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Der Arbeiterkaiser

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"August Bebel starb wie ein Kaiser. Und er war es ja auch gewesen-lange zu Lebzeiten: ein Kaiser der Arbeiter und der kleinen Leute." Willy Brandt

Als August Bebel am 13. August 1913 im Alter von 73 Jahren in einem Schweizer Kurort an einem Herzleiden stirbt, nehmen an der anschließenden Trauerfeier in Zürich Zehntausende von Menschen teil, darunter führende Vertreter sozialistischer Parteien aus zahlreichen Ländern.

Die Züricher Wochen-Chronik schreibt zum Tod von August Bebel:

"Der unerwartete Tod des 73-Jährigen hat in der ganzen Welt ein größeres Aufsehen erregt, als der eines gekrönten Hauptes."

Bebels Lebenslauf auf einen Blick

1847-1854 Besuch der Armen- und Bürgerschule Wetzlar

1854-1857 Drechslerlehre und Geselle in Wetzlar

1860 Übersiedlung nach Leipzig

1861 Anschluß an die Arbeiterbewegung

1864 selbständiger Drechslermeister in Leipzig, erste Werkstatt Petersstraße

1865 Vorsitzender des Leipziger Arbeiterbildungsvereins

1866 Heirat mit Julie Otto (1843-1910)

1867 Vorsitzender des Verbandes der deutschen Arbeiterbildungsvereine

1866 mit Wilhelm Liebknecht Gründung der Sächsischen Vokspartei und Wahl zum Kandidaten dieser Partei in den Reichstag des Norddeutschen Bundes
Anschluß an den Marxismus unter dem Einfluß Liebknechts und Gegnerschaft zu Ferdinand Lassalle und zum Allgemeinen deutschen Arbeiterverein (ADAV)

1869 mit Liebknecht Gründung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP)

Ab 1871 Mitglied des deutschen Reichstages

1871-1891 Mitglied des sächsischen Landtags

1872 mit Liebknecht wegen Vorbereitung des Hochverrats und Majestätsbeleidigung zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt (Landesgefängnis Zwickau, Schloß Hubertusburg); Studium der Schriften von Marx und Engels

1875 in Gotha unter Führung Bebels Vereinigung von SDAP und ADAV zur Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP)

1881 Übersiedlung nach Dresden

1883-1907 Beiträge für "Die Neue Zeit"

1886 dasselbe wegen Geheimbündelei

Ab 1890 wohnhaft in Berlin, Redakteur des "Vorwärts"

1891 am Erfurter Programm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD)
beteiligt

1909-1913 überwiegend in der Schweiz

August Bebel - Aus meinem Leben - bei Projekt Gutenberg
http://gutenberg.spiegel.de/buch/4234/1

Bebels Einfluss auf die Entwicklung der sozialistischen Arbeiterbewegung und die SPD war größer als die jedes anderen Politikers seiner Generation.

Zum 150-jährigen Parteijubiläum bemüht sich die deutsche Sozialdemokratie, die Erinnerung an diesen großen Sozialdemokraten, Sozialisten und Weltbürger August Bebel wachzuhalten.

Besonders in Sachsen, dort wo er gemeinsam mit seinem Genossen und Weggefährten Wilhelm Liebknecht gelebt und politisch gewirkt hat.

Im sächsischen Wermsdorf verbüßten Bebel und Liebknecht nach dem Leipziger Hochverratsprozess auf Schloss Hubertsburg eine zweijährige Festungshaft.

Dort befindet sich noch heute ein weithin fast unbekanntes kleines Museum, welches das Wirken der beiden Freunde und Weggefährten würdigt.

In Wermsdorf war auch Clara Zetkin ab 1878 für ein Zeit als Hauslehrerin tätig.

Wie verlief nun das Leben dieses charismatischen Mannes?

August Bebel wird 22. Februar 1840 als Sohn eines preußischen Unteroffiziers in Deutz bei Köln geboren.

