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Start Neuigkeiten September 2015

September 2015

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Bei aller Freude über die wieder entdeckte Begrüßungskultur in Deutschland sollte man zunächst betonen, diese Art der Kultur entfachten spontan in Wien und Berlin Freiwillige, die die Not der Flüchtlinge sahen.

In Wien am Bahnhof waren die Menschen weiter als es die Politik war und München zeigten die Bürger auf den Bahnsteigen ein ganz anderes Bild von Bayern.

Das ist die hervorragende Sache, es gilt von Deutschland ein positives Bild in der Welt darzustellen, daran sollten wir arbeiten.

Jeder muss allerdings wissen auch Flüchtlinge in Deutschland unterliegen einem Regelwerk und das wiederum beginnt mit der Erfassung des Einzelnen.

Die Erfassung ist bereits gesetzlich kompliziert, man kann nicht nur Daten abgleichen sondern in der Erstaufnahme bekommt der Flüchtling seinen Namen zurück.

Danach beginnt ein verwaltungstechnisches Verfahren, meistens endet das zunächst mit dem Antrag auf Gewährung eines Asyls.

Im zeitlichen Ablauf allerdings liegen zwischen der Erfassung und dem Antrag einige Wochen, Wochen des Nichtstuns, Wochen in einer Sammelunterkunft mit eigenen Gesetzen und eigenen Strukturen.

Wer kennt von uns eigentlich das Eigenleben in den Sammelunterkünften, werden hier untereinander auch noch offene Rechnungen beglichen?

Wissen wir im Lande eigentlich, dass es mitunter monatelang in einer Sammelunterkunft kein Privatleben gibt?

Eigentlich haben Flüchtlinge sehr viel zu berichten, meistens berichtet man über die Flucht.

Bis hierher kamen eigentlich nur die Mutigen und die Jüngeren, es ist doch selbstverständlich in unserer vernetzten Welt dass diese wiederum den Kontakt zu ihren Familien und Freunden halten.

Demzufolge können eigentlich mehr wissen über die reale Lage im Land und in den Lagern auf der Strecke.

Ihnen zuzuhören wäre eine Tugend, ihnen wieder Mut zu machen eine Selbstverständlichkeit.

Für einen Antrag auf Asyl bedeutet es schon den Mut aufbringen, denn man bricht mit dem Land in dem man wohnte.

Jedes Land hat nicht nur eine eigene Nation sondern auch eine andere Kultur, damit kommt der Widerspruch.

„was war der Grund zur Flucht?“- das ist die entscheidende Frage.

Um diese Frage zu beantworten muss man all das was man auf der Flucht erlebt hat erst einmal verarbeiten, sich mit anderen darüber unterhalten.

Nach 4 Jahren Krieg in Syrien hat jeder Flüchtling sein Kriegserlebnis, ein Staat erodierte- die Freunde von gestern wurden zu Feinden von Morgen.

Das nennt sich der entscheidende Teil der Aufarbeitung, was geschah mit mir wann, was erlebte ich wo?

Erst das ergibt das Mosaik, was schließlich in der Flucht endete.

Dazu kommt die Frage, wer war ich in diesem Mosaik und was geschah mit meiner Familie?

Dabei müssen wir auch umdenken, denn in manchen Kulturen steht die Familie über den eigenen gesellschaftlichen Status.

Man darf hier nicht den Fehler machen unseren gesellschaftlichen Status des Einzeln als die Bewertungsgrundlage im Entscheidungsprozess heranführen.

Eine Hauptaufgabe liegt in unserem Interesse, all diese Flüchtlinge die es bis zu uns geschafft haben „auf das Leben in Deutschland vorzubereiten“.

Leben in einem fremden Land geht meistens nur über die Sprache des Landes, die Landessprache ist das erste Stück einer noch fremden Welt.

Weitere Hürden werden folgen, denn nicht jeder dritte Flüchtling ist der Facharzt den man hier dringend benötigt.

Es ist doch fast nicht ernst gemeint, wenn sich Daimler Chef Zetsche zu Wort meldet und sein Geschäft mit den Neuankömmlingen planen will.

Das Geschäft mit den Flüchtlingen beginnt also bereits bevor sie erfasst werden, das kann aber nicht im Sinne einer weiterführenden Willkommenskultur sei

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 11. September 2015 um 03:00 Uhr  

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