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Der 2.Teil vom Murks

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Beschäftigen wir uns im 2. Teil mit dem Gemurkste innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung mit den Verantwortlichen.

Eindeutig verantwortlich für die schleichende Altersarmut sind nun einmal die Arbeitgeber, das wiederum bemerkte damals bereits Norbert Blüm.

Während seiner Amtszeit vollzogen sich gedämpfte Lohnentwicklungen und eröffneten sich neue Berufsfelder.

Die wiederum nicht gerade perfekte junge Menschen besetzen konnten, einige unserer Schulreformen hin zu mehr Bildung nahm seinen Ursprung hier.

Insofern gehen immer weniger junge Menschen mit 16 Jahren in eine Lehre, wer gebildetere jüngere Leute als betrieblichen Nachwuchs fordert, muss auch die Konsequenz sehen, denn Bildung erfordert seine Zeit.

Schon damals in den Zeiten des Norbert Blüm geriet unser duales Ausbildungssystem an seine Grenzen, man bildete einerseits zu wenig junge Menschen aus und Betriebe die ausbildeten übernahmen ihre Auszubildenden nicht.

Daran hat sich in all den Jahren nichts geändert, in der Tat hat sich eins geändert im Ausbildungssektor fand ein Verdrängungsprozess statt so dass in vielen Regionen der Republik gute Hauptschüler fast keine Chance mehr haben einen Ausbildungsplatz zu erwerben.

Mittels durchaus mitunter zweifelhafter Berufsbilder legten die Arbeitgeber die Bewerbungslatte verhältnismäßig hoch.

Zu Zeiten von Norbert Blüm allerdings kannte man bereits den Lehrstellenmangel aber noch nicht die bekannte Jugendarbeitslosigkeit.

All das wiederum ist der entscheidende Faktor zum Eintritt ins Arbeitsleben was durchaus Altersarmut produziert.

Die Altersarmut allerdings konnte man zu der Zeit noch erfolgreich kontern, nicht nur dass die Renten sicher waren, wobei sie bereits unsicher wurden, sondern damals gab es noch 3 Säulen.

Bekannt nach dem alten ökonomischen Modell, mehrere Eier in verschiedene Nester legen, die Umlagen finanzierte Rente erwies sich noch einigermaßen stabil aber in fallender Tendenz, diese allerdings glichen noch Betriebsrenten aus.

Bis Anfang der 80. Jahren war das Modell der Betriebsrenten in Deutschland vorteilhaft für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, der Arbeitgeber konnte somit makroökonomisch reagieren und der Arbeitnehmer schätze den Wert seiner Arbeit durch die nachhaltende Verpflichtung.

Das bis in diese Zeit modellhafte Beispiel von Betriebsrenten in der Bundesrepublik wurde der Amerikanisierung der Firmenphilosophie geopfert, mit dem ökonomischen Wahnsinn einen zerschlagenen Großbetrieb in seinen Teilen wie einen Durchlauferhitzer am Markte zu führen, brandmarkte man soziale Verpflichtungen als Ballast.

Das war die erste Stufe, des vollzogenen Sozialabbaus auf die erste Stufe reagierte der Neoliberalismus willig.

Man wich nicht nur seitens der Unternehmen aus auf rein private Vorsorge, das Umschichtungsprogramm hin zu einer bindenden Kapitallebensversicherung nahm seinen Lauf.

Eigentlich war das die 3. Säule der Arbeitnehmer für ihre Vorsorge, der Staat begann allerdings sich mittels Kürzungen innerhalb der Sparförderung aus der Verantwortung zu stehlen, dafür ist nun einmal die Politik des Theo Waigel verantwortlich.

Mancher Betrieb griff diese Maßnahme bereitwillig auf, das Konzept der Kapitallebensversicherung über den Betrieb sollte die Lücke schließen.

Es blieb beim frommen Wunsch der volksbeglückenden Politiker, den diesen für die Versicherungswirtschaft geebneten Weg befolgten vielleicht nur 15% der Arbeitgeber.

Fazit: Mit noch so überzeugender Freiwilligkeit und Verpflichtungsbereitschaft lässt sich kaum etwas ändern.

Die Misere begann da, wo nur noch die gesetzliche Rente sicher war, noch vor der Amtszeit von Walter Riester starten die neoliberalen Politiker mit der Versicherungswirtschaft ihre Jubelprogramme und lockten mitunter eine Zahl von jungen Arbeitnehmern aus der gesetzlichen Sozialversicherung.

Das war die sog. vielsprechende Zeit der Spezialagenten, die nicht nur die privaten Krankenkassen hochjubelten sondern die Altersvorsorge individualisierten.

Ihre sog. Freiheit war das Versprechen was sie stets anpassen wollten, was sie wollten war unser Sozialsystem zu zerstören.

Am Finanzmarkt geparkte Gelder von privat Versicherten kann man im Jahre 2014 als ökonomischen Wahnsinn bezeichnen.

In den ersten Monaten der Amtszeit von Walter Riester kam das Thema der Rentenversicherung endlich auf die politische Agenda, auch der letzte Hinterbänkler im Bundestag kapierte das funktioniert mittels eines Durchlauferhitzers, es begann eine durchaus wirksame gesellschaftliche Diskussion mehr Einzahler in die gesetzliche Rentenversicherung zu bekommen.

Die allerdings wurde erfolgreich mittels der postliberalen Ausrichtung der SPD abgewürgt, wobei einige Lobbygruppen bereits von einer zusätzlichen Kapitaldeckung sprachen.

Die allerdings funktioniert nur im rechnerischen Beispiel nach der 2. Generation, man muss den Kapitalstock erst einmal aufbauen und kann ihn dann der Folgegeneration überlassen.

Was man überhaupt nicht mehr ansprach waren die Reste der Betriebsrenten, man war in der sozialen Verantwortung von links über die politische Mitte nach rechts gerückt.

Mit dieser Erkenntnis müssen wir nun einmal leben, denn die Zahl der Erwerbslosen stieg von Jahr zu Jahr.

Der Begriff „Langzeitarbeitsloser“ fand seinen Weg in die Sozialpolitik, von ABM bis zu Umschulungsmaßnahmen galt es nur Statistiken zu bereinigen.

Innerhalb von wenigen Jahren nahm die Zahl von Geringverdienern um ein vielfaches zu und das nicht nur im Osten Deutschlands, all das ging zu Lasten der Altersversorgung.

Hier fehlte und nicht nur Walter Riester sondern der kpl. Rot/grünen Regierung eine inhaltliche und gesellschaftlich verantwortliche dauerhafte Steuerzusatzfinanzierung ins System der Altersversorgung einzubauen.

Es lag durchaus auch an den Grünen, denn die führenden Grünen hatten eine ganz andere Arbeitsbiografie und zudem die Entfremdung der SPD Spitze von der Arbeitnehmerschaft in diesem Land begann Entscheidungen in eine andere Richtung zu nehmen.

Warum es zu diesem fatalen Fehler kam und damit eine Entwicklung in Gang gesetzt wurde, die zukünftige Altersrenten kurz über die Grundsicherung garantiert im nächsten Artikel.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 06. Juli 2014 um 03:13 Uhr  

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