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Teil 129 "Als des Abends meine heile Welt einstürzte"

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Es war der Abend der bis dahin meine heile Welt veränderte, an diesem Abend sprach Eva Maria mit mir über ihre letzten fünf Jahre.

Eine junge Frau mit dem Universitätsabschluss, in einer Stellung die eigentlich die Teilnahme am Wohlstand bedeutete öffnete mir die Augen.

Sie sprach offen von all ihren Freundschaften die sie hatte, ich ahnte es bereits weshalb sie nicht jeden Abend im Studentenheim weilte.

Diese Phase nannte sie, sich kennen lernen und andere- und dabei die eigenen Freiheiten nicht aufgeben.

Dabei kam wieder der Unterschied, eigentlich hätte ich den auch bemerken müssen, denn jene Kommilitonen die mittels Honnefer Modell studierten benahmen sich ganz anders als jene die aus dem Vollen schöpfen konnten.

Sie hatte sich auch befreundet mit all denen, die eigentlich das Studium eine Last aus einer bürgerlichen Welt war und die sich selbst finden wollten.

Es waren nicht wenige, die zu Anfang des Hauptstudiums für mehr als 12 Monate nach Südfrankreich zogen. Unter diesen soll sich ihre erste große Liebe befunden haben, der wiederum ihr einiges an Wertvorstellungen gab.

Das waren jene Linken die einige Jahre zuvor nach dem Abi für einige Zeit in einem Kibbuz gearbeitet hatten.

Ich konnte mich erinnern zu Beginn meiner Zeit im Studentenheim fand die große Diskussion statt, in der Zeit als die Pille gerade die Anerkennung unter den Frauen fand, inwieweit gehen hier die 10 Gebote und was heftete dem Luther an?

An diese Abende voller Freude an der Diskussion konnte ich mich noch erinnern, danach kam aber diese Zeit der sog. geistigen Blockierer- die eigentlich nur Zwiegespräche führten.

Eva Maria meinte, für sie galt das Ziel und ihr Studium war das Mittel zum Zweck, ganz anders werden als ihre Mutter.

Da Thema der Frau nannte sich die Abhängigkeit vom Mann neu darzustellen und genau das tat sie mit Elan.

Das nannte sie aber auch wiederum Lebensplanung, das ist etwas was einem Kraft und Mut gibt.

Mutig war sie eigentlich immer, so kannte ich sie- zuletzt auf Fehmarn im Jahre 1970.

Dort erzählte sie mir von ihrer geplanten Hochzeit, die eigentlich ganz anders werden sollte.

Die war nicht antibürgerlich sondern passte nur nicht in ein Klischee.

Man heiratete, wie eine Pflichtübung im Amt und begab sich per Zug durch die Schweizer Alpenwelt.

Eigentlich der Traum von uns allen, aber sie sagte: Bereits auf dieser Reise habe sie sich gefragt „was folgt danach?“

Danach war zunächst ihr beruflicher Einstieg und der glückte ihr besser als vermutet, nur wie habe man gewohnt?

Gewohnt im Haus ihrer Schwiegereltern, die eigentlich nie Zuhause waren – dort für eine Weile.

Kontakt zu ihren Schwiegereltern der habe zwar stattgefunden, doch denen sei sie viel zu links in ihren Ansichten gewesen.

Sie hatte in eine erzkonservative Familie geheiratet, auf welcher Seite ihr Ehemann auch immer stand, der stand meistens dazwischen.

Die Rettung sei ihre Schwangerschaft gewesen, da sei sie ausgezogen- ihre eigene Wohnung sei ihr Domizil geworden und ihr Mann wäre etwas später gefolgt.

Nur habe sie zu spät gemerkt, dass er gar nicht im Mietsvertrag stand.

Bis das Kind fast 2 Jahre alt war, habe das funktioniert, dann aber passierte sehr viel.

Komischerweise habe sie einen neuen Arbeitsvertrag bekommen, den wie auch immer nach Schweizer Recht auch der Ehemann zustimmen muss.

Der wiederum habe das nicht nur verzögert sondern konnte sich mit der neuen Rolle eines geringer verdienenden Stationsarztes nicht abfinden.

Das wäre die Zeit gewesen, in der sie ihren jungen Ehemann von der anderen Seite habe kennengelernt.

Ich erinnerte mich, einen Brief erhielt ich mal von ihr, der steckte eigentlich für mich voller Träume,denn sie sprach etwas über einen Hauskauf in Berlin.

Eins wurde ihr auch klar, der Vater des Kindes war immer weniger Zuhause, der 7. Sinn brachte sie auf die Spur- ihr Mann hatte noch ein Verhältnis mit seiner Jugendliebe.

Das Ergebnis war die vollzogene Scheidung, das war die Jetztzeit.

Mittlerweile wohnte einige Kilometer weiter ihre Mutter, die war allerdings auch keine Stütze mehr sondern war auf dem Weg ein Pflegefall zu werden.

„Das Leben ginge allerdings weiter“ nach der Devise lebte sie nun und ihren Bekanntenkreis habe sie reduziert.

Das Kind braucht die sozialen Kontakte, klar aber Herr und Frau Eigenheim im Lehramt von Nebenan hätten noch 20 Jahre um ihren Kredit abzutragen.

Links und frei sein bedeutet auch etwas auszuprobieren, im hier biederen SPD Ortsverein habe sie es vor lauter Statutenfragen nicht mehr ausgehalten, mittlerweile sei sie aktiv in der Frauenrunde der Kirchengemeinde.

Ich hatte die Ehre einige Tage später das Lehrerehepaar und die Kirchenfrauen kennenzulernen.

Danach erfuhr ich etwas von ihren Träumen, diese Arbeit die jetzt ihr Leben ausfüllte wäre nur eine Epoche.

Für ihre Tochter sei die Urspringsschule in einigen Jahren das richtige und dann möchte sie ganz etwas anderes machen.

Eine Studienfreundin von damals sei in Brüssel, Brüssel wäre der Aufbruch in eine andere Welt- raus aus diesem Biedermeier.

„Biedermeier pur und die Hochzeit mit einem Kleinbürger“ das war die Krönung, zum Schluss des Abend erfuhr ich noch, der Vater zahlte zwar für das Kind zeigte aber kein weiteres Interesse.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 15. Juni 2016 um 01:56 Uhr  

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