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Teil 6 "Können Deutsche trauern?"

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Provozieren wir einmal im 6. Teil dieser Serie und stellen die Frage „können Deutsche überhaupt trauern“?

Setzen wir voraus, die Generation unserer Eltern provozierte uns mit ihrer Vergangenheitsaufbearbeitung, wir hörten doch etliche Male immer wieder diegleichen schrecklichen Kriegserinnerungen und somit wurden wir zum Opfer ihrer Kriegserinnerungen und darin fiel das Wort Trauer kaum.

Deutsche können somit nur auf Verordnungen trauern, die damals kurz nach dem Krieg entstandenen Vertriebenenverbände verordneten sich die verbandsmäßige Trauer um den Verlust der Heimat.

Die verbandsmäßig verordnete Trauer ging also vor der historischen Aufarbeitung, die zum Verlust der Heimat führte.

Trauer bedeutete doch für uns Kinder das Anzünden von Kerzen, wo eigentlich das Licht die Hoffnung bedeutet.

Aus dem Heldengedenktag der Nazis machte man den Volkstrauertag, man verordnete dem Volk einen Tag zum Trauern.

Dabei hätte man eigentlich etlichen nicht trauen sollen, denn in der Tat waren es überwiegend Hitlers Landser von einst- die sich ihren Frust an den eigenen Kindern abregaierten.

Wer zählte sich im Nachkriegsdeutschland zu den Siegern und wer war der Besiegte, eigentlich hätten die Demokraten von vor dem Jan. 1933 sich zu den Siegern zählen müssen.

Die waren allerdings eine recht kleine Minderheit, die Mehrheit stellten die Frustierten.

Man war nicht frustriert über all das Schreckliche was Deutsche im Namen des Reiches andere antaten, sondern man haderte mit seinem eigenen Schicksal.

In solchen Situationen knüpfte man direkt an das an, was die Nazis mal Volksgemeinschaft nannten.

Diese Idee, so schrecklich und bitter wie sie für alle Demokraten war, überlebte den programmierten Endsieg.

Bereits wenige Monate nach Kriegsende wurden etliche wiederum frech, denn das was sie gelernt hatten als Hitlerjungen und auf den Adolf Hitler Schulen war mit Frechheit sich Gehör zu verschaffen.

Eine Frechheit war der Handel auf dem Schwarzen Markt, da machten die Gierigen aus der Not von Anderen ihre Geschäfte, insofern stand Frechheit und Gier Pate in den ersten Friedensmonaten.

Zudem verstanden es alte Nazis und Militärs in gewissen Rangen der Wehrmacht sich mehr Gehör mit ihren Anträgen bei den Behörden zu verschaffen.

In diesen Amtsstuben saßen nämlich überwiegend diegleichen wie zuvor, von denen meinten viele, „sie hätten sich nichts vorzuwerfen, denn sie taten nur ihre Pflicht“.

Die Diskussion um die Pflicht und die Treue zur Pflicht, fand kaum statt- im sog. Schnellverfahren wurden etliche sog. Mitläufer von Amtswegen entnazifiziert.

Mit Hilfe dieses Persilscheines traten sie ihren Dienst wieder an, nicht nur in Schulen und Behörden sondern auch in Kirchen.

Die Pfaffen unter dem Hakenkreuz waren nämlich kein Stück anders und besser, wen wundert es- wenn da ihre Vorgesetzten von einst Anträge abgaben, vor denen standen sie mitunter so gar noch stramm.

Etwas was unbeschadet aus den Bombennächten des Krieges blieb, war der Deutschen Hang zur Oraganisation, man organisierte das Chaos mit System.

Das System nannte man Ordnung, in den ersten Nachkriegsjahren herrschte zunächst die Ordnung, bloss wer sorgte um diese Ordnung?

Zusammenrücken wurde zum verordneten Volkssport, die Warenverteilung hatte bereits System und die Buchführung übernahm man sofort.

Die Werte waren anders geworden, nur der Anstand war verfallen, es war die Geburt der Ellenbogengesellschaft.

In dieser Nachkriegs- Ellenbogengesellschaft gab es das Wort, was man groß schrieb das „Organisieren“.

Unter diesen Begriff fiel vieles und davon war mehr als die Hälfte unmoralisch und eigentlich nicht gesetzeskonform.

Sagen wir es einmal anderes, wer nicht das Talent zum Organisieren hatte – hatte es wesentlich schwerer zu überleben.

Um das zu erläuter, werde ich die Story aus der eigenen Familie interpretieren.

Unsere Familienchronik klammert zwar einiges aus, doch etwas davon bekam ich auch mit, dass Teilen nicht immer gerecht ist.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 11. November 2014 um 03:57 Uhr  

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