägten und durch soziale Umverteilung den Frieden im Land sicherten, sind nun zu Statisten degradiert die mehr und mehr am Gängelband globaler Konzerne hängen.

Wir schreiben das Jahr 2016, schon jetzt zeigt sich das durch die sozial- und Arbeitsrechtsreformen der letzten 15 Jahre, sich der gesellschaftliche Anspruch gravierend verändert.

Unter der Prämisse der Eigenverantwortung wird bedenkenlos das fein austarierte Netz des demokratisch - sozialen Gesellschaftssystems zerrissen.

Rentenversicherung, Krankenversicherung, Unfall oder Pflege was im letzten Jahrhundert noch als human-gesellschaftliche Aufgabe definiert wurde,

Wird heute als Kostenfaktor wieder in die Einzelverantwortung zurücküberwiesen!

Da aber geschickte Lobbyarbeit und Globalisierung in den letzten Jahren für eine erhebliche soziale Spaltung gesorgt haben, hat der weniger privilegierte Teil der Gesellschaft kaum noch die Möglichkeit seine Lage zu verbessern.

Wer welche Chance bekommt wird nun immer häufiger schon an der Wiege bestimmt.

Noch leisten zwar einige systemrelevante Branchen Widerstand und fordern einen fairen Lohn für gute Arbeit, aber vor dem Hintergrund zunehmender Leih-, Werks- und befristeter Arbeitsverträge ist es auch hier vielleicht nur noch ein letztes Aufbäumen.

Anders sieht es beim Bäcker, beim Frisör, beim Koch, Verkäufer oder Floristen aus, hier im klassischen Dienstleistungssektor lohnt sich schon heute eine Ausbildung kaum noch.

Löhne am Existenzminimum trotz erfolgreicher Berufsausbildung sind schon längst mehr als nur eine Randerscheinung. Lanzeitpraktikas, Probezeit im Vorlauf eines befristeten Vertrages ist eher die Regel, als eine Ausnahme.

Eine Lohnerhöhung ist meist nicht mehr vorgesehen!

Wer nicht mehr gebraucht wird oder wer Ansprüche stellt wird angesichts des gelockerten Arbeitnehmerschutzes schnell aussortiert.

Die Konsequenz ist dann für den Betroffenen schnell eine Entmündigung durch staatliche Stellen.

Der erwerbslose Hilfeempfänger wird nun schon nach kurzer Zeit zu einer Vereinbarung gezwungen, die ihn weitgehend entrechtet, weitergehend wird er obendrein gesellschaftlich geächtet. Bis er zu guter Letzt mit Arbeitsmaßnahmen und Billigjobs weich gekocht und umerzogen wird.

Als letztes Mittel wird auch vor der Streichung des Existenzminimums nicht mehr zurückgeschreckt.

Aber nicht nur vor diesem Hintergrund bekommt eine neue, alte Frage wieder Bedeutung : Essen oder Heizen?

Denn ob Altersarmut, Jobverlust oder gewerbsmäßige Ausbeutung, es trifft jetzt immer breitere Schichten.

Wir schreiben das Jahr 2016 und wir stehen an der Schwelle zu einer Entwicklung, deren Folgen noch nicht absehbar sind.

Doch eine gewisse Besorgnis zu äußern sei mir erlaubt.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 24. April 2016 um 02:16 Uhr  

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