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Teil 139 "Die mißverstandene Demokratie"

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Ich glaube es war im Herbst des Jahres 1980 wo ich mich ins Zeug legte für Alternativen innerhalb einer Demokratie.

Ich lernte in diesen Monaten einen Apparat von innen kennen, eigentlich war es der Zufall der mich in diese Lage brachte.

Innerhalb der Kirchengemeinde hatte man für die Hortkinder eine Schularbeitsgruppe gegründet, im Fach Geometrie versuchte ich den Kindern die Dreiecke zu erkennen und zu berechnen.

Eigentlich nicht mehr und auch nicht weniger, die Kirchengemeinde hatte zu der Zeit noch 2 Pfarrer, der ältere betreute die Gemeinde und war ein Förderer der Alten Kirchenmusik, der jüngere Pfarrer allerdings ging eigene Wege und diese wiederum kreuzten nicht meine.

Man hatte ihn nur beauftragt, die Gemeindekirchenwahl vorzubereiten, dazu band er alle ein die unmittelbar sich in der Gemeinde einbrachten.

Mit mir unterhielt er sich und bereits bei der ersten Unterhaltung ging ich auf Distanz zu ihm, meinen Weg kreuzten mal Studenten der Theologie die während des Studiums ihre Nähe zur DKP nicht abstritten.

Dieser Pfarrer, der die Gemeindekirchenwahl vorbereiten sollte versuchte mir den Marxismus zu erklären.

Das war schon eigenartig, sein Wissen darüber war so flach, dass man davon ausgehen konnte „er hörte niemals dazu die Vorlesungen des Elmar Altvater“, nicht nur das sondern er kam ohne Umschweifen zu seiner Wahlliste.

Er hatte die sog. Bewerber für den Kirchenvorstand auf einer Liste und trug uns das vor.

Für mich war das eine Liste über die die Gemeinde abstimmen sollte, noch sagte ich nichts, mir ging es allerdings enorm gegen den Strich als der Pfarrer meinte, „ es wäre auch sein Erfolg, wenn die ersten 5 auf der Liste mehr als 70% Zustimmung bekommen würden.“

Das muss einfach einem Demokraten widersprechen, denn die Demokratie lebt nun einmal von der Auswahl.

Eine Wahl ohne Alternative ist und bleibt nun einmal eine Abstimmung, mit diesem Satz forderte ich ihn heraus.

Seine Antwort war eine ganz andere als ich erwartet hatte“ er lehnte eine Kampfabstimmung ab“, schon das Wort Kampfabstimmung verdreht mir den Magen.

Kampfabstimmung ist die negative Beschreibung eines demokratischen Prozesses, demokratisch förderlich ist die Auswahl zwischen mehreren Bewerbern für einen Posten.

Noch war man nicht so weit, meinen Gedanken soweit zu folgen, das konnte ich aber untermauern.

Bewirbt man sich auf einen Arbeitsplatz ist man einer in der Auswahl, damit beschäftigen sich mittlerweile ganze Abteilungen, was denen recht ist müsste innerhalb des demokratischen Unterbaus möglich sein.

Die Möglichkeit der Chance verbaut man durch zuvor erstellte Listen, insofern blockiert man Impulse.

Nicht nur damit geriet der Pfarrer in ein Kreuzfeuer, er traf danach noch ein paar seltsame Entscheidungen, 5 Jahre danach verließ er den Kirchendienst.

Ich traf ihn durch einen Zufall mal wieder, auf einem Kirchenkonzert saß er eine Reihe hinter mir, er wollte mich nicht mehr kennen.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 14. Juli 2016 um 00:48 Uhr  

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