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Teil 131 "Der Rückblick"

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Rückblickend kann ich sagen, ich war nicht der Einzige der bemerkte wie sich bereits ab Mitte des Jahres 1975 der Wind in der Republik gedreht hatte.

Mittlerweile gelang es den Systemrelevanten das bis dahin ungeschriebene 11. Gebot „ du sollst deinen Gegenüber nicht überfordern“ nicht nur außer Kraft zu setzen sondern man verwendete eine eigene Art des bis dahin unbekannten Liberalismus.

Sagen sollte man allerdings, der Geist in dieser Republik schlug in der Gründungsphase weiterhin rechts.

Die Adenauer- Republik war das Aushängeschild der rechten und kleindeutschen Nationalen, das Aufbegehren gegen diese Welt war wiederum ein Verdienst der Linken in die Republik.

Ohne diese Ideen der Linken, die eigentlich außerhalb der Parlamente die Gesellschaft aufrüttelten hätte die SPD ihre Wahlerfolge in den Jahren 1969 und 1972 nicht eingefahren.

Sicherlich fuhr die SPD mit ihrer neuen Politik Erfolge ein, es ist aber auch eine Realität dass auf manchem Gebiet der SPD die Antworten fehlten.

Insbesondere in den neuen Arbeitswelten, was ich auf meiner Reise am Rande erfuhr – das man Arbeitsbiografien abbricht, das Erfolge im Arbeitsleben von Gestern Morgen nichts mehr zählen und das man das Recht des Einzelnen vor der Gerechtigkeit stellte, war ein Start in einen gesellschaftlichen Prozess.

Man nannte das, den Beginn der Individualisierung, mittels der kämpfte man um seine Rechte.

Somit kam ein Verfahren in Gang, was nicht nur Gerichte beschäftigte, in dieser Phase hatten wir es mit der 2. Welle der Erben zu tun und von diesen waren sich etliche untereinander nicht einig.

Ebenso verhielt sich innerhalb der Ehen, wenig später liefen dazu das passenden Filme, z.B. Kramer gegen Kramer oder Szenen einer Ehe.

Sehen wir das einmal rückblickend, für etliche und vielleicht kluge Äußerungen der 68.er benötigte man den Dolmetscher um das der breiten Masse zu erklären.

Der eigentliche Transformationsprozess in die Gesellschaft fand nicht statt, ein paar Jahre später- vielleicht zum Zeitpunkt des Rücktritts von Willy Brandt als Bundeskanzler begann diese nicht vorhersehbare Individualisierung.

Damit verlagerte man etwas aus dem bisher zuständigen politischen Sektor der Solidarität auf die juristische Schiene.

Man benötigte dazu den Rechtsschutz und damit eröffnete man den Markt der Möglichkeiten.

Das Recht des Einen war aber ungerecht gegenüber dem Anderen und die Schwächsten wurden dabei zu den Verlieren.

Im Arbeitsrecht wurde im Krisenfall ziemlich rasant vor dem Sozialplan der Griff zum persönlich fixierten Auflösungsvertrag vorgezogen.

Die Abfindungssummen wurden mit der Stellung im Betrieb immer höher, etliche Manager schleusten sich ein um sich rechtzeitig wieder abzufinden.

Das Wort von der Ausstiegsklausel im Arbeitsvertrag war uns allen bis dahin nicht geläufig, wir mussten uns an einiges gewöhnen.

Dieser gesellschaftliche Prozess der Individualisierung nahm an Fahrt auf, Nutznießer waren die Vielzahl von beratenden Juristen.

Denn die wollten ja, dass ihre Klienten Recht bekommen- wobei die Juristen damit wieder verdienten.

Wir befanden uns auf einem Weg ein Volk der Kläger und Beklagten zu werden, eine Vielzahl von Neuverträgen der Rechtsschutzversicherungen wurde abgeschlossen.

Es blieb eine Erkenntnis, mancher der einen Prozess gewann hatte einen Titel, der alles andere als wert war- denn der Partner vollzog Tatsachen.

In der Regel überforderte man wiederum andere, nicht nur im zivilen Bereich sondern in allen Lebensbereichen.

Der Bürger in dieser Republik konnte mitunter nicht in wenigen Minuten seine Gaskundenabrechnung interpretieren. Ebenso schwankten Gehälter, was war ein Garantiegehalt gegen die Erfolgsprämie?

Das Wort Erfolgsprämie war in aller Munde, bekam auch der Manager der sich ran machte die alte AEG zu zerlegen.

Man begann auch damit Kunden und Mitarbeiter abzuwerben, etwas was noch vor dem Strukturwandel stattfand.

Die Stärke der ökonomisch Mächtigen wirkte sich aus und machte sich wie eine Dampfwalze in der Gesellschaft breit.

Der überforderte Bürger fiel mitunter temporär in ein Loch, wohl dem der daraus ein Sabbatjahr machen konnte.

Es gab auch jene die die Schuld dazu bei sich suchten, denn sagten „Schuld sei nicht teilbar“ und somit entstand ein Spektrum der Abgehangenen.

Mit denen wiederum operierte die Wirtschaft, man eröffnete den Markt der Möglichkeiten und begann auszugliedern.

Der Beginn eines Prozesses der sich positiv auf den Arbeitsmarkt bemerkbar machte aber den sozialen Zusammenhalt in dieser Gesellschaft unterlief.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 19. Juni 2016 um 01:26 Uhr  

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