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Die teuerste Rentenart

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Wagen wir den gedanklichen Schritt einmal in jene Zeit, wo sich noch mitdenkende Genossen in der Ideenschmiede beteiligten.

Das war die Zeit bevor Walter Riester Schröders Arbeitsminister wurde und damals stand das Thema der Versorgungsrenten ganz oben auf dem Themenkatalog der Sozialdemokratie.

Damals galt und das gilt heute umso mehr, die gesellschaftlich teuerste Rente ist die EU- Rente, denn die kann jedermann treffen und zu jeder Zeit.

Es ist jene aus den jeweiligen Versicherungsansprüchen errechnete, aber gedeckelte Rente.

Die Höhe einer EU- Rente wird immer unter dem Niveau der Regel- Altersrente liegen, sie wird mitunter temporär gewährt, kann aber durchaus begründet zum Dauerbezug werden.

Wir müssen uns also wieder einmal intensiv mit dieser EU- Rente beschäftigen, denn wir haben vergessen bei allen vollzogenen Reförmchen im und am Rentensystem, dass wir es hier mit Menschen zu tun haben die Anspruch auf Versicherungsleistungen haben.

Es geht also indirekt um diese Versicherungsleistungen, die wiederum ersichtlich sind in der jährlichen Aufrechnung der Deutschen Rentenversicherung, die dort errechnete Summe setzt allerdings eine volle Erwerbs- Unfähigkeit des Versicherten voraus.

Was in der Tat bei weniger als 12% der Antragssteller vorliegt, die restlichen Antragssteller bewegen sich im Bereich eines temporären Bezuges einer errechneten EU-Rente.

Davon wählen mehr als 40% den Weg zur Anerkennung vor das Sozialgericht und diese Fälle stiegen in den letzten 10 Jahren um 30%.

Wissen sollte man allerdings jeder Versicherte, der einen Antrag auf eine EU-Rente stellt hat seine eigene Krankheitsgeschichte.

Dabei ist diese Krankheitsgeschichte mitunter eine Summe von Einflüssen in der Arbeitswelt, die uns vor mehr als 25 Jahren fast unbekannt waren.

Über die letzten 15 Jahren lässt sich aussagen, die 40 bis 50 jährigen in der Arbeitswelt unterliegen einer Gefahr von verzögerten Krankheiten, die irgendwann ausbrechen werden.

Man kann das begründen mit der erkennbaren Gefahr vor den sozialen Abstieg oder vom fehlenden Ausgleich.

Erkennbar an den regelmäßigen und wiederkehrenden Auszeiten, entweder werden Krankheiten nicht richtig kuriert oder man scheut sich längere Zeit krank zu sein.

Im Mittelpunkt steht immer der Arbeitsplatz, nur ein erkrankter Mitarbeiter am Arbeitsplatz ist auch nicht der Gewinn.

Irgendwann wird diese Phase aber länger, in der Tat liegt vor dem Antrag die Phase einer längeren Krankheit vor und demzufolge hat der Versicherte bereits Lohneinbußen in Kauf nehmen müssen.

Nehmen wir folgendes an, die Tendenz zur Gewährung einer temporären EU- Rente nimmt zu, damit senkt sich auch der Stellenanspruch als Arbeitnehmer.

Während der Krankheit ist der Anspruch gedeckt und zur Einarbeitung nach längerer Krankheit gibt es u.a. das Hamburger Modell, nur wie verfällt es sich nach dem Ablauf der temporären E U- Rente?

Diesen Vergleich gilt es zu untersuchen, es sprechen nämlich etliche Versicherte von einer Willkür und demzufolge beschreitet man den Weg zum Sozialgericht, mit teilweise mäßigem Erfolg für die Versicherten.

Allerdings bestreiten immer mehr diesen Weg, denn auch sie waren nicht untätig geblieben.

Es ist immer der Grad der Behinderung der den Ausschlag gibt, etliche nehmen nämlich wieder in der EU- Rentenphase den Kontakt zu ihren Betrieb auf und einige möchten sich auch einbringen mittels eines gesetzmäßigen Zuverdienens.

Das eröffnet wiederum die Möglichkeit des geringverdienenden 400 Euro Jobbers.

Findet der wiederum dazu in seinen alten Betrieb zurück, bekommt er einen verhältnismäßigen Anschluss und findet evtl. sogar Anerkennung.

Die Frage stellt sich nach dem Ablauf der temporären EU-Rente, der behindertengerechte Arbeitsplatz und das mitunter ohne Einarbeitungsphase, in der Regel greift hier kein Hamburger Modell.

Ist das nun eine Vollzeitstelle oder eine Teilzeitstelle und in welcher Gehaltsstufe verankert?

In der Regel sind das wiederum 60% Stellen und die Weiterbeschäftigung garantiert der Arbeitsvertrag, allerdings kann nach einer Ablaufphase eine Anpassung vollzogen werden.

Insofern fiel der betreffende EU Rentner als Beitragszahler über den gewissen Zeitraum aus und erlebt nun einen zusätzlichen ungewollten Lohnverzicht.

Von einer Stabilisation der sozialen Spannungen kann nicht gesprochen werden, denn sein Gehalt sinkt fast um mehr als 30%.

Das ist allerdings gar nichts, gegenüber dem was Kollegen in beschützenden Werkstätten erleben, hier werden Behinderte beschäftigt zu Hungerlöhnen.

In der Regel erhält dort ein williger Mitarbeiter um die 200 Euro Netto im Monat.

Das Ergebnis zeigt allerdings, dass diese Phase der Beschäftigung nach einer temporären EU- Rente bei Behinderten über 55 Jahre nach ca. 60 Monaten in eine Phase der Abnutzung gerät, das ist so bei allen künstlichen Gelenken, das Spiel beginnt auf ein Neues.

Ein EU- Rentner mit 60 Jahren trägt einen Vorteil, seine EU- Rentenansprüche sind vergleichbar höher, doch entsteht eine Versorgungslücke.

Diese Versorgungslücke wiederum entdeckten die Privatversicherungen, hier gilt es Vorsicht walten zu lassen, denn meistens greifen diese Versicherungen erst wenn eine 100%ige Erwerbsunfähigkeit vorliegt, das allerdings ist von Beruf zu Beruf verschieden und mancher sollte sich die teuren Prämien sparen und sich im Berufsleben wandeln.

Interessant ist, der Frage nachzugehen „weshalb die Inanspruchnahme von EU-Renten stieg“ und warum man nicht entsprechend reagierte?

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 06. Juni 2014 um 03:15 Uhr  

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