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Start Neuigkeiten Teil 65 " Ferienlager unweit von Rattenberg am Inn"

Teil 65 " Ferienlager unweit von Rattenberg am Inn"

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Meine ersten Tage im Kinderferien- Bauernhof waren ausgefüllt mit Arbeit, nicht mit den Kindern sondern für die Kinder.

Man hatte mich bereits erwartet, am ersten Tag galt es die 4 Schlafräume der Kinder zu reinigen und die Betten zu beziehen.

Mein Partner war mein Zimmernachbar, wir machten durch und fragten nicht wo eigentlich die Kinder waren.

Das Mittagessen fand ohne uns statt, gegen 16 Uhr waren wir soweit fertig, wir übernahmen die Betreuung der Gruppen und lösten beide Kolleginnen ab.

Die besser die Betten beziehen konnten als wir, endlich saß ich zu Tisch und sah die anderen Gruppen.

Wir hatten also 4 Kindergruppen im Alter bis zu 13 Jahren und ich davon die Gruppe der kleineren Jungs.

Im Nebenhaus was durch eine Wiese getrennt war, wurde gespeist und hier waren 2 andere Gruppen untergebracht.

Meinen großen Juso und Leiter dieses Unternehmens lernte ich am Abend nur kurz kennen, denn die Zeit drängte.

Am Abend sollten noch die Kinder geduscht werden, man hatte auch diesen Termin verschoben weil man sich nach dem krankheitsbedingten Ausfall eines Betreuers eines Notfallplanes bedienen musste.

Es war so wie es kommen musste, denn der wiederum steckte seine Frau an und beide traten nach einigen Tagen ihre Heimreise an.

Man untersuchte vorsichtshalber alle Kinder und Betreuer, entschloss sich dann das Ferienlager weiter zuführen.

Das war der Grund warum ich eigentlich hier vor Ort war, diese junge Kollegin die ich früh am Morgen traf, hatte man im Zillertal dazu motivieren können.

Das Betreuerteam war also neu zusammengesetzt worden, interessant war allerdings dabei außer uns waren noch 4 weitere in Funktion dort.

Zunächst der Leiter, unser große Juso mit Frau, die wiederum die Buchführung und die Planung machte.

Dazu kamen 2 Familien mit behinderten Kindern, die hatten aber zudem 2 Töchter, die stets da waren, wenn wir ihre Hilfe benötigten und die in der ersten Phase der Erkrankung des Betreuers eine hervorragende Arbeit mit den Kindern gemacht hatten.

Den beiden Familien stand eine Familienhelferin zu Verfügung, all diese wohnten im Neubau.

Den gegenüberliegenden Altbau, das eigentliche Bauernhaus bewohnten die Kinder.

Daher aber im Laufe der Jahre nicht mehr so viele Kinder in diese Art von Sommerferien geschickt wurden, hatte man aus wirtschaftlichen Gründen in die leeren Zimmer verdiente und ältere AWO Mitgliedern einen preiswerten Urlaub angeboten.

Es könnten 3 oder 4 ältere Ehepaare gewesen sein, die hier mit ihren Privat- Autos angereist waren, für all diese Gruppen stand noch unser AWO Wanderwart zur Verfügung.

Also war das Personal auf 2 Ebenen zu jeweils 4 Personen vorhanden, zudem übernachteten die älteren Urlauber im Altbau zusammen mit den Kindern.

Wer sich das ausgedacht hatte, dem wollte ich schon am ersten Abend einen Orden überreichen. Wir mussten also zu 4.

Innerhalb von weniger als 2 Stunden am Abend mehr als 30 Kinder duschen und zu Bett bringen.

Es gab dazu nur eine verfügbare Dusche mit Warm- und Kaltwasser, unter der Leitung unserer erfahrenen Kollegin bildeten wir eine Kette. In dieser wiederum hatte ein Jeder seine Funktion mit den Kindern.

Die entkleideten sich und wurden abgesucht nach Insektenstichen sowie nach Sonnenbrand und Brennnessel Ausschlag, erst danach kamen die zur Duschkabine.

Zunächst war das meine Funktion, in Badehose die kleineren Kinder die Angst vor der Dusche nehmen und ihnen trotzdem das Shampoo gönnen, danach ging es zum Abtrocknen und zurück ins Zimmer.

Schon nach der 2. Gruppe beschwerten sich ein paar ältere Zeitgenossen, ihnen war es zu laut.

Bei den größeren Jungen funktionierte das wiederum bestens, die konnten selbst duschen und ich reichte ihnen nur das Handtuch.

Nur als die größeren Mädchen an die Reihen kamen, wollte ich nicht mehr. „Marlies“ rief ich,“ jetzt ist die Dusche deine.“

Das verstand auch die, nur das Problem war ihr fehlte der Badeanzug, an dem Bad duschte sie Mädchen in meiner Badehose.

Erst nach 22 Uhr half mir mein Zimmergenosse meinen Koffer auspacken. Fast jeder Tag in der ersten Woche verlief so, man hatte einiges angestaut.

Bei der Untersuchung der Kinder war auch unsere Obrigkeit zugegen, da erfuhr ich, eigentlich hätten die Kinder schon längst die Postkarte nach Hause schicken müssen.

Dafür ging ich nicht mit zu Tisch sondern in die kleine Stadt und kaufte mehr Ansichtskarten als Kinder, weil sie sich mal verschreiben und die benötigten Briefmarken.

Am Nachmittag sollte es zu Fluss gehen, die Großen wollten mit den Füßen ins Wasser und die kleineren Kinder Fluss steine sammeln.

Dazu musste man den Wanderwart bewegen und ihn dazu überzeugen, so dass die Altengruppe auch mitging.

Der Abend war wieder gerettet durch das Ansichtskarten schreiben, ich benötigte zunächst die Adressen der Eltern und dann die Frage, schreibe ich die Adressen und den Text die Kinder?

Was sollten die Kinder schreiben und konnten sie alle schreiben?

Am Abend warf ich alle Karten in den Briefkasten, es war wieder einmal nach 22 Uhr geworden.

Es herrschte Ruhe im Haus, denn stets hatte einer von uns vier noch eine halbe Stunde Flurdienst.

Wenn auch die Kinder mal eine Kissenschlacht machten, das gehörte dazu und man griff nur ein – wenn jemand schrie.

Den Flurdienst machte an jenem Abend unsere ältere Kollegin, die uns eigentlich als Betreuer leitete und die sagte mir gleich: „Einer von den Alten hat dich weggehen sehen und das der Leitung gemeldet, gleich erscheint noch Werner.“

Der kam mir gerade recht, denn ich tat nur meine Pflicht als er kam hatten wir uns bereits mehr zu sagen.

Daher wir keine Wortgefechte im Haus führen wollten, gingen wir zu Dritt durch den kleinen Ort.

Mein sog. Entfernen war lachhaft, unsere Leiterin hatte ein ganz anderes Problem festgestellt.

Die festen Schuhe der Kinder waren feucht und zudem riefen die Socken nach einer Wäsche und etliche müsste man stopfen bevor man sie weitertragen könnte.

Gute Nacht, sagte ich mir- und zog mich gegen 23 Uhr zurück.

Mein Mitstreiter erwartete mich bereits, wir tranken das erste Bier gemeinsam am Fenster und hatten noch nie bis jetzt ein privates Wort über uns gesprochen.

Unser Wecker allerdings der klingelte wieder am frühen Morgen um 6 Uhr.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 16. August 2015 um 02:55 Uhr  

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