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(T)Raumschiff Germania

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Der Weltraum, unendliche Weiten.

Wir schreiben das Jahr 2013.

Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs "Germania" mit dem zu einer Person verschmolzenen Kommandeur "AngSig" (Angela und Sigmar).

Es bricht ein neues Zeitalter an.

Man hat alle Streitigkeiten beigelegt und interstellare Allianzen geschlossen.

Die Vereinte Föderation (CDU/CSU,SPD) erteilt "AngSig" den Auftrag, mit dem flotten-Raumschiff "Germania" bislang unerschlossenes zu erforschen.

Unter dem Kommando von Captain "AngSig" reist das "Raumschiff Germania" und seine X-Mann starke Besatzung durch die Düsternis des Raums um dessen unendliche Weiten zu erkunden.

Das Koalitionspapier bricht über uns herein und mit nüchterner Brutalität wird über Armut in einem reichen Land gesprochen.

Zwar versucht man mit warmen Worten das Elend kleinzureden und gut aussehen zu lassen, aber seine dennoch absehbare Wirkung wird dieses verheerende Gemisch nicht beseitigen.

Armut wird zunehmend ein Thema und dank der vorhersehbaren Politik der jetzt als „Große Koalition“ in den Ring steigenden „Sozial-Saboteure“ stets beißender werden.

Denn die Großkoalitionäre verkaufen die Armut als keine Schande, sondern als Gütesiegel des Kapitalismus.

Die hierzulande einmal heimische „Soziale Marktwirtschaft“ wurde nicht etwa still und leise aufs unbezahlte Altenteil geschickt.

Nein, sie ist schlichtweg verreckt, auch dank der aktiven Sterbehilfe der SPD.

Nicht einmal für die Beerdigungskosten fand sich mehr ein edler Geber.

Captain "AngSig" erzählt aus dem gemischten Doppel über die wunderbare Zukunft der nächsten vier Jahre.

Aus dem GroKo-Papier wird vom flexiblen Arbeitsmarkt geredet, jenem Fleischmarkt, an dem sich die Abgehängten immer wieder für Hungerlöhne anbieten müssen.

Aber sie versprechen auch den Mindestlohn, der in der Ferne sichtbar sein soll.

Man muss nur genau hinschauen, dann quellen einem die Bilder der Bettler vor den Supermärkten, den Flaschensammlern an den Müllboxen, den frierenden Obdachlosen nur so entgegen.

Aber es werden einem beim Blick die Augen wehtun vom grellen Schein der anderen.

Von den anderen strahlt die ferne Macht der schwarzen Anzüge und Kostüme, überwältigen die Phalanxen der Polithändler, ist das satte Brummen dunkler Dienstwagen zu hören.

Und dazwischen ist Nichts.

Vielleicht wartet in der Ferne eine Gesellschaft auf Lösungen, aber man kann sie nicht durch die strahlende Helligkeit der mächtig Anderen erkennen.

Die Mächtig Anderen wollen eine Regierung des "Weiter-so" bilden, jedoch in einem Raumschiff der Ignoranz, der sozialen Blindheit und der Gewohnheiten fliehen sie vor einer Verantwortung, die ihnen angetragen wurde, in eine Welt, die für jene auf dem Boden nicht mehr erreichbar ist.

Das ist systembedingt, weithin unverkennbar und tatsächlich der Plan.

Der Kommunismus verstarb schon vor langer Zeit, der Sozialismus siechte so vor sich hin und verschwand ganz von allein.

Sicher waren und sind das keine wünschenswerten Optionen, aber statt nach geeigneten und tragfähigen Modellen Ausschau zu halten, blieb einfach nur der Kapitalismus übrig, der beginnt jetzt zu wüten.

Mit und nach der Wende hat er endgültig Oberwasser bekommen.

Sicher doch, jeder hier weiß was Heuschrecken sind, dass der pure Kapitalismus nun unser Staatswesen ist und wie toll doch die Börse sei.

Wir wurden in den letzten zwei Jahrzehnten verschärft erzogen auch dazu zu stehen.

Unter dem Label „Leistungsgesellschaft“ hat man es uns eingehämmert und eingetrichtert, dass wir auch mit weniger Lohn, weniger Sozialleistungen und schließlich mit weniger von allem klar kommen müssen, damit das alles weiterhin gut und reibungslos funktionieren kann.

In Anlehnung an die Überschrift darf man also sagen: „Armut ist keine Schande, sondern ein unverzichtbarer Indikator für das zuverlässige Funktionieren des Kapitalismus, zu dem wir uns bekennen.“

Jahrzehnte liegen hinter uns. Jahrzehnte, in denen eine dünne, fette Schicht sich schamlos weiter bereichern konnte.

In denen eine Mehrheit auf der Stelle tritt und eine wachsende Minderheit das Fürchten gelernt hat.

Es gab dann, vor den letzten Wahlen einen Moment der Wahrheit: Einige wollten so etwas wie Gerechtigkeit.

Wenigstens ein wenig sollte die kleine Fettschicht abgeben.

So viel, dass es für ordentliche Löhne für die Vielen gereicht hätte.

So viel, dass an einem Bildungssystem der sozialen Durchlässigkeit hätte gebaut werden können.

So viel, dass kaputte Straßen, verdreckte öffentliche Schulen und unzureichende Eisenbahnen hätten zügig repariert werden, dass Arbeit hätte Arbeit schaffen können.

Doch Steuererhöhungen für die Reichen sind im System nicht vorgesehen.

Statt dessen: Die Maut.

Eine weitere Steuer für fast alle.

