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Lebenslanges Lernen zum Nulltarif

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Kann man die Bildungsexpansion der letzten 2 Jahrzehnte als positiv bezeichnen oder zeichnen sich am Arbeitsmarkt Wolken ab, die jungen Menschen eine Überqualifizierung beschreiben?

Tatsache ist nun einmal, mehr Bildung alleine genügt nicht und führt auch nicht unbedingt zu mehr Wohlstand, demzufolge ist mehr Bildung für junge Staatsbürger keine Garantie für eine erfolgreiche Eingliederung in den Arbeitsmarkt.

Unter Druck geraten dabei nicht unsere Hochschulen, sondern dieser Kampf findet innerhalb der Berufsbildung statt.

In Berufen wo der Reallohn in den letzten Jahren sang und wo sich die Arbeitswelt veränderte, eine Berufslehre ist mittlerweile keine Garantie mehr für eine materielle Sicherheit, denn tatsächlich stieg der Anteil der Tieflöhner mit Berufsabschluss.

Man benötigt also hier einen Handlungsbedarf, benötigt wird eine Bildungspolitik die sich dafür ausspricht, dass Menschen über ein breites Wissen und Können verfügen.

Nur das Wissen und das Können sollten Menschen im Leben weiterhelfen um kreativ, aktiv und autonom zu agieren.

Liegt das vor, dann kann man von einer Eigenverantwortung sprechen und somit sich den Herausforderungen stellen.

Nur davon sind wir meilenweit entfernt, deshalb sollte die Berufsausbildung wesentlich breiter, tangierender und vielfältiger ausgelegt werden, mit dem Ziel nach der Ausbildung Optionen zu öffnen.

Diese Optionen wäre die Antwort der Linken auf die gefährliche einseitig geforderte Flexibilität, es wäre das gesellschaftliche Kontra und würde dem Arbeitsmarkt gut tun.

Vor den Optionen steht die Quote der Bildung und die muss in den klassischen Fächern intensiviert werden, denn nur mit einer vertieften Basisbildung lässt eine zeitgemäße Berufsbildung erreichen.

Auf jene Basisbildung kommt die Kompetenzbildung und die umfasst nun einmal im Informationszeitalter die techn. Mathematik und die Informatik.

Das allein genügt aber nicht, sondern die Kommunikation wird eine wesentlich bedeutendere Rolle spielen und dabei spielt die Betriebssoziologie eine Rolle.

Es ist also eine Vielzahl von Lernprozessen, wo eigentlich der Staat in der Pflicht ist das bisherige duale Ausbildungssystem zu reformieren.

Bereits im dualen Ausbildungssystem ist der Schlüssel zur Weiterbildung mittlerweile zum Maßstab geworden, die Weiterbildung ist somit eine Brücke zwischen der beruflichen Erstausbildung und des späteren Berufes.

Augenblicklich ist der Trend entgegengesetzt, nach der Erstausbildung kommt für fast 70% die prekäre Beschäftigung.

Die wiederum lässt den Betroffenen kaum den finanziellen Spielraum um in seine Bildung zu investieren.

Die Finanzierbarkeit der Weiterbildung kann nicht von der öffentlichen Hand getragen werden, denn es gibt keine öffentlich rechtliche Weiterbildung sondern eine Vielzahl von kostenintensiven Anbietern mit unterschiedlichen Abschlüssen, die sich der gegenseitigen Anerkennung widersetzen.

Erst wenn es dem Staat gelingen würde, diese 4. Säule der Bildung zurück zu gewinnen, könnte er sich profilieren.

Weiterbildungsprogramme sind nun einmal zum Gemeinwohl und die Vielfalt dient mitunter nur der Verwirrung, hier wäre die staatliche Lenkung und Qualitätsprüfung eine Pflicht und wer von den Managern ein lebenslanges Lernen fordert, der sollte finanziell zur Kasse gebeten werden.

Ein lebenslanges Lernen gibt es nämlich nicht zum Nulltarif der Arbeitgeber.

Primär geht es also um die Vereinfachung zum Zugang der Weiterbildung, zur Rekultivierung der Anbieter und zum differenzierten Abschluss.

Diese neue Art der Bildungspolitik muss weg von der gewerblichen Ausbildung, der gewerbliche Teil ist die sekundäre Stufe und soll es auch bleiben.

Die Arbeitswelt allerdings wandelt sich und diesem Wandel sollte man Rechnung tragen.

Die primäre Stufe befasst sich mit dem Wandel in der Arbeitswelt und dazu ist ein tieferes und breiteres Allgemeinwissen erforderlich.

Der Trend ist nicht der gerade temporär einsetzbare Spezialist, sondern der welcher über das Können und Wissen verfügt diese Aufgabe zu bewältigen.

Also eine Aktivierung des Humankapitals, denn die starren Arbeitsprozesse gehören der Vergangenheit an und das ist nicht nur die Aufgabe der Tarifpartner sondern der Bildungspolitik.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 14. Mai 2014 um 02:28 Uhr  

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