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Start Neuigkeiten Teil 38 "Zwischen Entlohnung und Belohnung"

Teil 38 "Zwischen Entlohnung und Belohnung"

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Im letzten Herbst meiner für mich angenehmen Schulzeit nahm ich eine neue Herausforderung an.

Bereits zuvor wurde mir verständlich, dass manche erstellte Arbeit zwar entlohnt wurde aber der Arbeiter wird kaum dafür belohnt.

Die gerechte Entlohnung sollte eigentlich Normalität sein, die Belohnung aber kann zur Profilierung dienen.

Mir ging es persönlich eigentlich um beides, zunächst war diese Herausforderung mit harter Arbeit verbunden.

Das ganze Spektrum war entstanden durch den Drang anderer innerhalb der Familie, da setzten sich jene Kräfte durch, die den unmittelbaren Geldtransfer wollten.

Verpachten oder verkaufen, das wiederum konnte ich gar nicht beeinflussen, weil ich nur ein kleines Rad im Getriebe war.

Jedenfalls bedeutete das wiederum eine Lagerräumung, dazu sagte ich erst einmal ja, was wir aber dabei entdecken ließ meinem Großonkel frohlocken.

Es waren nicht nur Modelle, sondern dazu all die Unterlagen und die Dokumentationen.

Von circa 70 Holzmodellen waren 60 verfügbar und nur 10 gehörten dem Auftraggeber.

Die Auftraggeber ließen sich noch ermitteln, das waren Privatpersonen und teilweise öffentliche Einrichtungen.

Dabei entstand die Idee, rechtlich gehörten die eingelagerten Modelle uns nicht, solange sie aber hier lagerten wollten mir sie dokumentieren und katalogisieren.

Dabei fiel für mich das erste Mal das Wort der „Profilierung“, man meinte zwar mehr das Projekt ich bezog das allerdings auf mich.

Was folgte war eigentlich bereits über meiner versprochenen Entlohnung, ich traute mir also bereits mehr zu.

Bevor die Exemplare verschwanden und für uns nicht mehr verfügbar waren, wollten wir etwas davon für die Allgemeinheit retten.

Es wurde ziemlich interessant, denn es entstand ein Vorgehensschema, wir fotografierten die Holzmodelle und adressierten diese, unter dieser Adresse fand man mehr, man fand den sog. Lebenslauf.

In den 20. Jahren des vergangenen Jahrhunderts arbeitete man bereits mit Kommissionskarten.

Jeder der ein Auftragswerk erstellte hatte einen Auftraggeber, das war wiederum interessant.

Mir fielen dabei die Düsseldorfer Helios Werke auf, was die mit diesen Guss- Teilen wollten und in welchem Tempel der Macht und des Lichts sich sie wieder fanden.

Zudem fanden wir die ersten Skizzen wieder, das Papiermodell und das Pflichtenheft zum Holzmodell.

Jedes Holzmodell hatte sein eigenes Guss Buch, manches war nur 1 x abgegossen worden.

Das Ganze galt es zu erfassen und die externen Fachleute machten die Modellanalyse, die bedarf das Holz und den Zustand, Wie ich soweit war, wusste ich das wird interessant und nun gibt es kein zurück mehr.

Warum sollte ich auch, es war nämlich immer mein Traum innerhalb einer Arbeit zu wachsen und dieser Katalog forderte den Tätigkeitsplan heraus.

Das wollte ich mir nicht nehmen lassen, wahrhaftig entstand der Prototyp des Kataloges und die eigentlichen Exemplare wurde verschickt, damit waren die Modelle für uns nicht mehr greifbar.

Eigentlich war ich damit zufrieden, wurde entlohnt und sah alles andere als eine Belohnung an.

Da gab es nun Vitrinen mit Fotos und Dokumentationen und unter diesen stand mein Name, was wollte ich eigentlich mehr?

Eigentlich Garnichts, nur die 60 verbliebenen Modelle sollten in einer Verkaufsausstellung zu Geld gemacht werden und damit sollten sich sog. Profis auf Honorar Basis beschäftigen.

