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Armut - eine Schuld!

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Da ist er wieder der Geist der Armut!

Im Schatten derer die das globale Spielfeld vermessen stieg er  empor  wo demokratisches ererbt und ein Gesellschaftsvertrag unangreifbar schien.

In einem Umfeld in dem Chancengleichheit garantiert  und das Versprechen der Teilhabe im System verankert schien  war es ein Tabubruch auf breiter Basis der eine Gezeitenwende einleitete.

Erstmals definierte die Eliten der Gesellschaft ein Model jenseits des Anspruchs der Teilhabe einer breiten Bevölkerungsschicht.

Und erstmals wurde ein globaler Anspruch dem  sozialen Zusammenhalt übergeordnet.

Da aber nun jede Entscheidung Konsequenzen hat überrascht es kaum das sich in dieser globalen Gesellschaft wo Länder grenzenlos  und Märkte ungebunden sind nun jene zurück bleiben die vom Status, Bildung oder Mittel her an diesem Wettlauf nicht mehr teilnehmen können.

Sie bleiben zurück in einem national-staatlichen System das im globalen Wettbewerb zunehmend seine Souveränität an den Anspruch eines Marktes abgibt der manchmal verdeckt-, manchmal ganz offen  dem Landesverbänden seine Bedienungen diktiert.

Hierbei gibt es vor dem Hintergrund chronisch überschuldeter Haushalte kaum noch Tabus.

Ob die Teilfinanzierung von Löhnen oder die Subventionierung von Strom bis hin zum zinslosen Kredit wird fast alles allein für die Standortfrage (oder Standortsicherung) in Aussicht gestellt.

Das hierfür oft soziale Aufgaben zur Disposition gestellt werden müssen wird aus Gründen der Systemrelevants  billigend in Kauf genommen.

In diesem Umfeld in dem auch öffentliche Aufgaben zunehmend nicht mehr geleistet werden können ist die gesellschaftliche Neigung Armut als Schuld zu definieren größer den je.

Es ist von da her wohl auch kein Zufall das Menschen die im Rahmen eines Arbeitsplatzverlustes, eines prekären Beschäftigungsverhältnisses oder einer Minirente die auf staatliche Hilfe angewiesen sind als Asozial, Unterschicht oder Hilfe-Empfänger nicht vorwiegend in ihrer finanziellen Not gesehen werden sondern  als Leistungsverweigerer in einer funktionalen Gesellschaft.

Eine Logik die durchaus im politischen Gesellschaftskonzept ihren Widerhall findet.

Wie anders wäre es zu erklären das die Politik in Kenntnis der Fakten über eine Mindestrente nachdenkt die einen ungebrochenen Lebenslauf und eine erhebliche Eigenleistung als Maßstab nimmt obwohl bereits heute ein Viertel der Arbeitnehmer keinen unbefristeten Vollzeitjob mehr haben und jeder fünfte Beschäftigte im Niedriglohnsektor tätig ist?!

Auch der Umstand das es weniger als 10Jahre bedurfte um die Kinderarmut in Deutschland um 100% ansteigen zu lassen scheint zur Zeit niemanden zu veranlassen über einen grundsätzlichen Systemfehler nachzudenken.

Ebenso wenig wie der Umstand dass der Markt einen Fachkräftemangel moniert obwohl zunehmend junge Menschen trotz guter Ausbildung von einem unbezahlten Praktika zum nächsten vagabundieren ohne Aussicht auf Perspektive.

Vor dieser Kulisse ist es durchaus erstaunlich dass jenseits einiger überschaubarer extremistischer Gruppen es kaum ein deutsches Aufbegehren gibt obgleich  gerade hier die soziale Kluft in der Gesellschaft überdurchschnittlich gewachsen ist.

Mehr noch, Studien haben erwiesen das sich gerade arme Bevölkerungsschichten als besonders Staatstreu gezeigt haben.

Da scheint es dann  auch nicht mehr so verwunderlich das es der Politik nur mit dem Mittel einer Leitfigur und dem Versprechen das alles bleibt wie es ist ein historisches Ergebnis einfahren kann.

Denn in dieser Gesellschaft die sich über den Leistungsanspruch definiert ist Armut nicht mehr ein systematisches-, sondern ein persönliches  Versagen.

Dieses Bild das sowohl in der Mittel – wie in der Arbeiterschicht traditionell sehr ausgeprägt ist wird Armut gleich dem Reichtum als persönlicher „Verdienst“ ein gepriesen!

Da vermögen selbst entlastende Fakten aus offiziellen Quellen den in Not geraten nicht von seiner Scham zu befreien.

Es ist wohl auch diesem alten Volksglauben von persönlicher Haftung geschuldet das selbst Aufgaben die vor dem Hintergrund der Generationsfrage als gesellschaftliche Gesamtverantwortung definiert werden immer noch einseitig als Last einer verarmten Arbeiterschicht angerechnet werden können ohne das diese mit Nachdruck die Solidarität privilegierter Gesellschaftsschichten einfordert.

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 03. Oktober 2013 um 15:17 Uhr  

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