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Wir sollten etwas bewegen

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Was kann man eigentlich bewegen, wie beweglich ist jene derzeitige Sozialdemokratie die sog. Schlafwandler in die vorderen Reihen gespült hat?

Das sind also 2 Fragen, die sich fast jeder Autor stellen muss, denn er möchte mit seinen Worten etwas bewegen, dabei kommt es auf das Thema, die Wortwahl und die Personen drauf an.

Es gibt eigentlich genug Themen die unsere Gesellschaft bewegt, wobei sich direkt die Frage stellt, auf welche Argumente bewegt sich etwas?

Das wiederum hat etwas mit den politischen Schlafwandlern zu tun, die sich immer noch abgeschirmt und sicher fühlen aber auch mit den Gefühlen der sog. abgestumpften Gesellschaft.

In dieser Gesellschaft tanzt der Mittelstand den letzten Tango und genau das ist eigentlich unser Vermittlungsproblem.

Jeder von uns Autoren sollte wissen wo er herkommt und sollte sich seiner Biografie stellen, nur damit kann man überzeugen.

Man sollte sich als Autor mit seinen Artikeln identifizieren, weniger andere versuchen zu überzeugen.

Um zu überzeugen sollte man sich beziehen und das wiederum ungeschminkt, das war nun einmal so als ich ein kleiner Junge war, da gab es in der unmittelbaren Nachbarschaft Kinder.

Uns Kindern trennte nichts, wir fanden auch immer wieder zusammen, das waren ein paar ältere dessen Vater im Krieg blieb, das waren die ersten Besatzungskinder dessen Väter teilweise bereits wieder in Großbritannien waren und das waren die Kinder der Flüchtlingen.

Das waren also wir, da gab es kaum den sozialen Unterschied, denn all unsere Eltern hofften auf bessere Zeiten.

Am 1. April des Jahres 1954 schulte man mich ein und die Klasse hatte fast 30 Kinder, die ersten Akademiker die man kennenlernte waren der Lehrer und der Pfarrer.

Man sollte lernen für das Leben und unsere Schulzeit war nicht immer ein Vergnügen, denn es gab zunächst viele Nachkriegskinder und wenig Schulraum, ich erinnere mich heute noch an diese Eigenart des Nachmittagsunterrichts.

Den Stoff den man uns vermittelte bezogen auf den Inhalt und auf die Art und Weise war für manche Eltern sowie Lehrer Neuland, wir beschritten also Neuland und mitunter halfen wir uns selbst.

Wir wussten wenig von der Welt, trotzdem waren wir neugierig uns zog alles das an, was anders war.

Unsere Neugier galt es zu drosseln, denn wir mussten das verarbeiten und zudem war das Geld der Eltern knapp.

Wir waren also die Nachkriegskinder einer Generation die über die Volksschule hinausgehen sollte.

Dabei waren wir kaum die Mittelstandskinder, wir waren die Kinder im Nachkriegsdeutschlands unsere Mütter waren die Trümmerfrauen und unsere Väter die Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft.

Man lernte uns Bücher einzuschlagen und den Füllfederhalter zu schätzen, wir sollten es besser haben.

Was immer das auch war, vielleicht lag es im Trend die älteren Mädchen zog es auf die Handelsschule.

Man strebte nach anderen Berufen für seine Kinder, die Erlangung der mittleren Reife war der erste Erfolg.

Damit grenzten wir uns ab von der Generation Hitler Jugend, die arbeitete mittlerweile am Bau und meinte sie seien schlau.

Nur was kam nach der mittleren Reife, überwiegend galt nämlich die Meinung, erst einmal einen Beruf erlernen. War vielleicht richtig gedacht, denn man dachte immer, was wäre wenn?

Ich sollte dazu sagen, um mich wäre es fast so passiert, denn die Horizonte eröffnete die Schule uns nicht und wer ging schon freiwillig auf ein mathematisch altsprachliches Gymnasium? Den richtigen Dreh finden und den Weg finden war mitunter der Zufall, ein paar Jahre danach quälte ich mich durch das Fachabitur.

Etliche von unseren Nachbarn stellten sich die Frage, was dann? – Für mich galt ein wenn schon, dann schon und mit der Meinung stand ich manchmal allein.

Das waren jene Jahre in den ich meinte, ich möchte etwas aus meinem Leben machen.

