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Teil 60 "Im Lauf der Zeit"

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Im letzten Artikel rückten Menschen, die mir begegneten wieder in den Vordergrund meiner Betrachtungen.

Allein kann man diese Zeit zwischen den Jahren 1965 und 1970 als jene bezeichnen in denen die Menschlichkeit wiederentdeckt wurde.

Interessant ist dabei die allgemeine gesellschaftliche Lage, die Bundesrepublik Deutschland war dabei ihre Spießigkeit abzulegen.

Das war wiederum ein langer Prozess, andererseits sah man 25 Jahre nach dem Kriegsende distanzierte man Deutschlands Rolle und begann mit einer Aufarbeitung der eigenen Geschichte.

Nichts desto trotz, der Riss durch meine Familie ließ sich nicht kitten, der eigentliche Grund warum manche noch Kontakt zueinander hielten war von rein materieller Art.

Menschen die ich begegnete und mit denen ich einmal befreundet war wandelten sich auch, in dieser Epoche prägten die relativ starken Geburtenjahrgänge ab 1950 das Straßenbild unserer Innenstädte und die waren mittlerweile fast 20 Jahre alt und unterschieden sich gewaltig in ihren Ansichten und ihrem Interesse von jenen die 10 Jahre älter waren.

Unterschwellig begann ein Generationenkonflikt, zwar nicht primär um die soziale Teilnahme sondern um die Freiheit innerhalb einer Demokratie.

Um das wiederum zu verstehen, komme ich noch einmal auf unser Plenum zurück, die Geschichte des Plenums im Studentenheim geht zurück bis ins Jahr 1966.

Es war die Folge des deutlich werdenden Bildungsnotstandes, ein Konter war die Studentische Selbstverwaltung.

Vorab gesagt auch die betätigten sich gewinnorientiert, denn einer war für den anderen da. Zunächst staffelte man die Benutzung Gebühren, wer zusätzlich einen Job hatte musste etwas mehr bezahlen.

Das war der Einstieg die Geschlechtertrennung aufzuheben, wahrhaftig gingen junge Studentinnen ab 1965 in neue Fachrichtungen, mancher techn. Zweig musste sich erst einmal damit abfinden.

Hier standen die Frauen ihrem Mann und spielten die eigentliche Vorreiterrolle in einer Demokratie von unten.

Ich kann mich noch heute an eine Gruppenarbeit erinnern, wo in der Gruppe von 6 Mitgliedern 4 junge Frauen waren und diese Frauen spornten uns an.

Wenn eine junge Studentin deine Notizen korrigieren muss, strengt man sich mehr an und zudem blieben wir im Zeitplan.

Da gab es Regeln, die befolgten wir ab 22 Uhr durfte niemand mehr an der Schreibmaschine sitzen, da war die Normschrift von Hand gefragt.

Schluss war dann, wenn das Ende erreicht war- und wer zusammen arbeitete, der übernachtete auch in einem Zimmer.

Manche Studenten hätten da zum Bier gegriffen, Frauen schalten in der Regel anders ab und das war wiederum interessant und die sind des Morgens fit- denn sie sind willensstark.

Wie willensstark nun Frauen waren, das sah ich stets an meiner Cousine, die hatte den Vorteil Jahrgang 1944 zu sein- das war ein verhältnismäßig schwacher Jahrgang und es waren nur wenige junge Frauen die aus diesem Jahrgang ins Studium gingen.

Willensstark waren allerdings auch all die anderen Mitstreiter im Leben, die ich im 1. Teil meines Praktikums erlebte.

Ihr Wille allerdings war konzentriert auf ihre kleine Welt, manchen fehlte der Mut seinen Willen auf die Bildung zu verlagern, etwas was sich später im Leben für manchen rächte.

Wiederum andere die ich auch im Betrieb kennenlernte und bereits älter als 30 Jahre waren hatten allerdings auch kaum die Chance auf weitere Bildung.

Der Vorkalkulator war eine von diesen Ausnahmen, vielleicht zählte er 35 Jahre, er hatte einen Fernlehrgang wahrhaftig erfolgreich beendet.

Der Großteil allerdings von allen in den Betrieben jener Zeit sah die Schulbank zuletzt in der Berufsschule, was es allerdings bereits gab waren Fachzeitschriften, die dann immer wieder nur die Falschen lasen.

Im Endeffekt benötigte dieses Wirtschaftssystem die Schwachen, damit die wenigen oben sich sonnen konnten.

Überträgt man das, so kann man ab 1966 durchaus hier ganz unten in der Hierarchie die Gastarbeiter ansiedeln, wirtschaftspolitisch kann man heute durchaus sagen, die benötigte man in der Bundesrepublik ab dem 13. August 1961 als West- Berlin abgeschnitten wurde.

Ich erwähnte bereits zuvor in dem Artikel, in den Betrieben war man aufgestellt Flüchtlinge und Vertriebene aufzunehmen und dafür sorgten auch Städte und Gemeinden, im Falle der Gastarbeiter sah die Situation allerdings ganz anders aus.

