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Die Linkspartei-östlich der Elbe

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Wir sollten uns einmal mit der Linkspartei beschäftigen, denn fast 25 Jahre nach dem Fall der Mauer ist die Partei „die Linke“ östlich der Elbe eine flächendeckende Volkspartei geworden.

Man sollte es sich im Wilden Westen unserer Republik nicht so einfach machen und die Partei „ die Linke“ auf eine begrenzte Region zentrieren, denn sie unterscheidet sich in ihren Wählern ganz gewaltig von der 8prozentigen bundesweiten Regionalpartei CSU.

Betrachten wir einmal die Wähler und Anhänger der Linkspartei jenseits der Elbe und wir erkennen einen gewaltigen Unterschied zu denen die der Linkspartei im Westen unserer Republik nahestehen.

Die Linkspartei in München am Stachus oder in der Leopoldstraße hat nicht nur einen anderen Kader sondern auch andere Wähler, man kann diese vergleichen mit der Hochburg der Beamtenwitwen in Zehlendorf, denen allerdings schadet es manchmal nicht wenn sie sich auf dem Sessel in ihrer Konditorei in einen Stachel setzen würden.

Das ist aber ganz anders im Osten unserer Republik, dort ist die Linkspartei eine vom Wähler anerkannte und wählbare Volkspartei, die sich dort wo sie Verantwortung trägt staatstragend präsentiert und das ist der zweite Unterschied zur CSU.

Die Linkspartei sich in ihren präsentiert als Gesamtdeutsch in der Region, die CSU wird das niemals von sich sagen können.

Um das näher zu erläutern sollte man sich einmal mit dem Bürger im Osten Deutschland näher beschäftigen, die DDR gibt es fast 23 Jahre nicht mehr.

Alle Erstwähler im Jahre 2017 zur kommenden Bundestagswahl kennen keine regierende Staatspartei und keine Innerdeutschen Grenze mehr, Sie gingen bereits ebenso wie alle bis zum Alter von 27 Jahren, im Jahre 2017 auf Grundschulen des bundesdeutschen Standards.

Wer kennt noch die Bürgerrechtler in der DDR aus dem Jahre 1987, die sich am Prenzlauer Berg in der Zionskirche versammelten?

Diese Generation kennt das Stück Historie nicht mehr und es waren ihre Eltern im Teenager-Alter die im Jahre 1973 auf dem Alexanderplatz das Festival der Weltjugend feierten.

Sagen wir es anders herum, wir alle in Europa verdanken den heute über 50. Jährigen im Osten Deutschland die Wiedervereinigung, denn sie waren es- die mit friedlichen Mitteln ein System zum Einsturz brachten und auf ihrer Pisse fuhr ein Kanzler namens Helmut Kohl Kahn.

Nun sind wir beim Thema, die Generation die aus dem System kam und jener Teil der in dem System lebte. Ich glaube diesen Unterschied sollte man erläutern, denn der Bürger der in diesem System lebte konnte unterscheiden und das sollten wir zu Kenntnis nehmen.

Stellen wir uns ruhig einmal gemeinsam die Frage, wo blieb der alte Führungskader?

Wer konnte er setzte sich bereits zuvor ab als es noch die DDR gab und benutzte dazu einen Teil des Volksvermögens, damit spekulierte man in Richtung Marktwirtschaft, formell war der alte Kader in der Nationalen Front die willkommene Bereicherung für die CDU und FDP, nur die in Bonn am Rhein starr in sich verkrochene SPD war zu dusselig denen die aus der SED wollten ihre Türen zu öffnen.

Damit machte man die Regierung unter Hans Modrow erst salonfähig, nicht nur am Runden Tisch unter der Leitung von Bischof Fork sondern auch am Kabinettstisch von Hans Modrow saßen aufrechte parteilose Bürger, mit dem Mut Demokratie zu wagen.

Einer von ihnen war Wolfgang Uhlmann und im Nachhinein sollte man sagen, nicht die Nacht zum 9. November 1989 war das Signal sondern der 4.Oktober die hunderttausende von DDR auf dem Alexanderplatz die freie Reden von Steffi Spira und Stephan Heym hörten.

Was wussten wir eigentlich von Spira, Heym und Günter de Bruyn, wer las von uns im Wilden Westen Christa Wolff, ganz zu schweigen von Arnold Zweig, wie verstanden die Menschen eigentlich Bert Brecht?

Mich interessierte Günter de Bruyn, denn er verkörperte den DDR Schriftsteller, der sich seiner Biografie stellte, er war der katholische Schriftsteller der noch zu DDR Zeiten, nicht nur seinen Glauben sondern mit „Preußens Luise“ ein Stück gemeinsamer Geschichte herausstellte.

