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Vom Negerkuss zum Zigeunerschnitzel !

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Eine kleine Geschichte über den ganz alltäglichen Rassismus.

Kürzlich las ich in diesem Zusammenhang dass sich Vorurteile (richtiger Vorverurteilung) dadurch auszeichneten dass sie Menschen zu einer homogenen Gruppe zusammenfassen, ohne jegliche Differenzierung.

Aus dieser Logik heraus ergibt sich letzt endlich aber auch dass Rassismus weit über die ethische- oder nationalistische Ebene hinausgeht.

Sowohl der” Neger” wie auch der Hartz IV Empfänger werden in dieser Denkart als Individuum entwertet und als “Rudeltier” in ihren Individualrechten in Frage gestellt.

Ein System der gewollten Ausgrenzung zwingt hierbei den Betroffenen das maximale Wohlverhalten ab ohne dass ihnen der Zugang zur privilegierten Gesellschaft verwehrt bleibt.

Teilhabe muß sich angedient werden! (das niedliche Lämmchen wird von der Schlachtbank gerettet)

Hat sich im klassischen Rassismus auch zweifellos in den letzten Jahrzehnten in der Sprache und im Umgang  manches verändert so bleibt vieles  auch nur eine kosmetische Korrektur  wo  einiges  sogar in einer unfreiwilligen Komik gipfelt, so heißen die Negerküsse in Österreich heute Schwedenbomben.

(Da wird also eine rassistische Definition durch eine Militante ersetzt!)

In der Quintessenz werden jedoch bei genauerem hinsehen Vorurteile heute oft nur gefälliger verpackt.

So wurde selbst im Provinziellen aus dem Neger erst ein Negerlein, dann ein Schwarzer.

Zur Definition Mitbürger lässt sich “Oma Hermann” aber nicht hinreißen, da bleibt sie konsequent.

So ist es nur folgerichtig wenn sie sagt: Ich hab`nichts gegen euch Schwarze, aber ein Neger kommt mir nicht ins Haus!

Diese Logik begleitet uns jedoch bei genauerem hinsehen nicht nur an der Türschwelle der Gestrigen sondern begegnet uns in diversen  Ausführungen quer durch die Gesellschaft.

Ja manchmal sogar im eigenen Denken, oder wer denkt bei einem farbigen Autofahrer in einem hochpreisigen Fahrzeug zwangsläufig zuerst daran dass es sich hier um einen erfolgreichen Geschäftsmann handeln könnte?!

Auch bei den Ausländern oder den Asylanten (wieder Herdenlogik) dringt die Schwellenlogik von Oma Hermann immer wieder durch sämtliche Gesellschaftsschichten.

Ist sie im Ausdruck auch nicht in jeder Schicht gleich offensichtlich, so ist sie bei genauer Betrachtung aber dann doch im Geist vergleichbar.

Und  Argumentiert der Bewohner von Hamburg-Billstaedt vielleicht auch  ganz plump mit dem Slogan das Boot ist voll während in Hamburg –Eppendorf  als Grund benannt wird dass ein Asylant in diesem hochpreisigen Umfeld keine antequaten Einkaufsmöglichkeiten finden würde!

(Und wieder lande ich bei Oma Hermann und ihrer Grundaussage: Jenseits meiner Tür bin ich tolerant!)

So bleibt festzuhalten dass zwar ein Brunnenvergifter wie Sarrazin mit seinem kalkulierten Tabubruch den alltäglichen Rassismus wieder Salonfähig gemacht hat, aber er ist nicht maßgeblich (Weimar lässt grüßen!) für das vorhandene Phänomen verantwortlich sondern springt eher auf ein gesatteltes  Pferd.

(Niemand wird ernsthaft behaupten das der Erfolg des Buches Deutschland schafft sich ab allein auf das Kaufverhalten der Unterschicht zurück zu führen ist.)

Und auch wenn Rassismus oft als Nationalismus in Erscheinung tritt und je nach Land in unterschiedlicher Konstellation zu Tage tritt, scheint eines im Kern identisch zu sein, der Fremde wird als unterprivilegierter Armutsflüchtlig in den meisten westlichen Kulturen wenn möglich wie eine unerwünschte Postsendung bei Zeiten gern an den Absender zurück geschickt.

So bleibt mir am Ende nur die Erkenntnis dass im Zweifelsfall nicht Deutschland, wohl aber das Demokratische sich selbst abschaffen könnte, und Deutschland ist überall da wo Demokraten sich ergeben!!!

Ps.: 21. März – Internationaler Tag gegen Rassismus !

Links:

http://www.taz.de/!62265/

http://dastandard.at/1343743981302/Der-rassistische-Diskurs-wird-reaktualisiert

http://streets-of-shadows.jimdo.com/

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, 17. März 2014 um 03:19 Uhr  

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