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Asylpolitik – Solidarität zwischen Moral und Realität !

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Nirgends drückt sich der Anspruch einer Gesellschaft so direkt aus wie in der Sprache scheint es mir.

So ist es vielleicht am Sprachgebrauch am ehesten zu ermessen wie eine Gesellschaft ihr Umfeld bewertet.

Wenn wir also von einem Flüchtlingsproblem sprechen oder von einer Flüchtlingswelle (man erinnert sich unweigerlich an einen Tsunami), von Flüchtlingsheimen und Duldung läßt dieser Sprachgebrauch keinen Zweifel daran das wir diese Gruppe nur einen befristeten Zeitraum tolerieren möchten.

Die taz schrieb angesichts der Scharade an den Särgen der ertrunkenen Lampedusa Flüchtlinge (2013) : Die EU Politiker verneigen sich vor den Toten verweigern aber den Überlebenden ihre Solidarität.

Und mag nun unsere Entrüstung im Schutze des  Erststaatenabkommens Vordergründig einen moralischen Anspruch suggerieren die durch jüngste Umfragen bestätigt zu sein scheinen erweist sich so manche Umfrage doch bei genaueren Hinsehen von sehr allgemeiner Aussagekraft.

Wenn die Realität aber dann an die Tür klopft und fragt:

Vor meiner Tür oder vor deiner dann schmilzt so mancher öffentlicher Anspruch wie Schnee in der Sonne?!

Der jüngste Versuch des Hamburger Bürgermeisters Olaf Scholz das Flüchtlingskontingent solidarisch auf alle Stadtteil zu verteilen stieß im noblen Eppendorf schnell auf massiven Widerstand.

So erweist sich die Pseudomoral unserer Wohlstandsgesellschaft im konkreten Handeln dann immer wieder als Wohlfühlheuchelei in einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung.

Es ist eigentlich unübersehbar wie sich hier Politik und Gesellschaft gegenseitig belauern und jenseits von Lippenbekenntnissen beide hoffen das der jeweils andere den Preis für das gute Gewissen der Nation bezahlt.

Letztlich ist dieser Konflikt aber ein Grund liegender der jenseits einer Einzelfrage unsere Wohlstandsgesellschaft auf sozialer Ebene breiten Konsens findet .

Wir wollen bessere Löhne - aber ein billiges Taxi.

Wir wollen artgerechte Tierhaltung - aber billiges Fleisch.

Wir wollen soziale Gerechtigkeit - aber keine höheren Steuern.

Wir wollen mehr Flüchtlinge - aber bitte nicht vor der eigenen Tür.

Hier trifft sich dann Politik und Gesellschaft wieder im kalkulierten Schweigen, im Anspruch (an den anderen) und in einer Moral jenseits eigener Haftung!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 30. September 2014 um 08:40 Uhr  

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