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Wahlverweigerer und andere Schwätzer

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Sicher. Man kann die Uhr danach stellen, immer kurz vor der Bundestagswahl treten sie vor die Kameras, schreiben flammende Appelle, loben das Wahlrecht - den Urnengang - als den ultimativen Ausdruck von Demokratie.

Politiker, Journalisten, Bischöfe und Wer-Weiß-Noch-Alles. Danach tritt Erschöpfung ein. Vier Jahre lang.

Doch seit es schick geworden ist, sich als Wahlverweigerer zu outen, müssen wir den Gipfel selbstdarstellerischer Heuchelei erleben.

Seit es schick geworden ist, dass sich Journalisten gegenseitig interviewen, dürfen wir Sätze wie diese genießen:

„Wenn Frau Merkel oder der Bundespräsident nichts zu aktuellen Themen zu sagen haben, warum soll ich dann darüber nachdenken?“

Dieser unwidersprochene Blödsinn einer Journalistin bei Günther Jauch treibt einem die Tränen in die Augen. Vor Lachen oder doch vor Weinen.

Ausgrechnet diejenigen, die jahrelang quasi in einer Symbiose mit der Politik gelebt haben, offenbaren so nicht nur ihre komplette Abhängigkeit von den Politikern, sondern präsentieren uns ihre Unfähigkeit des Selber-Nachdenkens auch noch als besondere Tugend.

Das ist dummdreist, ja erbärmlich.

Bascha Mika schreibt in einer FR-Kolumne über diese Spezies:

"Als Wahlverweigerung noch von armen Schweinen ohne Geld und Bildung betrieben wurde, galt es als demokratiegefährdend und asozial. Jetzt, wo sich intellektuelle Gesellschaftskritiker hinzugesellen, ist das Verhalten geadelt."

Doch es kommt noch schlimmer.

Zu diesen Auguren wichtiger Staatshandlungen, den Protagonisten der Wahlverweigerung, Weissagern, die ehedem den Willen der Götter aus den Eingeweiden der Opfertiere ablasen, gehört auch ein gewisser Peter Sloterdijk.

Ausgerechnet der Sloterdiyk, der "Modifikationen am genetischen Material des Menschen einen natürlicher Ausleseprozeß dieser neue Gattung" propagierte.

DIE ZEIT schrieb am 2. September 1999:

"Ihm schwebt eine demokratiefreie Arbeitsgemeinschaft aus echten Philosophen und einschlägigen Gentechnikern vor, die nicht länger moralische Fragen erörtern, sondern praktische Maßnahmen ergreifen. Diesem Elitenverbund fällt die Aufgabe zu, mithilfe von Selektion und Züchtung die genetische Revision der Gattungsgeschichte einzuleiten."

Bei der Haltung ist es nicht verwunderlich, dass der Herr nicht zur Wahl gehen möchte. Wenn nur "echte" Philosophen wie er und "einschlägige" Gentechniker mit Hang zur Menschenzüchtung zur Wahl stünden, wäre das sicher anders.

Natürlich machen Wahlen allein noch keine Demokratie, doch darum geht es den Möchtegern-Rebellen, denen, die sich uns als Quasi-Widerständler präsentieren, die das "politische System in Unruhe versetzen" wollen, auch gar nicht.

Denn ansonsten könnten sie uns ja mit all den schönen Taten überraschen, die sie für den Erhalt,  Aus- oder Aufbau der Demokratie geleistet haben.

Doch da ist Fehlanzeige.

Ein System in Unruhe versetzen mit Wahlverweigerung?

Ja, habt hr sie noch alle?

Und welches System meint Ihr überhaupt?

Das System, das Euch durchgefüttert hat?

Was bleibt, ist populistische Politikerschelte - leeres Geschwätz.

Und dann gab es da noch jemanden, der bei Markus Lanz auftrat und sich damit brüstete, noch nie zur Wahl gegangen zu sein.

Seine Begründung, kein Politiker habe ihn überzeugt.

Ihm sei gesagt: Junge, wenn Du eine gute Fee oder einen Märchenprinzen suchst, tu Dich in der Literatur um. Dort gibt es sie zuhauf.

Allen anderen rate ich:

Geht zur Wahl, aber behaltet Eure Stimme, Ihr werdet sie noch dringend benötigen!

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 15. September 2013 um 13:40 Uhr  

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