Ich fand damals schon den Vergleich, für etliche Rückwärtsgewandte waren die Gastarbeiter die Fremdarbeiter der Bundesrepublik und man behandelte sie auch so.

Ebenso verhielten sich eine Vielzahl von Zeitgenossen in den Kleinstädten gegenüber den Studenten, man setzte sie auf eine negative Gedankenliste und auch das erlebte ich, gerade nach der Situation wo ich durch den Flaschenhals kam und ich etwas erfüllt hatte.

Das galt nicht, ich war nicht Jener der Geld mit seinen Händen verdiente, diese gesellschaftliche Distanz wurde immer noch nicht überbrückt, ich wagte es nicht denen zu sagen, auch das hat sich finanziell für mich gelohnt.

Ich werde niemals behaupten, dass ich mich isoliert fühlte- im Gegenteil mittlerweile hatte ich einen neuen Freundeskreis im Heimatort gefunden.

Dieser bestand aus der Bündelung der Interessen, man bemerkt sofort auf welcher Linie bewegt sich dein Gegenüber und es entwickelten sich Freundschaften.

Man traf sich und kam zum Thema, entweder war es in einer Kneipe oder im Hallenbad wo mich ein Freund ansprach mal mit zu der JUSO AG zu kommen.

Das war der erste Schritt, nur wussten die bereits als ich die Schwelle nahm, das ist ein SHBer.

Sagen wir es anders herum, der SHB lag teilweise nicht auf der Linie der SPD, die JUSOS allerdings waren in der Zeit vor dem Münchener Bundeskongress eine brave Nachwuchsorganisation der Gesamtpartei, die wiederum trotz oder mittels Godesberg unter Willy Brandt nach links rückte.

Ich hatte also das Glück an diesen entscheidenden Grundsatzdiskussionen vor Ort dabei sein zu dürfen, allerdings wagten sich wiederum andere nicht mir ein Parteiaufnahme Formular zu geben, vielleicht hätte ich es auch damals gar nicht haben wollen.

Für die blieb ich immer der gern gesehene Gast des SHBs, daran wollte ich auch nichts ändern.

Interessant waren für mich auch hier die Menschen, wie sie an Themen der Zeit sich heran wagten.

Es waren ein paar die mir sofort auffielen, für die galt die eigene Meinung etwas und ein ganz besonderer war der „Große Uli“, mit ihm konnte man stundenlang sich unterhalten.

Uli machte nachher die Karriere in der Partei, Uli war der Bundesparteitagsdelegierte und befreundete sich mit Heinz Kühn an.

Leider verstarb Uli viel zu früh, leider kam ein anderer im Unterbezirk Westliches Westfalen an die Spitze.

Mich forderte man auch und das wurde interessant, einer der JUSOS kandidierte für den Stadtrat und machte einen typischen Häuserwahlkampf und der bat mich um Unterstützung.

Ich erlebte also meinen ersten Häuserwahlkampf in dem Jahr wo ich noch nicht in der Partei war und er gewann ihn.

Darüber hinaus fand ich in den ersten Monaten dort noch den Kontakt zu zwei Jusos, die eine weitere Rolle in meinem Leben spielen sollten.

Zunächst traf ich beim Jazz einige wieder, dann saßen wir bei einem zusammen, der uns aus seinem Leben erzählte.

Er war erst 5 Jahre in der Bundesrepublik und kam aus Wladiwostok, wenn das kein Thema war?

Bekanntschaft machte ich zunächst mit einem Sozialarbeiter, der wiederum kam vielleicht noch weniger zu den Treffen der Jusos als ich, nur wenn er dort war- bereicherte sich die Diskussion.

Der wurde wohlweißlich zu meinem Gesprächspartner im eigenen Interesse, es ging nämlich um mich und meine unmittelbare Zukunft.

Nach dem ersten Gespräch meinte er, da bist du nicht der Erste der bei der AWO anklopft, bringe mir mal die Vorgaben ins Büro.

Danach nahm es seinen Lauf, man nahm mich als Praktikant und im eigentlichen Gespräch ging es nur um den Besitz des Führerscheines sowie der Ersten Hilfe Ausbildung.

Zudem knüpfte ich einen Kontakt zu einem Mädchen, die fiel mir in einer Diskussion auf – in der es um Bebauungen in der Innenstadt ging, sie arbeitete bei einem Architekten und war eine begeisterte Anhängerin des Bauhausstils.

Sie wohnte allerdings 3 Berge und 3 Täler weiter, das regelte ich auf besondere Art.

Nach dem Motto, wer meinen Lloyd anschiebt kann- den fahre ich auch nach Hause.

Das Ding war mittlerweile in die Jahre gekommen, dem Ding war ich zum Dank verpflichtet er war mir fast 4 Jahre treu und sollte noch 2 Jahre mich begleiten.

Nur verfügte ich noch nicht über die Zeit und das nötige Geld ihn vor dem TÜV richten zu lassen.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 10. August 2015 um 03:05 Uhr  

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