Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

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Herbst 2016 es fällt der Vorhang

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Nach 10 Millionen Seitenaufrufe fällt der Vorhang.

Nicht weil man ermüdet ist, nicht weil es sich überholt hat, nicht weil die Themen ausgingen, nein weil man mit 10 Millionen eine Grenze erreicht hat die für uns alle mal der Traum war.

Aufrufe einer eigenen Seite, mit Lesern die der eigentlich Widerhall waren in einer Zeit in der auch schon damals die Macher weder die Basis fragten noch mit ihr sprachen.

Das geschah fast vor 10 Jahren als zunächst wenige auf einer SPD Netzplattform sich fanden, der Basis wieder eine Stimme zu geben, man nahm dort seine Mitgliedschaft ernst und setzte die Meinungsvielfalt vor den Statuten.

Daraus entwickelte sich ein unvermuteter Elan und er band etliche, die ihre Stimme wiederfanden, die sich vertraut machten die Demokratie lebt von der Diskussion .

Die Gestaltung der freien Diskussion, das Herangehen an brennende Themen, es legte einen Elan frei der schließlich zur Homepage „ mein Herz schlägt links“ führte.

Wie auch immer, das war der Meilenstein die Basis schwamm sich frei und damit stand das freie Wort des Autors vor der Meinung des Parteivorstandes.

Das freie Wort des Autors ist das Prädikat eines Freischreibers und dessen Credo wurde „ links und frei“ zu sein.

Damit setzte sich eine Idee durch, die eigentlich so alt ist wie es die Sozialdemokratie , sich gegenseitig auszutauschen mit Argumenten und Analysen, die dem anderen mitunter passen oder auch nicht.

Wir erlebten hier unsere erste Glanzzeit noch vor der Bundestagswahl im Jahre 2009, denn wir waren eigentlich die welche nicht am Schielowsee putschten, was sollte uns mit den Putschisten verbinden?

Uns ging es damals einfach um mehr, es ging um Inhalte und um Korrekturen an einer Politik des Neoliberalismus, die mit ihrer Agenda 2010 Auslegung die Sozialdemokratie von innen zerfraß und zerlegte.

Es war hier weder der Gegenspruch sondern wir entwickelten den eigentlichen Widerspruch, damit fanden wir zwar zurück in die linke Familie, wir wollten Reformen versuchen zu reformieren.

Es war eine Vielzahl von Autoren, dazu kamen einige Gastautoren, man beachtete uns. Je näher man aber an diesen Wahltermin kam, Spätsommer 2009 versuchten wiederum Jene die sich von dieser Wahl etwas versprachen sich nicht allzu nah mit der Stimme der Basis zu positionieren.

Somit wurden wir für etliche Justierte zu den Schmuddelkindern, für eine DL 21 unter Böhning waren wir so etwas wie Schwarzfahrer.

Was dann passierte spiegelte sich hier, wir legten nicht gegen sondern zu, blieben unserer Linie treu und informierten zu Themen und nicht zu Aktionen.

Es ging darum sich den Themen der Zeit zu stellen, in der Zeit des Internets den Leser als einen Partner ansehen, ihn und andere ernst zu nehmen, was nicht einfach war.

Wäre es einfacher gewesen, hätten wir uns getroffen aber ob dieses Treffen nicht die Zensur geworden wäre?

Es wurde zu einem schleichenden Prozess, der uns aber stabilisierte, damit war ein weiterer Meilenstein erreicht.

Parallel dazu allerdings fand eine erforderliche Erneuerung der Partei nicht statt, bereits ab Mitte des Jahres 2011 war die Bundes SPD eine ganz andere geworden als jene die damals 1998 die Wahl gewann.

Woran es lag, wir waren die falschen Partner für Antworten die andere geben sollten und es nicht taten.

Das könnte man als nicht dialogfähig bezeichnen, manches war allerdings kaum interessant.

Allgemein hatten wir damit ebenso zu kämpfen, das einerseits der Neoliberalismus alle Themen beherrschte und andererseits das Interesse der Bürger an der Politik abnahm.

Den Trend wollten wir zunächst stoppen, mit oder ohne der Energiewende von der Wende, es war eine Leistung dazu Autoren zu finden, die sich diesen Themen annahmen und das Interesse des Einzelnen an der Politik wieder herstellen wollte.

Es gab Themen die wurden trotz eines Wir- Gefühls ganz einfach auf Sparflamme gehandelt, die Banken- und Finanzkrise ohne die eigentlichen Schuldigen zu benennen, mittlerweile bestrafen die beteiligten Banken ihre Sparer.

Andere Themen klammerte man aus, Demokratie im Bereich der Ökonomie ist nicht erwünscht und die Quittung war eigentlich das Wahlergebnis im Jahre 2013.

Was dann passierte lief weder in unserer Regie noch sprachen wir uns dafür aus, es setzte die Materialschlacht ein für eine GroKo, wir fanden kaum Zeit zum kontern immer wieder flutete man die Briefkästen.

Es ging um Posten und um Geld, dagegen setzten wir Ideen, wir wurden hier zu Verlierern.

Dem ist so und das zu erkennen ist ebenso lehrreich, denn es gingen auch uns die Autoren aus, sicherlich nicht der Themen wegen sondern jeder Autor der sich mit dem Zeitgeschehen beschäftigt ist mit seinen Ausführungen der Indikator einer vorherrschenden Stimmung.

Kurz nach der Installierung dieser GroKo kippte die Stimmung, vom Wir- Gefühl zum Ihr- Gefühl.

