Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Neuigkeiten Ist das normal?

Ist das normal?

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Der folgende Artikel soll den aufmerksamen Leser, an meine viel zu früh verstorbene Katja erinnern.

Denn die sagte mir, „ich möchte mich sozialpolitisch aktiv für die Rechte von Behinderten einsetzen.“

Eigentlich etwas, was normal sein sollte und doch nicht normal ist, denn mit behinderten Menschen springt man umher und rechnet denen alles Mögliche gegen und auf.

Zur Erinnerung, mich sprach im Frühjahr des Jahres ein ehemaliger Kollege an, der Probleme bekam mit der Verlängerung seiner temporären EU- Rente.

Man wollte ihn diese Rentenzahlungen nicht verlängern und der Gerichtstermin stand bald bevor.

Sein Rechtsbeistand signalisierte bereits gedämpften Optimismus, was heißt: „in 85% der Fälle lehnt man eine Verlängerung der EU Rente ab.“

Das war die Ausgangslage, nach mehreren Gesprächen entwickelten wir eine Strategie, alternativ müsste der behinderte Kollege wieder an eine Arbeit herangeführt werden.

Dazu bieten sich die 400 Euro Jobs an, nicht der x beliebige, sondern der welcher in etwa seiner vorherigen Tätigkeit entsprach.

Ich hatte es mir einfacher vorgestellt, musste dann aber erkennen auf diesem Teilarbeitsmarkt der 400 Euro Jobber herrscht ein regelrechter Verdrängungswettbewerb, wir mussten ihn also profilieren.

Glück sollte man haben, es funktionierte und in dieser Zeit der sog. Schwebe vor der Verhandlung profitierte er sogar von etwas mehr Geld, was insgesamt über der Grundsicherung lag.

Das Glück hielt aber nicht lange an, das Gericht in der 2. Instanz entschied negativ.

Damit hatte er nur noch den 400 Euro Job, Grundsicherung beantragen ging auch nicht, seine Frau war eine der Schlecker Frauen.

Mitunter ist das Schicksal sehr hart, in der Phase als sich über Anton Schlecker etwas zusammen braute sprach er mich wieder an.

Das Schicksal seiner Frau wurde ihm bewusst und alle Hoffnungen wurden zerschlagen, sie ging durch das Tal der Tränen.

Wer kann dann eine Bitte abschlagen?

Seine Arbeitseinnahmen waren der verbliebene 400 Euro Job, für mich wurde es verständlich aus diesem Arbeitsverhältnis ein Wiedereinarbeitungsplan zu erstellen.

Das heißt die Belastungen steigern und als Normalarbeitsverhältnis darzustellen. Auch das ist nicht einfach, nur er hatte wiederum etwas Glück- man war mit seinen Leistungen als 400 Jobber zufrieden.

Normalerweise kann man darauf bauen, nur muss man den richtigen Gesprächspartner in den Betrieben finden.

Kurzum alle waren der Meinung eine 60% Stelle wäre das richtige.

Ich wurde also zum Verkaufsberater, hörte mir etliches an und fand doch zum roten Faden.

Sein Betrieb zeigte sich aufgeschlossen und der von mir gebrachte Hinweis „ man kenne ihn ja als zuverlässigen Minijobber“ brachte einen zunächst positiven Abschluss.

Mehr konnte ich nicht erreichen, eine planbare Zurückführung ins Normalarbeitsverhältnis, alles andere wird dann zur Formsache.

Eigentlich waren wir alle zufrieden, 2 Monate danach begann er zu wirken.

Einige Zeit danach telefonierten wir einmal, seine Frau stand kurz vor einer neuen Stelle, eigentlich hätte die Stimmung bestens sein müssen.

Nur dann sagte er mir etwas, was ich nicht für möglich hielt.

„Für 400 Euro im Monat arbeitete er 12 Stunden in der Woche, für 650 Euro netto im Monat arbeitete er 26 Stunden in der Woche.“

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 11. Dezember 2013 um 04:22 Uhr  

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 340
Beiträge : 5723
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 13884259

Verwandte Beiträge