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Rentner in der Zange

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Im Grundsatz geht es um eine einzige Frage: Ist die Besteuerung von Renten überhaupt gerechtfertigt?

 

Da das Alterseinkünftegesetz nur auf Renten in Höhen begründet ist, die es gar nicht gibt, gar nicht geben kann, schon wegen der Beitragsbemessungsgrenze!

Dazu müsste das Urteil des BVerfG und die Arbeit der Sachverständigenkommission bekannt sein. Denn die Daten, mit der das Alterseinkünftegesetz gerechtfertigt wird, sind nachweislich falsch.

Eine Doppelbesteuerung findet auch eine Weile statt, da Beiträge zur Rentenversicherung erst ab 2025 zu 100 Prozent absetzbar sind.

Ein Pflichtversicherter, der vor 2025 seine Arbeit beginnt und 2040 oder später in Rente geht, konnte seine Beiträge vor 2025 nicht vollständig absetzen.

Er muss aber seine Rente zu 100 Prozent versteuern.

Das nennt man Doppelbesteuerung.

Im Urteilstext von 2 BvL 17/99 (RZ 169) heißt es: "Der Sachverständige Rürup hat ausgeführt, dass bei typisierender Betrachtung mindestens 70 v.H. der Beiträge zur Rentenversicherung aus unversteuertem Einkommen geleistet werden.

Ohne eine Übergangsregelung und ohne Systemwechsel könnten bereits jetzt die Sozialversicherungsrenten ohne die Gefahr einer Doppelbesteuerung der ursprünglich geleisteten Beitragszahlungen in Höhe von 65 v.H. teilbesteuert werden."

Der Sachverständige Rürup spricht von 65 Prozent, das BMF dagegen von 80 Prozent. Ist das erklärbar?

Man wollte unbedingt die Besteuerung der Renten durchsetzen.

Auch sei die Frage erlaubt, ob der damals klagende Staatsanwalt nicht nur vorgeschoben war, um entsprechende Entscheidungen des BVerfG zu erreichen. Der Beschwerdeführer war ein Leitender Oberstaatsanwalt der jahrelang beim Finanzgericht Münster Einsprüche eingelegt hatte. Das Finanzgericht Münster ist zuständig für die Regierungsbezirke Arnsberg, Detmold und Münster.

Und ab einer gewissen Höhe und Nebeneinkünften wurden auch Renten schon immer besteuert, das gesamte Einkommen zugrunde gelegt.

Aber das ist hier wirklich alles sehr gut aufgeschlüsselt:

Siehe hier: http://altersarmut-per-gesetz.de/

Vorsorgelüge-Newsletter 10/2015 vom 24.11.2015

Rentner in der Zange

. . . 70.000 Rentner werden allein aufgrund der erfolgten Rentenerhöhung im kommenden Jahr erstmals als Rentner Steuern zahlen müssen.

Gut oder schlecht?

Es ist jedenfalls ein weiteres Mosaiksteinchen einer vielfach unterschätzten Gesamtstrategie, die Rentner künftig kräftig in die Zange nimmt.

Geringere Rentenzahlungen und davon dann höhere Abgaben zahlen – geradezu absurd.

Zunächst einmal sind Kürzungen zu beklagen, die noch weit über das sinkende Rentenniveau hinausgehen. Das offizielle Rentenniveau blendet nämlich viele Verschlechterungen schlicht aus, die bei den Neurentnern zum Tragen kommen. Beispiele: Rentner müssen von Ausnahmen abgesehen massive Rentenabschläge hinnehmen, wenn sie vorzeitig (also demnächst vor 67) in Rente gehen.

Sie bekommen anders als frühere Rentnergenerationen praktisch keine Ausbildungszeiten mehr anerkannt.

Geringverdiener bekommen für die Zeiten ab 1992 keine Aufwertung ihrer Bezüge in der Rentenberechnung mehr.

Langzeitarbeitslosigkeit begründet seit einigen Jahren keinerlei Rentenansprüche mehr. All das drückt sich im Rentenniveau nicht aus.

Doch die Zahlen sind so eindeutig wie depremierend: langjährig Versicherte Männer (mindestens 35 Versicherungsjahre) bekamen 2014 als Neurentner im Schnitt nur noch 999 Euro monatlich.

Im Jahre 2000 waren es noch 1.104 Euro gewesen. Rechnet man dazu die Inflation, so ist das ein Verlust von über 30 Prozent!

Gleichzeitig haben viele Unternehmen ihre Zusagen für Betriebsrenten drastisch gekürzt oder ganz gestrichen.

Immer mehr Arbeitnehmer müssen seit 2002 ihre Betriebsrenten per Entgeltumwandlung voll selber finanzieren.

Noch schlimmer: die Regelungen sind so fies gestrickt, dass am Ende die Betriebsrenten sogar ein Verlustgeschäft werden.

Einer der Gründe: Seit 2004 werden am Ende nicht nur Steuern, sondern volle Krankenkassen und Pflegebeiträge fällig – auch den Arbeitgeberanteil muss der Rentner zahlen. Und nun zeigt sich, dass auch die Steuer zur Bedrohung wird. Wer Betriebsrente bezieht und im Alter noch sonstige Einkommen hat, kennt das bereits.

Doch jetzt erwischt es zunehmend auch Normalos, die immer dachten die Rentensteuer bliebe für sie ein Fremdwort.

Sie müssen erkennen, dass eine üppige Rentenerhöhung auch zum Ärger werden kann.

„Wir kriegen Dich immer!“

Diesem Motto sehen sich immer mehr Alte ausgesetzt.

Und das gilt natürlich auch, wenn sie - wie von der Politik gewünscht - privat vorgesorgt haben:  Die Riester-Renten, so niedrig sie auch ausfallen, sind voll steuerpflichtig. Wer eine ungeförderte Privat-Rente bezieht, muss den Ertragsanteil versteuern. Auch wenn gar kein Ertrag anfällt. Und das dürfte die Regel sein: „Wir kriegen Dich immer!“

Mehr dazu in „Garantiert beschissen!“ und „Die Vorsorgelüge“

Gerne stehen wir für vertiefende Interviews und als Referenten zur Verfügung:
http://www.vorsorgeluege.de/newsletter/index.html
Holger Balodis
Dagmar Hühne
www.vorsorgeluege.de
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
0221-461527 und 466590
www.facebook.com/holger.balodis

 

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Zuletzt aktualisiert am Montag, 30. November 2015 um 08:35 Uhr  

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