Vor dem Steuergesetz, so spreizen sich die Maut-Koalitionäre, sind alle gleich.

Ob ihre Karre rostet oder ihr Daimler blinkt.

Und dann schreiben sie in den Vertrag: "Unser Land braucht eine `Neue Gründerzeit´.

Wir wollen Unternehmertum und Gründungsgeist stärken und zu mehr gesellschaftlicher Anerkennung verhelfen."

Oben, aus dem Cockpit des Raumschiffs, kommt der Funkspruch: Du hast eine Hartz-Chance, nutze sie, Erdling.

Und wer gut aufgepasst hat, der wird festgestellt haben, dass der künftige Feind nicht außen sondern innen zu lokalisieren ist.

Alles was wir heute im Krieg gegen den Terror unternehmen, dient nur dazu den Feind im Inneren unter Kontrolle zu bekommen.

Wenn der Abwehrapparat erst einmal stabil steht, dann mag ruhig auch der Feind einmal wechseln, das wird die Herrschaft nicht stören.

Man ist ja gut vorbereitet.

In den großen Städten werden wie am Fließband neue Luxushäuser gebaut.

Immer mehr Kunstgalerien in den besseren Vierteln machen immer mehr Umsätze.

Der Aktienmarkt vibriert vor lauter Nachfrage.

Und wo es gilt, die Mieten auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, da reden sie über die steuerliche Abschreibung im Mietwohnungsbau, den finanziellen Anreiz, das Kapital steuerlich günstig anzulegen.

"Effektivität - Bestimmt das Handeln. - Man verlässt sich blind - Auf den ander´n.", singt Major Tom in seinem Raumschifflied aus den 80er Jahren.

Blind sein, will die große Koalition natürlich nicht.

Und wenn dann die neuen Feinde vielleicht gewalttätige Demonstranten sind oder Leute die den Aufstand proben weil sie nichts mehr zu Fressen haben, weil sie kein Dach mehr über den Kopf haben, – völlig egal: Feind ist Feind.

Hierzu finden sich übrigens sehr viele gute Ansätze bei CDU und SPD wieder, Stichwort Vorratsdatenspeicherung, Sicherheitskonzepte, Überwachung, Aus- und Aufbau des Sicherheitsapparates.

Natürlich derzeit noch alles im Kampf gegen den Terror, aber auch der könnte ja, wie der Sozialismus und Kapitalismus auch, vom Aussterben bedroht sein … nur der Apparat überlebt.

Gedrängelt wird im militärischen Bereich: "Transatlantische Partnerschaft und NATO stärken" lautet eine Überschrift.

Und: "Wir bekennen uns zur NATO und zu ihrem neuen strategischen Konzept".

Um dann zu folgern: "Die Bundeswehr ist eine Armee im Einsatz."

Nicht eine Armee, die das Land verteidigen soll.

Kein Militär zum Schutz seiner Bürger.

Man ist im dauerhaften Einsatz.

Gegen wen, warum und wo, das bedarf schon nicht mehr der Begründung in der GroKo-Akte.

Auch ein Spannungsgebiet "Naher Osten und arabische Welt" wird uns als Spiegel zur Verschärfung der Lage vorgehalten.

"Wir bekennen uns zu der besonderen Verantwortung Deutschlands gegenüber Israel als jüdischem und demokratischem Staat und dessen Sicherheit."

Die Kommandanten des Raumschiffs dekretieren einen Religionsstaat, einen jüdischen, auch wenn sich dort auch andere Religionen befinden.

Und schließlich kommt, für alle Fälle, die Kriegsgarantie: "Das Existenzrecht und die Sicherheit Israels sind für uns nicht verhandelbar."

Welches Israel?

Ein Land, das sich bis heute weigert, seine Grenzen zu definieren, ist hier nicht verhandelbar?

Jenes der Gründung, das nach den erfolgreichen Kriegen gegen die Palästinenser, oder das Traumland aus der Bibel, für dessen Existenz nur noch ein paar Millionen Andersgläubige verschwinden müssen?

Weit hinten, kaum sichtbar, aus dem GroKo-Vertrag steht dann der erschreckend dürftige Satz: "Konsequenzen aus den Erkenntnissen des NSU- Untersuchungsausschusses: Wir stärken die Zentralstellenfunktion des Bundesamtes für Verfassungsschutz."

Genau das Amt, dem man die Begünstigung des braunen Terrors zuschreiben muss, soll gestärkt werden. Nicht zerschlagen oder aufgelöst.

Wenden wir uns noch einmal der Armut zu, denn mit ihr sind wir beileibe noch nicht fertig.

Armut und Not sind nicht nur in materieller Hinsicht von Belang.

Wir wollen einen weiteren wie gravierenden Sektor der Armut, gerade mit Blick auf die aktuelle Regierungsbildung, nicht ausgelassen haben.

Alle miteinander werden wir die Folgen dieser Armut zu spüren bekommen.

Geistige Armut ist aber eine Schande, oder auch nur System.

Die Erdanziehungskraft - Ist überwunden. - Alles läuft perfekt, - Schon seit Stunden - singt Major Tom und hat das Außerirdische der Koalition vorweggenommen.

Es gibt nicht viel Hoffnung, aber vielleicht können jene Mitglieder der SPD, die mit beiden Beinen auf der Erde stehen, denen der schwere Dienstwagen-Traum ihrer Parteispitze nicht den Blick auf die Wirklichkeit vernebelt hat, uns aus dem Elend eines unbeschwerten, gedankenlosen Weitermachens erlösen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 04. Dezember 2013 um 14:28 Uhr  

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