Ein Wir, was man vorgab das sucht man heute vergeblich, der Abstand zwischen Parlament und Wählern ist größer geworden, was die Regierung vollzieht wird kaum noch im Plenum erläutert, man befolgt Mehrheiten zu sichern.

Man ist kein Schelm wenn man dazu erfährt, hiermit werden Mandatsträger freiwillig zum Sicherheitspersonal der Mehrheitsbeschaffer.

Die brauchen sicherlich dazu nicht die kritische, aber durchaus medienwirksame Begleitung durch Artikeln auf der Homepage „mein Herz schlägt links“.

Ende des Jahres 2007 wagten wir nämlich etwas bis dahin Unbekanntes, nämlich die Internet- Öffentlichkeit für eine linke Politik zugänglich zu machen.

Es ging uns nicht die Gesamtpartei zu justieren, sondern ein Ziel war es die sog. öffentliche Meinung als den Berührungspunkt zwischen dem Bürger und der Macht zu bedienen.

Dabei trafen wir auf eine rasant sich entwickelnde digitale Welt, wir widersetzten uns nicht der medialen Individualkommunikation sondern fühlten uns auch dabei gebunden „links und frei“ zu sein.

Dabei gab es stets den Strukturwandel, den erlebt man fast vor jeder Wahl, es benötigen nämlich mittlerweile fast alle Kandidaten aus welchen Parteien auch immer die mediale Öffentlichkeit.

Die sie aber dann aber nur plural dulden, man scheut immer noch den vernetzten individuellen Dialog, man ersetzt ein eigentlich vorliegendes demokratisches Potenzial durch lächelndes Plakatieren.

Damit schränkt man seine eigenen Spielräume ein, die digitale Kommunikation ist die neue Art der politischen Begegnung und daraus könnten jene gesellschaftlichen Kampagnen entstehen.

Wir waren also das Kind einer linken Medienpolitik, die eigentlich mittels der Optionen zunächst nur intern geführt werden sollte.

Der aber durch das Internet ausgelöste Strukturwandel innerhalb der politischen Debatte, lässt sich nicht mehr rückgängig machen.

Eine in der Öffentlichkeit getragene Diskussion wird somit immer zu einem Machtinstrument, wobei wir wiederum keine Macht besaßen nur die des geschriebenen Wortes.

Die Entdeckung des geschriebenen Wortes durch die Basis einer damals noch Volkspartei, wurde zu einer gefürchteten Waffe denn es ging den Autoren stets immer um die Gegenöffentlichkeit.

Das kontra auf jene Medien und Meinungsmacher, die nur Aufmerksamkeit erzielen möchten, die ihre Wahrnehmungen stets strukturieren, die Mitglied in der DL 21 und bei den Netzwerkern sind, es sind auch jene die Geschehnisse meistens zu schnell konsumierbaren Artikeln machen, wer kennt die nicht- auch der wird sie noch kennenlernen.

Sie sind nicht das Scharnier im Informationsprozess sondern sie bedienen sich einer an Objektivität und Ausgewogenheit fehlenden Art eines neuartigen Kurzzeitfutter- Experimentes.

Mit denen wird keine linke Medienoffensive stattfinden, die wiederum weigerten sich auch uns zur Kenntnis zu nehmen, ihr Kurzzeitfutter- Experiment beginnt 10 Wochen vor der Wahl mit einer Internetseite und endet am Wahlabend.

Dabei steht nicht im Vordergrund die objektive Wahrnehmung und die klassische politische Analyse, nein ganz einfach nur der Wahlerfolg.

Wahlerfolg beschert Macht und Einfluss und damit können die demokratischen Entscheidungsprozesse durchaus in Bedrängnis geraten, dem war so und es bleibt so.

Genau an diesem Punkt sollten sich alle Autoren fragen, sollten wir uns das noch antun diese Art von Politikern noch im Wahljahr kritisch begleiten?

Man kann sich durchaus auch fragen, sind einige die man auf Listen nach vorne brachte und dabei nur eine Chance haben über ihren Listenplatz ein Mandat zu bekommen, es wert diese Art der linken Medienoffensive weiter zu betreiben oder wird man dabei nicht zum Getriebenen?

Ein Onlineprotest bringt noch weniger als eine Petition von einigen damit die Mehrheit sich der sozialen Tradition erinnern sollte.

Dann sollte lieber der Vorhang fallen, weshalb der Vorhang fällt liegt an der Situation, diese Art der Mediengestaltung ist für relativ wenige für eigentlich viele zu arbeits- und kostenintensiv.

Dabei muss man das Gesamtspektrum sehen, das Autorenkollektiv, die mangelnde Refinanzierung, der Zugang zu Informationsquellen, auf die Gegenmächte in den Sozialen Netzwerken und schließlich auf das eigentliche Deutungsmuster, mit einer stets gewollten abweichender Meinung der Autoren.

Die Neuausrichtung des Systems des Meinungskonsens, wir reichten vergeblich unsere Hand man schlug sie mitunter aus, dieser Meinungskonsens wird aber an Fahrt zunehmen auch hier gibt es keine Umkehr.

Wir sollten den Vorhang nicht fallen lassen, sondern es sollten sich noch einmal all die Autoren aus fast 9 Jahren zu Wort melden und sich äußern, weshalb schrieb man hier, was erwartete man, wo steht man heute und welchen Weg nimmt man.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 05. November 2016 um 15:42 Uhr  

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