Im Alter von 6 Jahren stirbt sein Vater und er besucht ab 1847 die Armen- und Bürgerschule in Wetzlar.

Neben dem Schulbesuch muss er durch Heimarbeit zum Familienunterhalt beitragen.

Nach dem Tod seiner Mutter 1854 ist er mit 14 Jahren ein Waise.

Der junge August absolviert von 1854-1857 eine Drechslerlehre und arbeitet als Geselle in Wetzlar.

Nach seinen Wanderjahren als Handwerksgeselle in Süddeutschland und Österreich, lässt Bebel sich 1860 in Leipzig nieder.

Dort wird er 1861 Mitglied des Gewerblichen Bildungsvereins und in der Folgezeit beginnt er im Selbststudium seine geistige Auseinandersetzung mit den Schriften von Ferdinand Lasalle.

1863 nimmt Bebel am ersten Vereinstag Deutscher Arbeitervereine teil.

1865 wird er Vorsitzender des Arbeiterbildungsvereins.

Im gleichen Jahr macht er die Bekanntschaft mit Wilhelm Liebknecht, unter dessen Einfluß er sich dem Marxismus annähert.

Gemeinsam mit Liebknecht gründet er ein Jahr später die Sächsische Volkspartei, als deren Abgeordnete beide ein Jahr später in den Norddeutschen Reichstag gewählt werden, Bebel im Wahlkreis Glauchau-Meerane.

1869 gründen Bebel und Liebknecht in Eisenach die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP), deren Programm und Statuten von Bebel entworfen werden.

1871 wird Bebel Mitglied des Deutschen Reichstags, dem er 42 Jahre lang bis zu seinem Tode ohne Unterbrechung angehört.

Dort hält er am 25. Mai 1871 seine berühmte Rede zur Pariser Kommune: "Meine Herren, und wenn auch im Augenblick Paris unterdrückt ist, dann erinnere ich Sie daran, daß der Kampf in Paris nur ein kleines Vorpostengefecht ist, dass die Hauptsache in Europa uns noch bevorsteht und dass ehe wenige Jahrzehnte vergehen, der Schlachtruf des Pariser Proletariats 'Krieg den Palästen, Friede den Hütten, Tod der Not und dem Müßiggange!' der Schlachtruf des gesamten europäischen Proletariats werden wird."

1872 erfolgt in einem Schauprozess seine Verurteilung zu zwei Jahren Festungshaft wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" und gemeinsam mit Liebknecht zu weiteren neun Monaten wegen „Majestätsbeleidigung“.

Unmittelbar nach seiner Haftentlassung nimmt Bebel 1875 in Gotha am Vereinigungsparteitag der beiden großen Organisationen der deutschen Arbeiterbewegung - der SDAP und des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins von Lassalle - zur Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) teil.

Von 1878-1890, In der Zeit der Sozialistengesetze, wird Bebel im Reichstag zum schärfsten Kritiker der politischen Zustände im Deutschen Reich.

Die SAP kann trotz scharfer Repressionen ihre Stimmenzahl bei Reichstagswahlen verdreifachen.

Nach ersten persönlichen Begegnungen mit Marx und Engels im Jahre 1880 wird Bebel ein Jahr später wegen seiner politischen Betätigung aus Leipzig ausgewiesen und siedelt nach Dresden über.

Bebel ist neben Karl Kautsky maßgeblich an der Ausarbeitung des "Erfurter Programms" der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) beteiligt, wie sich die Partei seit dem Jahr 1890 nennt.

Die SPD entwickelt sich jetzt schnell zur Massenpartei mit Sachsen als Keimzelle und Motor.

1892 wird August Bebel neben Paul Singer zu einem der beiden Vorsitzenden der SPD gewählt.

Eine Doppelspitze gab es also schon vor fast 120 Jahren und ist nicht etwa eine Erfindung der Grünen, wie heute viele meinen.

BEBEL bleibt Vorsitzender der SPD bis zu seinem Tod.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 13. August 2013 um 09:55 Uhr  

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