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Plädoyer für eine steuerfinanzierte "Mütterrente"

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Die Durchschnittsrente einer bayerischen Rentnerin liegt gegenwärtig bei ca 667 Euro – eine etwaige Witwenrente nach dem Ableben des Ehemannes schon eingerechnet.

Immer mehr Rentnerinnen werden angesichts solch niedriger Zahlbeträge auf die soziale Grundsicherung im Alter verwiesen.

Viele ältere Mütter (und einige wenige Väter) sehen sich zudem grob benachteiligt.

Denn sie bekommen für ihre Rente pro Kind nur ein Kindererziehungsjahr rentensteigernd anerkannt, wenn die Kinder vor dem 01.01.1992 geboren wurden.

Für jüngere Erziehungspersonen bzw für Kindsgeburten nach dem 31.12.1991 gibt es dagegen drei Kindererziehungsjahre anerkannt.

Das trifft vor allem die Rentnerinnen im alten Bundesgebiet.

Denn für die älteren Mütter war im alten Bundesgebiet lange Zeit ein anderes Lebensmodell vorherrschend als etwa in der ehemaligen DDR – nämlich das der Hausfrau und Vollzeitmutter oder der teilzeitarbeitenden Hinzuverdienerin.

Anders als in der Ex-DDR gab es aber auch kaum Krippen- und Kitaplätze.

Und es gab keine Ganztagsschulen. Viele Mütter konnten nicht in Vollzeit arbeiten und mussten infolgedessen auch längere Unterbrechungszeiten in Kauf nehmen.

Je mehr Kinder erzogen wurden, desto grösser wurden in der Regel die Lücken bei der Rente.

Soweit eine Erwerbstätigkeit zeitweise vorlag, wurden die Frauen mit deutlich niedrigeren Löhnen als ihre männlichen Kollegen abgespeist.

Kein Wunder, dass unter diesen Bedingungen keine auskömmlichen Rentenanwartschaften entstehen konnten.

Doch über einen Mangel an Arbeit musste sich die ältere Müttergeneration gewiss nicht beklagen.

Ihre Erziehungsleistungen sind gesellschaftlich keinen Deut weniger wertvoll als die Erziehungsleistungen jüngerer Generationen.

Es ist höchste Zeit, dass endlich eine Gleichstellung sämtlicher Kindererziehungszeiten erfolgt.

Unabhängig vom Zeitpunkt der Geburt der Kinder.

Die Erziehungsleistungen älterer Mütter (und Väter) müssen in der gleichen Weise wie bei jüngeren Erziehungspersonen bei der Rente berücksichtigt würden.

Also bis zu drei Jahre pro Kind.

Das ist nur gerecht.

Doch wie finanzieren ?

Denn die Aufstockung auf drei Kindererziehungsjahre für Geburten vor 1992 geht ins Geld. Gut 6,5 Mrd Euro kostet die Aufstockung für ein zusätzliches Kindererziehungsjahr.

Insgesamt gut 13 Mrd Euro also bei einer Gleichstellung mit den jüngeren Kindsgeburten. Jahr für Jahr. 

Die Anerkennung von Kindererziehungszeiten in der Rentenversicherung stellen eine weitreichende sozialpolitische Leistung dar.

Für die Geburten vor 1992 sind keine Beiträge an die Rentenversicherung geflossen.

Sie sind damit eine sog. „versicherungsfremde“ Leistung.

Deshalb dürfen die Kosten nicht einfach der Versichertengemeinschaft aufgebürdet werden. 

Es kann mithin nur einen seriösen Finanzierungsweg geben: aus dem allgemeinen Steueraufkommen durch einen entsprechend höheren Bundeszuschuss an die Rentenversicherung.

Die Finanzierung stünde dann auf einer weitaus grösseren Basis.

Und sie wäre obendrein gerechter: weil Spitzeneinkommen wegen der Steuerprogression einen grösseren Anteil zur Finanzierung der Mütterrenten beitragen würden als mittlere Einkommen.

Niedrige Einkommen blieben wegen des Grundfreibetrages verschont.

Für die Zukunft müssen wir freilich durch den gezielten Ausbau der Ganztagsangebote vor und während der Schule und durch partnerschaftliche Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern dafür sorgen, dass Mütter wie Väter gleichermassen eigenständige Rentenanwartschaften erwerben können.

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 28. Juli 2013 um 13:24 Uhr  

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