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Start Neuigkeiten Teil 23 "Als die SPD unter Herbert Wehner linker war als die Linken 2014 unter Gregor Gysi sind.

Teil 23 "Als die SPD unter Herbert Wehner linker war als die Linken 2014 unter Gregor Gysi sind.

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Der fast nahtlose Übergang oder die Wiederentdeckung der Leichtlohngruppe, war der entscheidende Faktor und das eigentliche Opfer waren dabei überwiegend Frauen.

Sagen wir es ruhig einmal, die Hauptlast der Nachkriegszeit trugen die Frauen in Deutschland, während des Krieges mussten sie die Männer in den Fabriken ersetzen, unmittelbar nach dem Krieg die Trümmer beseitigen und dann entdeckten die Manager die Leichtlohngruppen wieder.

Der Bedarf an Konsumartikeln war so groß, dass man wiederum begann Frauen in Leichtlohngruppen zu rekrutieren, ganze Fertigungsbänder entstanden für Frauen.

Die sog. angelernte Leichtmontage für Gegenstände des Alltags, es war der Start in die Massenproduktion.

Das Produkt sollte zunächst billig sein, in Massen gefertigt werden und trotzdem noch Gewinn abwerfen.

Das war der Lux- Staubsauger, mit dem man auch die Haare föhnen konnte, das war die Bekleidung von Neckermann, das Radio von Graetz und der Vergaser von Solex.

Innerhalb von kürzester Zeit entstanden Produktionsstätten in denen auf 80 Arbeitsplätze von Frauen 20 für Männer fielen.

Das Märchen der Selbstständigkeit von Frauen machte die Runde, was sicherlich für 20% der jungen Frauen zutraf nur 80% blieb gar nichts anderes übrig.

Die Nachkriegsindustrie setzte nämlich auf ungelernte Kräfte, man hatte die Bandmontage so rationalisiert, dass wenige Handgriffe zu erlernen waren um Geld zu verdienen.

Es ging also nicht um Aufstiegschancen und Gleichberechtigung sondern um Ausnutzung, dazu hatte man ein Heer von Frauen, die das Arbeiten gewohnt waren.

Die Bezahlung war so mäßig, dass für manche Frau es vergleichbar besser war, 3 oder 4 x in der Woche einer Putzstelle nach zukommen.

Zudem waren all diese Produktionswerkstätten, von Diekmanns Negerküsse bis Grundigs Heinzelmann nicht in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Manche Frau wurde somit zum Haupternährer der Nachkriegsfamilie, wenn der Mann noch in der Kriegsgefangenschaft war oder versehrt aus der Gefangenschaft heimkehrte.

Dafür nahm manche Frau diese Arbeit auf, die in sich monoton war und einen ganz anderen Tagesablauf beinhaltete.

Die Frauen und Mütter Anfang der 50. Jahre saßen bereits um 5 Uhr in der Früh im Zubringerbus zur Produktion.

Die wiederum frühstückten nach 6 Uhr in der bereits geöffneten Werkskantine und nahmen um 6 Uhr 30 ihre Arbeit auf.

In der Regel war es die 48 Stunden Woche und die verteilt auf 6 Tage, die 45 Stunden Woche wurde später erst erkämpft und dazu gab es den freien Samstag, von dem träumte man allerdings Anfang der 50. Jahre.

Zwar endete die Arbeitszeit bereits meistens gegen 16 Uhr, wären die Arbeitskräfte um 16 Uhr 30 in den Bus gestiegen,hätten sie keinerlei Einkäufe mehr machen können, deshalb fuhren die Busse erst ab Werk 60 bis 90 Minuten später ab.

Da waren Kleinstädte um kurz nach 16 Uhr voll von Frauen die ihre Einkäufe erledigten, das war nicht nur in Iserlohn so, sondern auch in Fürth.

Die Werksbusse von Grundig und Schickedanz fuhren u.a. bis Bad Kissingen und in Wilhelm Pieck Stadt, dem heutigen Guben an der Neiße fuhren die Busse des Webkombinats bis wenige Jahre vor der Wende bis 150 km östlich nach Polen.

Arbeitstechnisch ging es hier nicht um eine Perspektive sondern um eine Kulisse, die nannte man irrsinniger Weise Teilhabe am Wohlstand, nun was blieb davon?

Man durfte den Duft der großen weiten Welt einatmen, Frau und Mann rauchten die Peter Styvesandt.

Das war aber in der Zeit wo die bundesdeutsche SPD unter Herbert Wehner linker war als die Linken 2014 unter Gregor Gysi sein möchten.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 05. März 2015 um 04:09 Uhr  

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