Die hatten allerdings ein leichtes Spiel, denn sie bewegten sich auf meinen Pfaden, fairerweise muss ich aber sagen, die sprachen mich dazu unerwartet an. Was erwidert man darauf?

Zunächst fühlt man sich nämlich geehrt und dann macht man so wie so alles falsch, denn die Regel im Spiel:“ Gauner gegen Gauner“ kennt man nicht und sämtliches Pokern war mir fern.

Falsch- die meldeten sich wieder telefonisch bei mir, meinen Großonkel hätte ich nicht fragen können.

In solchen Situationen rechnete der nämlich wie ein Künstler, nach dem Motto „komme zu dir, kaufe schon mal Schinken und Silvaner.“

Meinen Vater konnte ich auch nicht fragen, denn der war Beamter und die dachten nur nach Dienstanweisungen alles was darüber hinaus ging gehörte sich nicht.

Ich war nun schneller am Ziel mit meiner Profilierung als ich wollte, nach dem 3. Anruf war mir das bereits egal und ich sprach mal so von Mensch zu Mensch.

Das ist falsch und das wusste ich zuvor, man verkauft sich nämlich zu billig und genau das ist jenes was man uns nie beigebracht hat.

Nennt man das einerseits Skrupel oder andererseits Cleverness, ich wollte das gar nicht wissen und erzählte dem Macher meinen Wunsch.

Ich wollte nämlich immer schon einmal mit meiner Freundin pikfein essen gehen ins benachbarte Burgrestaurant, nur beim Lesen der Speisekarte war der Traum ein Alptraum für mich geworden.

Das war es und der fragte und weiter?

Wie weiter dachte ich mir, das Ding sollte er bezahlen und Ende und der fragte nach einem „Weiter“- was nun?

250 DM noch meinte ich und die quittiere ich, der meinte nur, „ das ist alles?“

So war es, ich bekam den ersten Verrechnungsscheck meines Lebens über 250 DM und einen Gutschein zum Verzehr über 100 DM.

Hätte ich das Jemanden erzählt aus der Schulklasse wäre ich zum Spinner erklärt worden, kam noch besser der Großonkel entlohnte meine Arbeit mit 150 DM.

Jetzt wurde mir der Unterschied klar, zwischen Entlohnung und Belohnung- nur wen hätte ich das erzählen sollen?

Ehrlich gesagt, die Ulrike hätte das auch nicht geglaubt, die stammte nämlich aus einem sozialdemokratischen Elternhaus, was rechtschaffend war.

Das ist wiederum unbezahlbar, man vermittelt dort nämlich den Kindern all die immateriellen Werte, die wiederum schätzte ich auch wiederum an meiner Frau, man bleibt also in der linken Familie stets unter sich.

Dieses oben erwähnte Essen auf der Burg sollte in die Tat umgesetzt werden, nur sprengte das alles bisherige, den Wiener Wald mit dem halben Hendl für insgesamt 6, 50 DM.

Es fand trotzdem statt, den Mut dazu hätte ich heute nicht mehr.

Zuvor knatterten wir zu zweit auf dem Motorroller auf und davon, diesmal nicht Schuhe angucken sondern kaufen und nicht Jeans sehen sondern mitnehmen und dann der Buchladen.

Den Brockhaus und das Lexikon 1 bis 3 einfach kaufen, nicht fragen sondern teilen.

Teilen macht Freude, wenn man dann noch Freundschaften hat für die es sich lohnt ist das wahrhaftig schön.

Mit dem Besuch in der Burggaststätte war es ebenso, mit 25 DM mehr hätten wir auch dort übernachten können, taten wir nicht- denn wir waren zu anständig.

Nicht moralisch, das wäre falsch denn wir waren keine Kostverächter, nur auf dem Gutschein stand Verzehr und daran hielten wir uns.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 11. April 2015 um 03:07 Uhr  

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