Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Neuigkeiten Teil 102 "die Weichenstellung"

Teil 102 "die Weichenstellung"

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Das Jahr 1974 begann für mich mit einem persönlichen Fazit, denn es waren mir nicht nur Zweifel gekommen- ob dieser Weg für mich der richtige war.

Das Weihnachtsfest sowie die Tage zwischen den Jahren verbrachte ich mal wieder im Elternhaus, was eigentlich meiner Ruhe gelten sollte- wühlte mich allerdings immer wieder auf, denn es ging stets um meine Zukunft.

Es wurde mir bewusst, so wie es mir derzeit finanziell ging wird nicht von Dauer sein.

Zudem fehlte mir der Gesprächspartner, bei aller Zuneigung zu meinen alten Herrn in diesem Fall war er es nicht.

Meine über Jahre von mir geschätzte Cousine hatte mittlerweile ganz andere Probleme, in ihren Briefen machte sich ein Unheil bemerkbar.

In Berlin wurde mir meine Situation bewusst, denn bei allen Betriebsfeiern vor Weihnachten, war jene innerhalb der Redaktion eine die mir in Erinnerung blieb.

Hier wollte man den ganzen Laden innerhalb von 18 Monaten umkrempeln, das Lektorat sollte ausgelagert werden, die verbliebenen Festangestellten sollten in ein neues Arbeitsverhältnis überführt werden und die verbliebenen Kräfte sollten ein Themenpool schaffen.

Das Wort „Themenpool“ machte eine solche Runde und bedeutete einfach, wir besetzten eine Richtung und bauten auf wenige die etwas lieferten, blieben aber dabei mit unseren eigenen Arbeiten flach.

Was das eigentlich sein sollte, erzählte man mir kurz nach Neujahr am Telefon- für mich war es verständlich- das Ziel lautete mit wenig Aufwand zum Wiederverwender werden.

Das war eigentlich nicht mein Ziel, andererseits baute man dort auf mich, denn in ich war noch innerhalb einer Nische platziert- noch machte man den Umbruch manuell.

Das war die eine Ausrichtung, die eigentlich entscheidende war die Zeit bis zur Prüfung.

Ich war überall innerhalb des Zeitfensters geblieben, bisher lief alles für mich- eigentlich hätte nun andere auf mich zukommen müssen.

Trotzdem spielt man den Ball immer wieder dem Schwächeren zu und das sind jene die in die Prüfungen gehen.

Die Voraussetzungen dafür hatten wir geschafft, es ging um das Verfahren, dafür gab es wiederum Termine.

Im Betrieb war das etwas anders, zunächst ging es in Etatbesprechungen- etwas langweiligeres gibt es nicht- denn bevor die Teilnehmer in die entscheidende Phase kommen findet das Schaulaufen jener statt, die meinen wie wichtig sie sind und dazu diese Mittel benötigen.

Ich musste es erleben, bevor man startet muss der Etat genehmigt sein- damit lässt sich die angezogene Handbremse zu Beginn eines Jahres stets erklären, zudem bemerkte ich noch etwas Gravierendes.

Derjenige, der im Vorjahr mit seinem Etat sparsam wirtschaftete, konnte seine ersparten Positionen nicht mit ins kommende Geschäftsjahr übernehmen, Sparsamkeit wird somit bestraft.

Innerhalb dieser Runde fiel mitunter die Äußerung, „weshalb hast du die Positionen nicht abgerufen?“- für mich war das genau dieses Problem zwischen dem Recht hier und der Gerechtigkeit dort.

Der Sparsame musste sich rechtfertigen, für mich stand damit einiges auf dem Kopf. Machte aber nichts, man musste sich an solche Diskussionen gewöhnen.

Dabei verdichtete sich etwas bei mir, es waren einerseits nicht nur die Verfahren sondern auch das was nach der Prüfung folgen sollte.

An einem Abend sehnte ich mich nach dem Rettungsring, ich rief Balka an – ob der das alles interessierte oder nicht- ich benötigte einen Rettungsring.

Die wusste den, meine fast vergessene medizinische Abteilung aus der alten WG habe all das bereits hinter sich gebracht.

Den Kontakt musste ich herstellen, nichts war leichter als das, ich besaß ja die eigene Dusche und im Haus befanden sich die Waschmaschinen.

Es war so, mehrere Male stets des Montags zu Abend pilgerten zu mir zwei junge und gut aussehende Medizinerinnen mit ihrem Wäschesack zum gemeinsamen Abend.

Man macht was man kann, Bratkartoffeln mit Salat und Weißwein, natürlich die Fragen.

Mir legte man nahe auf beide Seiten zu setzen, das bezeichnete man auf Einschleusen.

Einschleusen sei eigentlich das A und O innerhalb der Zeit vor der Prüfung.

Was das eigentliche Verfahren betraf, entwickelten wir einen Plan: In den ersten beiden Fachprüfungen standen meine Chancen auch ohne größeren Zeitaufwand hervorragend, was man von der 3. Einzelprüfung nicht gerade sagen konnte.

Da sollte ich einfach durch, zeige das Ergebnis eine Abweichung führte dies unmittelbar zu einer folgenden Gesamtprüfung und die wäre doch wiederum zu mehr als 70% nicht das Problem.

Darauf ließ sich bauen – in den kommenden Wochen verdichtete sich das, was allerdings auf die Tagesordnung kam, war ein Gespräch mit einem Dozenten und der wiederum hatte meinen Plan durchschaut.

Ich nannte das Trainingsunfall und gelobte Besserung, hatte aber weitere Termine bekommen u.a. mündliche Prüfung und öffentliche Verteidigung.

Das wurde ein Abend, ich erzählte das den Medizinerinnen, die hatten den Entschluss gefasst mich dazu einzukleiden.

Nicht nur das, sondern in dieser Verkleidung schleppten man mich noch ins Studio zum Fotografen, min. 50 Bewerbungsfoto mussten es sein.

Ich bekam noch einen sehr guten Hinweis, jene Kollegen zu der öffentlichen Verteidigung einzuladen zu denen ich Vertrauen entwickelt hätte.

Im Betrieb gelang mir das sofort und der Kollege war wiederum begeistert von meiner Einladung, in der Redaktion besprach ich das mit dem Chef und für den galt sein Terminkalender – sagte mir aber die Teilnahme seiner rechten Hand zu und das war wiederum die Dame über die eigentlich alles lief.

Bei den Medizinerinnen war es der Dienstplan, eigentlich wollten beide mich in der Rolle meines Lebens sehen, ich war froh dass eine von beiden erschien.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 20. April 2016 um 01:52 Uhr  

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 335
Beiträge : 5735
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 14096121

Verwandte Beiträge