Ich erinnere mich, es war kurz nach dem Ende der DDR, im Keller des Französischen Doms auf dem Berliner Gendarmenmarkt als Günter de Bruyn zu Gast war in der evangelischen Akademie und auch aus seiner Biografie las und um mich herum saßen überwiegend etwas ältere Berlinerinnen, es waren überwiegend Lehrerinnen aus den Ostbezirken der Stadt.

Sie fanden sich und ihr Leben teilweise wieder in der Biografie des großen Schriftstellers, das verdient nicht das immer strapazierte Wort Respekt sondern ganz einfach Anerkennung, wenn sich einer seiner Biografie stellt.

Mittlerweile schämen sich nämlich die Menschen östlich der Elbe nicht mehr ihrer eigenen Biografie, sie schämen sich fremd, dass sie es zuließen so gebeutelt nach der Wende zu werden.

Um das zu verstehen sollte man ein Beispiel nennen, vor fast 2 Jahrzehnten fand im Cottbusser Stadion der Freundschaft ein DFB Pokalspiel zwischen Energie Cottbus und Karlsruhe statt, Karlsruhes Trainer Winnie Schäfer wusste gar nicht wo Cottbus eigentlich lag.

In der Halbzeit lag der KSC 1:0 hinten und für die Energie war das Tor zum Berliner Olympiastadion zum Finale fast offen, da hatte während der Halbzeitpause die ard Regine Hildebrandt auf Bild und Ton.

Die sagte ziemlich genau, warum hier in der Lausitz den Menschen es gut tun würde, dass Cottbus diesen Erfolg braucht –man hatte den Menschen zugesetzt in der Wendezeit.

Sieht man das heute, fährt man nicht nur in die Lausitz sondern kurz vor Frankfurt an der Oder, den Fluss aufwärts erkennt man zwar all die Leistungen der letzten 20 Jahre wieder, man sieht aber auch einen Teil von sterbenden Städten.

Eine davon ist nun einmal Eisenhüttenstadt, eine Stadt die den Namen Stalins trug und eine Hütte die tausenden von Bürgern Leben und Arbeit gab ist geschrumpft auf ein Viertel von dem was sie einmal war.

Da gibt es mehrere Beispiele, nicht nur Eisenhüttenstadt sondern Schwedt, Stralsund, Brandenburg und auch das märkische Strausberg, was war ist nicht mehr- betrifft auch Görlitz.

Das hat nun rein gar nichts mit DDR Nostalgie zu tun, diese Eigenschaft besitzen eigenartigerweise Ewiggestrige im Westen der Republik.

Den Menschen östlich der Elbe ging es um das Leben und Überleben in der Bundesrepublik und dazu stellten sie Fragen, bekamen aber von den Westimporten nicht immer Antworten die sie verstanden.

Das wiederum hat mit der Arroganz mancher Wessis zu tun, man qualifizierte einfach ab und daraus erfolgte eine Reaktion. Die Menschen reagieren nun einmal und denken mit, sehen was folgen könnte.

Dem alten Kader trauten sie nicht mehr, nur hatten die konservativen Parteien des Westens diesen auf den Amtsstuben belassen, von denen hatten einige bereits das CDU- Parteibuch und redeten weiter wie gestern geschult.

Man traute also sich der Nachbarschaft an und das waren nicht die Kirchen, denn auch diese versagten in diesem Teil Deutschlands nach der Wiedervereinigung, das Interesse des Nachbarn war die Struktur einer Partei die eigentlich am Boden lag, nämlich der PDS.

Mit all den neuen Kontakten auf unterer Ebene gelang es dieser Partei sich von Wahl zu Wahl zu stabilisieren und Verantwortung zu übernehmen.

Heute ist die Linkspartei östlich der Elbe die sog. Kümmerer Partei, mit dem Ohr an der Basis und es sind überwiegend junge und gut gebildete Leute die sich der Sorgen anderer annehmen.

Es ist die Generation der Enkel von Wandlitz, die sich losgesagt haben vom Gehabe des ZKs einer Einheitspartei, die in die Bundesrepublik hinein geboren wurden.

Mancher von denen denkt wahrhaftig sozialdemokratischer als mancher Seeheimer im Westen der Republik, nur in vielen Dörfern und Gemeinden des Ostens gibt es keinen sozialdemokratischen Ortsverein.

Das ist ein weiteres Manko, die SPD in der Fläche des Ostens zu installieren, auf diesem Sektor ist die Linkspartei um Jahre voraus.

Wer da meint sie zu überholen, das kann nur ein naiver Westimport sein- ein Realpolitiker im Osten sieht das nämlich ganz anders.

Es geht nämlich um die Option zur Linkspartei, die wiederum ist hier wesentlich besser als zu den in sich vereinten alten Kaderdenkweisen der CDU, auch wenn sich eine solche Zusammenarbeit teilweise bewährt hat wurde dieser Gedanke nur zaghaft in die SPD Parteizentrale transferiert.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 27. Dezember 2013 um 04:18 Uhr  

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