Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Neuigkeiten Hat die SPD ein Image-Problem?

Hat die SPD ein Image-Problem?

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Berlin: Eine unveröffentliche Studie von TNS Infratest führt zur üblichen Besorgnis in der Parteispitze.

In der Süddeutschen wurde eine bisher unveröffentlichte Umfrage des so genannten „Hausinstitutes“ der SPD, TNS Infratest zitiert, in welcher der Partei bescheinigt wird, sie könne ihr eigentliches Kernklientel, Beschäftigte zwischen 25 und 45 Jahren, nicht mehr für sich aktivieren.

Keine ganz neue Feststellung möchte man meinen.

Der Imageschaden durch die Hartz-Reformen soll in dem Gutachten auch als einer der Gründe für das schlechte Image der Partei genannt sein.

Ein „gefühltes Desinteresse an der Lebenswirklichkeit der arbeitenden Mitte“ könnte möglicherweise direktes Ergebnis einer mangelnden Glaubwürdigkeit der Sozialdemokraten genau in dieser Wählergruppe sein, mit der sich die Studie beschäftigt hat.

Die Beschäftigten zwischen 25 und 45 befinden sich nämlich im Existenzkampf. Die Arbeitswelt hat unter der Regierung Schröder nicht gewonnen, sondern verloren.

Das spüren die Leute täglich. Mehr Jobs ja, die hat es gegeben, schlechtere Jobs auch und vor allem drastisch verschlechterte Arbeitnehmerrechte.

Man muss also nicht viel rätseln, um zu verstehen, dass die SPD trotz Einführung des Mindestlohnes und der Rente mit 63 nicht aus ihrem Tief herausgekommen ist und nach wie vor in Umfragen bei etwa 25% dümpelt.

Ob man dies nun als Image-Problem bezeichnen will oder nicht. Zu Grunde liegt der Schrumpfung der Partei ein strukturelles Problem.

Sie wirbt für sich mit dem linken Flügel, regiert aber überwiegend rechts.

Das haben offensichtlich auch die umworbenen Wählergruppen mitbekommen, dass man gerade im Kernbereich der Arbeitnehmerrechte mit der SPD verraten und verkauft war.

Ob das durch eine Image-Offensive zu glätten ist, darf bezweifelt werden.

Der Bruch der Partei in der ersten Dekade und die Entstehung einer starken Oppositionskraft am linken Flügel war ja kein Zufall, sondern das Ergebnis der neoliberalen Politik der Sozialdemokraten.

Wenn die Wählergruppe der „arbeitenden Mitte“ jetzt über die SPD hinweggeht, kann das eine Zustimmung zur neoliberalen Politik sein, wobei man dann gleich zur Union geht oder eine Ablehnung, die dann zur Wahl von anderen Parteien des linken Spektrums führt, egal ob dies programmatisch gerechtfertigt ist, oder nicht.

Die Tragik der Situation, wenn man überhaupt von Tragik sprechen will, besteht allerdings darin, dass sozialdemokratische Werte in unserer Gesellschaft eigentlich fest verankert sind.

Sie kommen nur nicht mehr zum Zuge eben auch nicht durch die SPD.

Von einer Atmosphäre gesamtgesellschaftlicher Solidarität gehen ja viele Menschen gar nicht mehr aus.

Der Riss durch die Gesellschaft geht dementsprechend ganz besonders durch die SPD.

Vielleicht verlangen ja die Leute zu viel von der SPD, aber vielleicht verlangt man auch zu viel von den Leuten?

Unter Extrembedingungen buckeln und dann noch dankbar die SPD wählen, das geht eben nicht.

Parteitaktische Manöver und betonte Abgrenzungen zur Union helfen da nicht weiter.

Wenn sich die Partei programmatisch nicht weiter nach links bewegt, wird sie mit ihren altgedienten Genossen und Parteisoldaten irgendwann aussterben.

Denn was die Sozialdemokraten immer gerne verkennen ist eine verbreitete Einstellung im näheren und weiteren Umfeld der Sozialdemokratie, welche die SPD betrifft:

Von der SPD erwartet man kein „weiter so“, von der SPD erwartet man echte Alternativen!

Dazu ist die heutige Partei nicht mehr in der Lage und damit hat sie ihr „Markenziel“ meilenweit verfehlt.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 09. März 2015 um 04:15 Uhr  

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 335
Beiträge : 5748
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 14211173

Verwandte Beiträge