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Teil 24 "Ein Grund mehr"

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Wenn man den Ausflug in die Historie wagt und sich seiner Kindheit erinnert, stellt man mitunter den Bezug zur Gegenwart her.

Vieles von dem was in der ersten Phase der Bundesrepublik als Grundstein gelegt wurde war weder sozial noch gerecht, sondern diente der Gier nach Konsum.

Stellen wir uns heute die Frage, welche Werte wurden damals erzeugt?

Die Bundesrepublik war nie der Wohlfahrtsstaat auch nicht der Staat der seinen Bürgern die immateriellen Werte zugänglich machte, sondern der Staat einer sich zu formierten Gesellschaft die einer Beschäftigung nachging.

Für den Großteil der Bürger in jenen Jahren wurde ihre Zeit geopfert um an dem Konsum teilzunehmen, damit begann eine Ära.

Eine Ära der Verblendung, nicht in dem negativen Sinne gegenüber der Gesellschaft sondern gegen sich selbst, Mitleid verspürte man nämlich nicht und etliche waren von sich auf einer schmalen Spur überzeugt.

Man verglich sich nämlich nicht mit Bürgern in anderen Staaten und stellte die bundesdeutsche Wirtschaftspolitik nicht in Frage und somit hatten nicht nur die Manager sondern auch die Mitte/Rechts- Regierung ein relativ leichtes Spiel.

Zunächst galt es die Menschen in Arbeit und Brot zu bringen, mitunter mit Methoden die eigentlich bekannt waren.

Heute weiß man es, der Großteil der Arbeiter in jenen Jahren begann sich erst wieder zu organisieren, die Arbeit zählte mehr als die Vergütung.

Nehmen wir diese letzte Aussage als den historischen Bezug, dann versteht man auch die Gedankengänge der Hartz- Kommission.

Beurteilen wir das einmal nicht mittels eines Vergütungswertes sondern folgen der Logik, es galt die Menschen in Arbeit zu bringen.

Doch bereits damals öffnete sich eine Schere, es gibt und gab die privilegierte Arbeit und die wiederum vergütete man ganz anders.

Damals arbeiteten mehr als 75% von allen unterhalb des Durchschnittverdienstes, unser sog. Wirtschaftswunder entstand durch die Arbeit jener in den unteren Lohngruppen.

Da erlaubt sich für einen Autor, der sich mit dem Zeitgeschehen beschäftigt eine Frage, wer verdient heute an der Vielzahl der Minijobs?

Um das historische einmal herauszustellen, mit allen Ecken und Kanten was es damals bedeutete in diese Republik zu starten, sollte man hinterfragen und nicht alles mehr von dem glauben was einem serviert wird.

Wir werden uns in den nächsten Artikeln einige Male wieder mit den Menschen im Alltag beschäftigen müssen, denn der Alltag in diesen Jahren war rau und prägte die Menschen, wobei die Menschen damals eine harte Arbeit gewöhnt waren.

Im Alltag ging es aber nicht nur um die bezahlte Arbeit sondern um das Leben im Alltag, wer weiß noch wie so ein Alltag aussah?

Historisch heißt das, sich mit dem Rhythmus der Zeit näher zu beschäftigen, wie wohnte man und wie sah das Umfeld der Menschen aus?

Welche Wege nahmen Familien ein und konnten manche überhaupt noch in der Familie sich wieder zu Recht finden, was tat der Staat?

Taten damals nicht manche Organisationen mehr als der Staat, wo begann die Macht des Einzelnen und wo endete die Ohnmacht des Staates?

Wer dies immer noch nicht verstanden hat, dem sei gesagt dass in den ersten Nachkriegsjahren 50% der Generation Hitlerjugend sich einen gut bezahlten Job suchte bei den Besatzungsmächten.

Wie groß war der Anteil von jungen und gebildeten Flüchtlingen die einen Ausreiseantrag nach Canada und Australien stellten, für etliche war das Nachkriegsdeutschland eine Transitstation.

Erinnern wir uns, in etlichen Bundesländern war die 8 klassige Volksschule der primäre Schultyp und wie sah es auf dem Land aus?

Die Zwergschule in der die Klassen gemeinsam unterrichtet wurden und welche Perspektiven hatten die Schüler?

Ich frage heute mal , sollten sie überhaupt Perspektiven haben?

Das Gebot der Stunde hieß, die Verlockung des Konsums annehmen und das war ziemlich einfach, denn die Menschen wollten keine Entbehrung mehr, auch damit machten wiederum etliche ihre Geschäfte.

Nicht nur Neckermann, der seinen ersten Katalog in Flüchtlings Unterkünften verteilte sondern auch Schickedanz aus Fürth.

Dann gab es noch einen, der Arbeitsplätze schuf die er später nach Tunesien verlagerte und der seine Anzüge vor den Fabriktoren im Ruhrgebiet per LKW verkaufte, der hieß Alfons Müller- Wipperfürth.

Fragen wir uns dann einmal, was wurde überhaupt gelesen und nicht nur in den Schulen, welche Zeitung berichtete was und woher bekam der kleine Mann seine Information?

Mir fällt nur die „Fox tönende Wochenschau“ ein, was gab es sonst und was kosteten Bücher?

Fragt euch doch einmal selbst, wie oft hab ich mir meine Nase an der Scheibe der Buchhandlung gedrückt und träumte vom Volksbrockhaus? Nun irgendwann kam der UKW Radioempfang und die regionalen Sender, was änderte sich für uns?

Wann endete der Bildungsauftrag der Radiosender und wann sahen wir das Erste im 43 er Fernsehen?

Genau zu der Zeit kam Springer mit der Bild- Zeitung, die Bild- Zeitung sollte den Fernseher für den kleinen Mann ersetzen.

Der kleine Mann war doch der Mann mit dem man alles machen kann.

Den Weg dazu sollten wir auch noch einmal näher erläutern, denn die Grundlage von Heute wurde bereits damals installiert.

Dazu ein Beispiel, die letzten Kriegsgefangenen der Wehrmacht befanden sich noch in den sibirischen Lagern, da sprach man in der Bundesrepublik bereits über eine Wiederbewaffnung.

Kann man heute anders interpretieren, Deutschlands Stahlindustrie nahm die Korea Krieg Nachfrage der USA dankend an und verspürte danach Hunger auf mehr oder sollte ich mich irren?

Irrungen und Wirrungen gab es genug, wer kennt sie noch die Plakate „ Deutschland drei geteilt niemals“ , nur die gleichen die das plakatierten setzen auf eine Westbindung.

Was war nun richtig und was war falsch, richtig war was wir erlebten.

Wir erlebten das Qualifikations- Spiel zur Fußballweltmeisterschaft in der Schweiz im Jahr 1954 gegen das Saarland und das wiederum wurde von Helmut Schön trainiert.

Kannten wir eigentlich das Leben der Menschen dort, wussten wir eigentlich warum und weshalb wir den 17. Juni zum Nationalfeiertag hatten und welchen Beitrag wir dazu geleistet hatten?

Teilweise hatte man in den Familien ganz andere Sorgen, wann fuhr man in den Urlaub und was machte man dort?

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 08. März 2015 um 04:19 Uhr  

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