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Teil 19 "Was einem nicht passte, gehörte sich nicht"

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Erlebte ich meine Kindheit im Schlaraffenland, denn immer wieder hörte ich den Satz, wo wir her kamen gab es das nicht!

Nur was meinten die damit, wo wir uns in einer Umgebung von Verboten befanden, vom Verbot des Ballspielens im Hof, vom Verbot des Betretens der Wiese und man sollte Erwachsene nicht im Gespräch unterbrechen.

Das hatte es in sich, denn wahrhaftig konnten sich einige Frauen in der Nachbarschaft mehr als eine Stunde mit dem Kaufmann an der Ecke unterhalten, ebenso in Erinnerung blieben mir Nachbarinnen die in der Wohnungstür stehend mit der von gegenüber stundenlang unterhalten konnten.

Worüber eigentlich konnten wir nicht erfahren, denn es war uns ja verboten Erwachsene im Gespräch zu unterbrechen.

Man wollte also fügige und brave Kinder haben, nur wir waren alles andere als brav.

Wir nahmen Herausforderung an, auf der Haustreppe sollte man ruhig sein und das galt nur für uns, der von oben schwankte nicht nur öfters sondern lallte auch noch dazu.

Das war ganz etwas anderes, ebenso stritten etliche sich, wir sollten nicht streiten und eigentlich hatten wir allen Grund dazu gehabt.

Da gab es etliche Kleinigkeiten, die wir nicht verstanden, mit den Mädchen aus der Nachbarschaft ging man zwar gemeinsam zur Schule wurde dann aber in der Schule getrennt.

Warum und weshalb erklärte man uns nicht, ebenso saßen wir in der Kirche getrennt, hatten wir denen was getan oder planten die etwas gegen uns?

Manchmal hatten wir eine Lehrerin und die war strenger als mancher Lehrer es war, weshalb mussten Jungen in der Ecke stehen und Mädchen auf dem Flur?

Es war manchmal schon eigenartig, für mich unerklärbar, Schularbeiten sollte ich mit meinen Schulfreund machen der fast einen Kilometer von uns entfernt wohnte und es gehörte sich nicht, diese Aufgaben mit dem Mädchen zu machen die im Nebenhaus wohnte.

Da half nur der Fahrradkeller, weshalb sollte ich 2 Kilometer zurücklegen, mir gefiel es allerdings der Lehrerin nicht.

Es war mitunter eine verlogene Gesellschaft, traf ich mich mit meinen Cousinen mütterlicherseits dann vernahm ich stets, wir passten nicht zusammen.

Warum erfuhr ich allerdings nie, nur die um 4 Jahre ältere Cousine väterlicherseits dachte immer noch ich wäre ihr kleinerer Bruder.

Die schleppte mich überall mit zu ihren Freundinnen und die hatten bereits andere Interessen, mich nahm man mit zu den Reitstunden.

Weshalb gerade Mädchen reiten wollten verstand ich nicht, nur hatten die stets Aufgaben für mich.

Den Esel unbedingt von den Ponys weglocken, weil der zu aufdringlich wurde, nur sollte ich mit dem Esel machen?

Den Esel ließ ich auf die Koppel und hinter ihm lief der Hund, dann saß ich auf dem Esel und der lief.

Nur saß ich verkehrt, das machten mir die Mädchen klar, nur was war der Damensitz?

Nun gut, mitunter spielten wir bereits Fußball und manchmal spielten bereits Mädchen mit, nur erklärte man uns, dieses gehe nie.

Komisch war diese Welt, das Fahrrad von meiner größeren Cousine konnte ich nicht bekommen, das sei ein Damenrad und für mich schraubte einer aus ein paar anderen ein 26 Zoller zusammen, das sollte für mich besser sein.

Auf keinem Fall durfte ich damit zur Schule fahren, zwar gab es dort einen Fahrradkeller aber nicht für mich, ich fuhr trotzdem und stellte das Rad vor der Schule ab.

Platz im Fahrradkeller fand ich erst mit Genehmigung als ein paar weg waren, eigenartig da waren mitten im Schuljahr ein paar Schüler weg und keiner sprach darüber wo sie waren.

Die waren umgezogen und zwar dorthin wo andere sagten, da gab es nichts, genau das erfuhren wir erst als sie uns einen Brief schrieben.

Das gab es, es zogen welche warum auch immer von West nach Ost, auch das ging unter aber man erinnert sich.

Im Jahre 1990 gingen die Grenzen auf und eine von meinen ersten Reisen in die DDR führte mich nach Neuruppin, ich wollte mal die Stadt sehen wohin meine Schulfreunde von damals zogen.

Was ich sah, war das Fonti- Denkmal unweit des Bahnhofs, Theodor sitzt und liest das Kursbuch der Deutschen Bahn und denkt, nichts wie weg aus dieser Stadt.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 05. Februar 2015 um 04:09 Uhr  

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