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Helfershelfer von Terroristen?

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Ist ein Land, das sich mit dem Islamischen Staat verbündet hat, in der Nato tolerabel?

Bei dem heutigen Abschuss waren eindeutig Brandstifter am Werk, aber wer außer der Türkei hat ein Interesse, die Allianz gegen den Islamischen Staat zu stören?

Der Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkische Luftwaffe im Grenzgebiet zwischen Syrien und der Türkei wird von Russland als Unterstützung des IS durch die Türkei gewertet.

Auffällig ist tatsächlich, dass das russische Kampfflugzeug angeblich im türkischen Luftraum abgeschossen wurde, aber auf Islamistengebiet aufgeschlagen ist.

Syrische Rebellen haben Videos der Leiche des russischen Piloten ins Netz gestellt.

Erdogan ist hier einen Schritt zu weit gegangen und es ist fraglich, ob er für diese Provokation noch die eilig einberufenen Nato-Verbündeten auf seine Seite bekommt.

Der russische Präsident jedenfalls geht schon länger davon aus, dass die Türkei mit dem IS ein doppeltes Spiel treibt.

Auf der einen Seite bekämpft sie die Islamisten offiziell, auf der anderen Seite gibt es faktisch keine Kriegshandlungen der Türkei gegen den Islamischen Staat, dafür aber jede Menge Kriegshandlungen gegen die Kurden, ab heute auch Kriegshandlungen gegen die Russen, die den Islamischen Staat an der türkischen Grenze bekämpfen wollten.

Das heutige Ereignis, ob es sich nun über syrischem oder türkischem Luftraum abgespielt hat, reiht sich in eine lange Reihe von Ereignissen ein, in denen die Türkei die radikalen Islamisten indirekt oder direkt gestärkt und unterstützt hat.

Kobane: Die Türkei schließt die Grenzen im Krieg zwischen IS und Kurden nur für die Kurden und lässt die IS-Kämpfer durch, behandelt sie auch in ihren Krankenhäusern.

Syrien: Kämpfer des islamischen Staates erhalten ihren Hauptzulauf aus der Türkei und vor allem über die Türkei, ohne dass die Regierung Erdogan irgendetwas dagegen unternommen hat, unternimmt oder plant, zu unternehmen.

In der Flüchtlingskrise und schon lange davor, war einer der Hauptsitze der Schleuserkriminalität, die eng mit dem Islamischen Staat vernetzt ist, in der Türkei und wurde nicht nennenswert bekämpft.

Erdogan hat seine korrupten Beamten weiterhin gegen Schmiergelder stillhalten lassen und die türkische Regierung winkt weiterhin hunderttausende Flüchtlinge nach Europa durch.

Deutsche Medien verfallen wieder in Propaganda

Deutsche Medienberichte zeigen derzeit ein Bild des Verständnisses, teilweise sogar der klammheimlichen Freude über den Abschuss.

Russland habe die Türkei mit Luftraumverletzungen provoziert.

Bei manchen Äußerungen, wie dem heutigen Kommentar in der Zeit ist es sogar schwer, die Übelkeit zu unterdrücken, weil die Sprache so manipulativ auf Rechtfertigung des Abschusses getrimmt ist, dass sie an finsterste Propaganda-Zeiten erinnert.

Es bleiben allerdings die offiziellen Kommentare nach der Nato-Sitzung heute um 17.00 abzuwarten.

Den Vogel schießt allerdings der Bayerische Rundfunk ab, der heute Abend nach der Nato-Ratsitzung titelte, dass sich die Nato solidarisch mit der Türkei erkläre.

Zitiert wird dann aber nur ein älteres Statement, in dem der Nato-Generalsekretär die Luftraumverletzungen der Türkei durch russische Kampfflugzeuge kritisiert und sich solidarisch mit der Türkei erklärt.

Für heute Abend gibt es noch keine Solidaritätsbekundung der Nato.

Erste Berichte deuten darauf hin, dass die Türkei zugegeben hat, dass der Kampfjet SU 24 der Russen nur 10-15 Sekunden über türkischem Luftraum gewesen sei.

Die dann abgeschossene Rakete habe das Flugzeug erst über syrischem Luftraum erreicht.

Dennoch habe man die russische Besatzung 10-15 mal gewarnt.

Die Amerikaner bestätigen das und sagen, sie hätten alles mitgehört.

Der Nato-Rat scheint die Aktion der Türken zu billigen.

Obama sagt Hollande uneingeschränkte Unterstützung zu.

Sollte der Abschuss einen Keil in die sich neu anbahnende Allianz zwischen Russland, Frankreich und Amerika in der Bekämpfung des IS treiben?

Es gibt allerdings noch ein anderes Erklärungsmodell für den heutigen Abschuss.

Die Türkei hat wiederholt gegen die Bombardierung turkmenischer Dörfer in der Region durch russische Kampfbomber protestiert.

Kürzlich wurde deshalb der russische Botschafter einbestellt.

Die Angriffe heute sollen auch turkmenischen Dörfern gegolten habe, die von Rebellen kontrolliert werden, welche mit der Freien Syrischen Armee kooperieren.

Keine IS-Rebellen also.

Hier könnte die Türkei die Möglichkeit eines gezielten Warnschusses an Russland gesucht und gefunden haben.

Für eine Einschätzung ist es noch zu früh. Eines aber lässt sich ohne weiteres sagen.

Fazit: Es wird immer deutlicher, dass der Islamische Staat in der Türkei eine starke Lobby besitzt und bis in die türkische Regierung hinein starke Unterstützer hat.

Erdogan macht sich das zu Nutze, um die Europäer zu erpressen und Reiseerleichterungen, Geld und vor allem einen beschleunigten EU-Beitritt zu erzwingen.

Nun ist der Brandstifter am Bosporus dabei die Nato gegen Russland auszuspielen, in der Hoffnung, seine islamistischen Größenphantasien weiterhin in stillschweigender Zusammenarbeit mit dem Islamischen Staat zu realisieren.

Die Konsequenz kann nur sein.

Reisebeschränkungen für Türken in die EU, statt Reiseerleichterungen zu beschließen.

Die Beitrittsperspektive der Türkei noch deutlicher als bisher in Frage zu stellen und den Verbleib des Landes in der Nato zu diskutieren.

Dies auch auf das Risiko hin, dass die Türkei als strategischer Partner im Kampf gegen den IS ausfällt.

Schmerzhaft ja, aber zu verschmerzen, wenn man sich in Syrien etwas beeilen würde, das Land zu befrieden.

Eine unentschlossene Allianz ist kein Gegner für den Brandstifter am Bosporus.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 25. November 2015 um 03:36 Uhr  

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