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Die Stunde der Teppichhändler

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Die Stunde der Teppichhändler schlägt stets bei der Eröffnung des Marktes der Möglichkeiten und dabei kommt von einigen freigewählten Mandatsträgern ihr eigentliches Ego durch.

Man kann es beobachten kurz vor der ersten Sitzung des Bundestages nach fast jeder Wahl und das kleinere Pendent dazu findet in den Landtagen der Republik statt.

Es geht vollmundig zunächst um die Sache, es geht um Sachthemen aus dem Wahlprogramm und aus der gesellschaftlichen Verpflichtung.

Die werden allerdings zweitrangig, wenn es staatstragende Entscheidungen geht.

Damit wird alles zur Verhandlungssache, mit dem Resultat einer augenblicklichen demokratischen Mengenlage Rechnung zu tragen.

Damit schlägt die große Stunde der Teppichhändler und die wiederum sind in allen Parteien mittlerweile so zahlenmäßig groß vorhanden, dass ihr Auftreten den Wähler im Nachhinein erschreckt.

Man sollte sich also etwas näher mit diesen Menschen und ihrem Ego beschäftigen, einerseits ist der Parlamentarismus das eigentliche Beschäftigungsfeld eines politischen Profis, diese Arbeit erfordert den vollen Einsatz des Abgeordneten.

Um die geht es aber nicht, es gibt nämlich nach wie vor redliche Abgeordnete nur müssen die zunächst still bleiben.

Die Parteivorstände nehmen das Heft des Handelns in ihre Hände und damit kommen Personen ins Spiel.

Die Partei als solches spielt in diesen Verhandlungen nicht die entscheidende Rolle, man übernimmt zwar das „ Wir“ und meint eigentlich „sich“ und damit vollzieht man etwas.

Ziemlich schnell präsentiert man den Wählern einen Fraktionsvorstand und ein Bundestagspräsidium.

Mittels einer Abstimmung, die man als Wahl bezeichnet- der meistens allerdings die Auswahl fehlte.

In beiden Verfahren findet also keine Lehrstunde in der Demokratie für das Volk statt, man schöpft wie eigentlich immer hinter den Kulissen nach geeigneten Personen.

Das Präsidium stellt eine Macht im Apparat dar, wo man Konflikte nicht nach außen tragen sollte und somit eignet sich nicht jeder dazu.

Das man dabei abwägen sollte ist durchaus verständlich, denn es gab Bundestagspräsidenten die blamierten sich bis in ihre Knochen, von Rainer Barzel bis Phillip Jenninger.

Beim Fraktionsvorstand sieht das anders aus, denn man bildet ihn und damit kommt die Taktik vor der demokratischen Wahl.

Dazu machte Herbert Wehner mal eine Notiz im Jahre 1966, der eigentliche Fraktionsvorsitzende Fritz Erler war bereits schwer erkrankt und Herbert Wehner ging als Bundesminister in die Regierung.

Da ging um den Fraktionsvorsitzenden, der die kleinere Regierungsfraktion in Stellung bringen sollte, daher Erler bereits erkrankt war, musste man einen bekommen der die Regierung verteidigen konnte und zugleich die CDU/CSU angreifen sollte.

Das war die Stunde des Helmut Schmidt, vergleicht man das mit dem Jahr 2013 bzw. 2014 so erkennt man die Problematik.

Das Geschäft des Parlamentarismus ist also noch komplizierter geworden, der Fraktionsvorstand kann sich durchaus im fairen Wettstreit mit dem Parteivorstand befinden.

Man sollte hoffen, dem wäre so- dann dürften allerdings die handelnden Personen nicht ein und dieselben sein.

Nun gibt es immer Posten zu besetzen, nach denen eigentlich jeder Politiker gerne sieht und das sind nicht nur Ministerposten sondern auch all die unmittelbar danach, das bezeichnet man als den Tross.

Mancher Minister ist so gut, weil sein Tross besser ist als alle anderen aber auch das sind Menschen mit all ihren Fehlern und aus ihren Fehlern werden einige etwas lernen.

Was sie aber nicht gelernt haben ist den Basar der Teppichhändler zu eröffnen, der wiederum schlägt seine Türen auf zur Wiederaufbereitung der sog. Ausgemusterten.

Man macht sie zu Bundestagsausschussvorsitzenden, das sollte man sich in der Praxis einmal vorstellen.

Ein junger dynamischer Abgeordneter bringt sich in einen Fachausschuss ein und möchte dort etwas leisten zum Wohle seiner Wähler, dann heißt der Ausschussvorsitzende Peter Ramsauer.

Dem ist so und das bezeichnet man als den parlamentarischen Teppichhandel.

Etwas was noch auffällt ist das Bedienen der Schiene, man bedient sich einer anderen Wortwahl im Umgang mit der Basis im Heimatwahlkreis.

Vor Jahren galt das Wahlkreisbüro des Abgeordneten als der Kummerkasten der Wähler, nicht jeder traute sich auf diese Schiene, insofern sind die heutigen Wahlkreisbüro eine durchaus demokratische Errungenschaft der Wähler.

Versteht allerdings noch nicht jeder, denn es soll einige geben die das wiederum mit dem Kreisbüro räumlich vermengen.

Da sollte der Mandatsträger sich die Zeit nehmen und den Wähler fragen, „ was könnte ich noch für euch tun?“

Vor dem Dialog kommt die Bereitschaft zum Dialog, das setzte man mal voraus in einer Zeit wo wir demokratisch geöffneter waren.

Interessant man vernimmt derzeit etwas anderes, innerhalb dieser Institution die der verlängerte Arm des Mandatsträgers vor Ort ist wird die Vermittlungsschiene zur Einbahnstraße.

Damit werden demokratische Errungenschaften vor Ort zum Reklamebüro.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 15. Januar 2014 um 04:08 Uhr  

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