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Teil 55 "Die junge Bundesrepublik"

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In jenen Jahren zwischen 1967 und 1972 hatten in der jungen Bundesrepublik etliche Zeitgenossen ein solches Ding an ihrer Klatsche, dass man es heute kaum noch vermitteln mag.

Das westliche Nachkriegsdeutschland war gedanklich in der Gesellschaft so weit nach rechts gewandert, dass alles andere bereits als Kommunismus gewertet wurde, man fühlte sich wohl hinter einer Wand voller Gesetze- die man wiederum kaum kannte.

Das beste Beispiel dazu lieferte der CSU Innenminister Hermann Höcherl, der gar nicht wusste wo seine Ausgabe des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland gerade lag.

Der biedere bayrische Höcherl war gewiss kein Einzelfall, man erlebte den Höhepunkt der westdeutschen Kleingeister und vorrangig geistigen Laubenpieper.

Die nicht gewillt waren die Demokratie zu beleben, die gewohnt waren zu arbeiten und in Leben zwischen Arbeit und Schlafstätte zu verbringen, dessen Werte nur der Konsum war.

Westdeutschland war überwiegend das Volk der Neckermann- Verbraucher, man bestellte Wohlstand per Katalog und stotterte den Wohlstand ab.

Es war die Blütezeit einer vollkommen gedankenlosen Gesellschaft, die sich mitunter führen ließ von ehemaligen Nazis und die wiederum witterten Morgenluft.

Im Zuge des Duftes der großen weiten Welt formierte sich nicht das klassische weltoffene und liberale Bürgertum sondern der Trend zur sog. Mittelschicht der Konsumenten.

Über den Konsum konnte man die Gesellschaft erreichen und einteilen, in der der Reichtum nach wie vor nur in wenigen Händen lag und wo eigentlich die Bildung nach wie vor Fehlanzeige war.

In einer solchen Gesellschaft in eine Offensive gehen und das Immaterielle als Gegenpol zum Materiellen herausstellen bedeutet für Spießbürger bereits die Revolution.

Man musste also etwas fordern, was Klein Hedwig in Kleinkleckersdorf gar nicht kannte, Bildung als die Chance des Lebens anzusehen ist bereits dann gescheitert, wenn man diese Informationen nicht weitergibt.

Ab dem Jahr 1961 und das heißt mit der Strauß- Affäre um den Spiegel- Verlag begann erst in der Bundesrepublik der Start in ein unabhängiges Informationswerk.

Es dauerte wiederum einige Jahre bis andere Medien intern aufräumten und sich von ihrer starren vorgegebenen Meinungsmache befreiten und das galt insbesondere für das Deutsche Fernsehen.

Hätte man diese offene Meinungsvielfalt einige Jahre zuvor gehabt, wären manche erforderlichen Reformen in dieser Republik schneller und besser vollzogen worden.

Im Jahr 1968 wehte wahrhaftig noch unter den Talaren der Mief von tausend Jahren.

Wer konnte von denen Besitztums Bewahrern den Bildungsnotstand erkennen, die machten weiter wie bisher und dachten nicht an Reformen.

Jede Reform hat nur dann einen Sinn wenn sie sich stetig reformiert, ansonsten ist es nämlich nur eine Alternative.

Es waren allerdings in dieser jungen Republik nicht nur die Reformunwilligen sondern dazu gesellte sich das biedere Bürgertum, was ihr bis dahin geführtes bequemes Leben in Gefahr sah.

Es entstand diesbezüglich eine unheimliche Allianz, die stets nur austeilen konnte und nicht gewillt war überhaupt zu zuhören.

Dem anderen Menschen zuhören ist dem Konsumenten fremd, ein Thema was lautete „weg und wisch“. In der Tat bekam er eine gewischt, der Mann der Kurt Georg Kiesinger hieß.

Mitten ins Gesicht von Beate Klarsfeld und das wiederum war keine Radikale sondern nur eine konsequente Frau.

Erst mit der Ohrfeige Kurt Georg Kiesingers fand das Thema, um was es eigentlich ging zurück in diese Gesellschaft.

Für manche Medien wiederum zu schnell, nur ließ die Gesellschaft nicht mehr in schwarz und weiß unterteilen und der Spruch der Ewiggestrigen galt auch nicht mehr: „ Geht doch rüber wenn es euch nicht passt.“- Der Keil passte nun in der unheimlichen Allianz der westdeutschen Konsumenten unter Führung von CDU und CSU.

Man konnte Informationen nicht mehr verbergen, die Presse witterte Morgenluft und wurde frecher und wann erfuhr wer wen steuerte?

Zu einer demokratisch formierten Gesellschaft gehört einfach die Information, eine Information kann sich nur in Freiheit entfalten.

Doch auch diese Entfaltung wurde von den Ewiggestrigen als fremdes Machtwerk angesehen.

Das war einer letzten Köder die jene Allianz der Konsumenten schlucken sollte, von einem fremden Machtwerk gesteuert bezeichnete man ab nun fast alle Demonstranten und an erster Stelle waren das wiederum die Studenten.

Vor der Deutschen Oper in Berlin wurde der Student Benno Ohnesorg von einem Polizisten erschossen, wie sich Jahrzehnte später herausstellte arbeitete der Polizist damals für die Stasi.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 01. August 2015 um 03:06 Uhr  

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