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Der freie Fall in die Armut

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Es gibt im Neoliberalismus keine Versicherung gegen Armut, weder auf materieller noch auf immaterieller Basis.

Armut ist nämlich der freie Fall von Menschen in einem vom Neoliberalismus geprägten System.

Ein System der kapitalistischen Handlungsmöglichkeiten, setzt auf Zuwachs und innerhalb dieses Trends stören Berichte über die fortschreitende Armut.

Dabei setzt man auf Funktionen, die mitunter willig übernommen werden.

Die eigentlich willige Presse wird zum Zwangsverteidiger eines nicht mehr vorhandenen Wohlstandsstandstaates, politisch interpretiert heißt das: die nationale Karte ziehen.

Dem widerspricht aber die bereits sich hartnäckig festgesetzte noble Armut in unseren Regierungen und das wiederum endet in kommunaler Handlungsunfähigkeit.

Da liegt es weniger am Willen der Stadtväter sondern an den angehäuften Schulden.

Die Verschuldung ist ein Übel der sichtbaren Armut, Verschuldung könnte der Ausgangspunkt sein.

All denen, die sich mit der Armutsforschung beschäftigen, fordern ein „ Zurück zur Bescheidenheit“, allerdings sollte man diese Aussage interpretieren.

Armut wird nämlich in Teilen unserer Gesellschaft von oben nach unten exportiert, es gibt Regionen die der Neoliberalismus aufgab und er fühlt sich nicht mehr verpflichtet gegenüber dem Ergebnis.

Das ist der moderne soziale Kahlschlag und dieser wiederum kann jeden von uns treffen, man spürt den Rückgang innerhalb der gesellschaftlichen Verantwortung.

Man überträgt Lasten auf die Allgemeinheit, der Neoliberalismus hinterlässt somit Spuren des Kahlschlages.

Alle Rezepte, die danach handelnde Politiker ins Volk werfen gehen eigentlich am Kern der Sache vorbei, denn kein Marktsystem regelt den freien sozialen Fall der betreffenden Menschen.

Menschen die davon betroffen sind befinden sich in einem sozialen Maßregelvollzug.

Davor schützt auch nicht eine der oft gepriesenen höhere Bildung, aber auch nicht die Eigenvorsorge.

Es stellt sich die Frage, ist es mittlerweile zur Pflicht des Menschen in dieser Republik geworden, mittels Eigenvorsorge der Armut vorzubeugen?

Wenn dem so ist, dann läuft man Gefahr älter, krank und Kinderreich zu werden.

Dann verlässt der Staat seine elementare Aufgabe der Staatsbedürftigkeit seiner Bürger nachzukommen, etwas was derzeit finanzschwache Kommunen bereits umsetzen.

Man lässt Schulgebäude verrotten, beschäftigt Fachlehrer unterbezahlt und temporär, schließt öffentliche Hallenbäder und erweitert die Zahl der Kinder pro Erzieher.

Die Staatsbedürftigkeit der Bürger spielt im System des Neoliberalismus keine wesentliche Rolle mehr, man speist den betreffenden Bürger mittels Wartenummer ab und verweist auf statistische Erfolge.

Diese statistischen Erfolge sind die Rabattschlachten des Neoliberalismus, irgendwann demontiert man sich und die Spirale nach unten setzt sich in Bewegung.

Auswirkungen davon sieht man in jeder mittelgroßen Stadt unserer Republik, die Innenstädte sind fast identisch.

Von Rudis- Resterampe zur Drogerie Kette, vom Billigbrotshop zum Bankautomaten, vom Handy Laden zum Spätverkauf.

Alles Geschäfte mit hochbezahlten Fachpersonal, na Freunde- damit sinkt das Volkseinkommen und der Steuerzufluss, es verdient damit nur der Vermieter.

Wir haben somit einen Teil unseres Wohnumfeldes der Spekulation freigegeben und damit hat sich das Lohnniveau mitunter innerhalb von 10 Jahren in diesen Städten um mehr als 30% verringert, im Gegensatz dazu stiegen die Mieten um 25%.

Der Beginn einer Schieflage, die offensichtlich in Armut landet.

Vor 30 oder 40 Jahren waren es die Kredit- bzw. Abschlagzahlungsverpflichtungen von etlichen Privaten, die viele Haushalte zum Zwangssparen führte, heute sind es die Kreditkarten sowie die Leasings.

Es sind aber auch die relativ hohen Versicherungspauschalen, die viele zum Rechnen bewegt.

Die Überschuldung des Einzelnen ist mitunter der Beginn einer zeitlich länger dauernden Armut, da greift der Satz „ zurück zur Bescheidenheit“.

Das heißt: vorher und nicht nachher, denn der Verarmte muss Zwangssparen.

Was kennen wir eigentlich davon, was ist uns eigentlich davon bewusst und was wird davon berichtet?

Wissen wir eigentlich wer was verdient, wissen wir eigentlich wem wir was zumuten möchten?

Ein Arbeitsloser bekommt im Schnitt 62% seines letzten durchschnittlichen Nettoverdienstes über den gesetzlichen Zeitraum.

Eine durchaus tolle Regelung, mancher Angestellter mit 3000 Euro netto wird theoretisch in seinem Arbeitsleben min. sich 3 oder 4 mal sich zwischen 2 Firmen befinden, wie sieht es aber mit der Arzthelferin aus, die mit 1600 Euro netto nach Hause gehen muss und wenn die dann noch eine allein erziehende Mutter ist und was ist mit dem Metallwerker aus dem Umland, der Pendler der nicht monatlich über 1300 Euro netto kommt?

Nun macht euch nichts vor, welche Art von privater Vorsorge sollen die denn noch machen, um sich vor Armut und Altersarmut zu versichern?

Einfach nicht nachvollziehbar, der Pendler mit den 1300 Euro netto ist mehr als 11 Stunden tag täglich von Zuhause entfernt, vielleicht hat er noch eine Nebentätigkeit um monatlich über die Runden zu kommen, an Weiterbildung ist dabei nicht zu denken.

Die Schwelle zur Armut beginnt wenn die ökonomische Lage angespannt ist, denn in einer solchen Lage darf niemand ausfallen.

Dieses System funktioniert wie ein Durchlauferhitzer, Leben und am Leben teilnehmen findet in einer Scheinwelt statt. Wir müssen uns endlich damit beschäftigen, denn die Armut in unserem Land wirkt wie eine Zeitbombe.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 23. September 2013 um 05:08 Uhr  

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