Das kann man aber nur, wenn man weiß wo man herkam und welchen unbekannten und mitunter unbequemen Weg man nimmt.

Da gab es nur wenige, die als Kind den weißen Kittel ihrer Väter trugen, die Kinder der Ärzte und Rechtsanwälte, mit denen hatte man kaum etwas am Hut, man traf auch immer wieder seinesgleichen.

Das machte die Sache spannend, gemeinsam ans Ziel kommen und dabei temporäre Freundschaften knüpfen.

Es war nämlich noch etwas anderes, es gab noch nicht den Schwamm namens BWL der alles aufzog, man musste durch das klassische Fach der Nationalökonomie und da kam einem manches bekannt vor.

Man besetzte politische Positionen, etwas was heute kaum in dem Fachbereich der Rechtswissenschaften noch gelehrt wird, wir interessierten uns für weitere Vorlesungen.

Im Jahre 1968/69 hielt der junge Professor Elmar Altvater in Erlangen die ersten Vorlesungen in „Einführung in den Marxismus“ vor einer Vielzahl Studenten und 1972 der große Jura- Papst Uwe Wesel in der FU über „ Zivilcourage“ da ging er auf Menschen ein, die den Nationalsozialisten widersprachen.

Für mich waren das die Entdeckungen, die man nur im Studium erleben kann, man strebte nach mehr an Informationen und weniger nach der eigenen Karriere.

Kam man eigentlich im Mittelstand an oder wollte man dort eigentlich hin? Wohin wollte man eigentlich, man wollte sich einschleusen und dabei lernte man wieder Leute kennen.

Manche die waren von sich überzeugt und andere die hatten Pläne und man traf auch solche die einem auf die Schulter klopften und meinten es vielleicht gut mit einem.

Man war in anderen Kreisen und da galt es sich zu beweisen und Ausdauer zu zeigen, sich zu beweisen ist nämlich die Weiche für das weitere Leben.

Manch Zeitgenosse verwechselte das mit Macht über Geld und Mitarbeiter, manch anderer feierte auch Kreuzberger Verbrüderung, nur war das keine Empfehlung.

Entscheidungen werden meistens gefällt mittels Empfehlungen und dabei kann es mitunter mühsam die Treppe zum Erfolg auswärts gehen aber auch ganz rasant nach unten.

Man kann Erfolge kaum konservieren und muss sich stets einbringen und den Aufgaben stellen.

Können das eigentlich all die Schlafwandler, die meinen in der Mittelschicht der Gesellschaft angekommen zu sein?

Erst wenn die ihre Bürotür geöffnet haben und anderen die Schwellenangst nehmen würden, wäre man einen Schritt weiter, derzeit zeigt man allerdings gerne mit dem Finger nach unten, denn man lebt mit der Unterschicht ganz gut.

Denen sei aber gesagt, die PISA Studie sagt eins aus, jene aus der Unterschicht schaffen es kaum aus eigener Kraft und das ist der Unterschied zu meiner Generation wo wir als Kinder diese soziale Ausgrenzung nicht kannten.

Nun sollte man diesen abgestumpften Träumern in der sog. gesellschaftlichen Mittelschicht mal etwas Konkretes sagen, was mancher schlafwandelnder Politiker sich kaum traut, nämlich die Schwelle nennen.

Diese Schwelle liegt bei monatlich 2000 Euro netto pro Familie, das sollten sich weder Schulden angehäuft haben, noch langfristige Konsumkredite bedient werden.

Im jährlichen Ertrag sollten min. 100 000 Euro verbindlich als verfügbar ausgewiesen werden und wenn ein Partner den Job hat, der diesen Standard noch für mehr als 36 Monate garantiert, dann ist man über dieser besagten Schwelle.

Im Gegensatz dazu haben wir es nämlich mit zu viel Pionieren zu tun, die träumend den Tag beglücken, das nicht die unterbezahlten Zeitgenossen des neues Prekäriats sondern das sind gut ausgebildete Akademiker die sich selbst ausbeuten und denen mitunter gar nichts anderes übrig bleibt.

Denen aber die Wahrheit sagen, was ihrer Perspektive betrifft wäre das eigentlich gesellschaftliche Ziel und daraus Pläne für eine bessere Zukunft entwickeln sollte die Pflicht von handlungsfähigen Politikern sein.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 27. Januar 2014 um 04:15 Uhr  

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