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Die BRICS wachen auf!

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IWF-WTO Fortaleza und Bali könnten Vorzeichen für eine ganz unerwartete Entwicklung sein.

Vielleicht steht der so genannte Westen in einigen Jahren in der Welt isoliert dar.

Vielleicht ist der Konflikt mit Russland eben doch zu etwas gut.

Die BRICS-Staaten, in deren Verbund Russland eine bedeutende Rolle neben China spielt, scheinen der Dominanz der Amerikaner und EU-Europäer jetzt etwas entgegen zu setzen.

Mitte Juli gab es ein Treffen in Fortaleza (Brasilien) auf dem die Gründung eine gemeinsamen Bank (New Development Bank) und eines gemeinsamen Sicherungsfonds für den Fall von Schuldenkrisen einzelner BRICS Staaten gehört.

Dieses Treffen, an dem als Gäste auch Argentinien und Südafrika im Status eines zukünftigen Mitgliedes teilnahmen, könnte einen Wendepunkt in der internationalen Handelspolitik der BRICS darstellen.

Kürzlich wurde insbesondere von China, die bisher blockierte Reform des IWF mit „großer Enttäuschung“ also mit extremem Ärger quittiert, eine Reform, die China mehr Stimmrechte einräumt und seither von den USA blockiert wird.

Die USA haben ein Vetorecht beim IWF.

Gut möglich, dass nun Alternativen zum IWF, unabhängig von den USA und den EU-Europäern gesucht werden.

Wenn es auch noch keine echte Alternative zum US-Dollar als Weltwährung gibt, so kann man doch zumindest die fiskalische Diktatur des IWF umgehen.

Damit können sich die BRICS Staaten wenigstens ein Stück weit unabhängig von der Wall-Street machen.

Der Fall Argentinien zeigt ja erneut, dass US-amerikanische Gerichte den Zugang des Landes zu den internationalen Finanzmärkten erschweren können, wenn es nicht nach den Spielregeln der Hedgefonds spielt.

Aktuell gibt es Streit, weil sich amerikanische Hedgefonds in der letzten Staatsschuldenkrise des Landes extrem billig mit Staatsanleihen eingedeckt haben und sie nun mit eintausendachthundert Prozent verzinst zurückgeben wollen.

Das nennt man Politik mit monetären Mitteln gegen ein Land, dass sich in den letzten Jahren vom Diktat der Finanzmärkte, insbesondere der Wall-Street weitgehend unabhängig gemacht hat.

Ähnlich Konflikte, das merken nun die BRICS werden auch anderen Ländern blühen, wenn sie nicht nach den Pfeifen der großen amerikanischen Fonds-Gesellschaften tanzen.

Es gibt also nur die Möglichkeit eine selbst kontrollierte Institution zu schaffen, die für die monetären Bedürfnisse dieser Schwellenländer da ist.

Ein analoger Konflikt bahnt sich gerade in Indien an, dass die Unterschrift unter das TFA, das Trading Fascilitation Protokoll der WTO (Bali-Abkommen) vor kurzem verweigert hat.

Dieses „Freihandelsabkommen“  wird in unseren Medien so dargestellt, als würde es vor allem für arme Länder mehr Möglichkeiten bieten, zu fairen Bedingungen am Welthandel teilzunehmen.

Das Beispiel Indiens zeigt aber, dass dies absolut nicht der Fall ist. Es gab Streit darüber, dass Indien seine armen Bauern subventioniert, um Hungersnöte zu vermeiden.

In dem Protokoll wird dem Land, bei allem Verständnis“ nur eine Schutzklausel bis 2017 eingeräumt, danach, würde man sehen.

Tatsächlich aber ist das Abkommen klar gegen die Subventionen im Agrarbereich gerichtet, auch wenn dann Kleinbauern möglicherweise verhungern müssen.

Indien hat einen hohen Anteil an unterernährten Menschen  und von den Agrarsubventionen profitieren etwa 800 Millionen Menschen in dem Land!

Faszinierend, wie die EU-Europäer, die ihre massiv subventionierten Agrarprodukte, als drittgrößter Agrarexporteur der Welt, auch in arme Länder und Schwellenländer exportieren und dort wo kein Handelsschutz besteht, wie in einigen afrikanischen Ländern, die kleinen Bauern kaputt machen, sich enttäuscht zeigt, weil Indien diese fast kolonial anmutende „Freihandelspolitik“ zumindest im Agrarbereich nicht mitträgt.

Wer weiß, ob es jetzt in Indien, wie durch Zauberhand plötzlich massive Proteste gegen die Regierung gibt?

Vielleicht einen Sturz sogar?

Die Ukraine lässt schön grüßen.

Mir scheint die Konfrontation mit dem Westen, wie er so schön genannt wird, um damit eigentlich nur die Commonwealth-Staaten (ehemaliger Kolonialverbund) und die EU zu bezeichnen, könnte sehr bald weltweit stattfinden.

Die Frage ist nur, wer dann isoliert ist?

Russland bestimmt nicht, denn Russland spielt bei den Schwellenländern in Asien und Südamerika sehr gut mit.

Vielleicht ist die Welt eben doch größer, als der so genannte Westen denkt, der den Rest des Globus nur als Rohstofflieferant und Absatzmarkt betrachtet.

Wir stehen möglicherweise vor einer Zäsur.

Die so schleichend kommt, von kleinen und größeren Krisen begleitet, dass wir sie erst in einigen Jahren bewusst wahrnehmen werden.

Der Westen könnte dann mit seiner gewaltigen Egozentrik unerwartet isoliert darstehen.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 05. August 2014 um 14:47 Uhr  

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