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Gefangen im Diktat der Macht

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Etwas was uns allen bereits aufgefallen sein müsste, kann man beschreiben als die vorherrschende Geltungssucht mancher Zeitgenossen.

Besessen von einer Gier, sich in einer schnell wandelnden Welt stets zur Geltung zu bringen, das hat zwar kaum mit der realen Situation zu tun sondern das wurde zu einem gesellschaftlichen Drang, der manche in seinen Bann zog.

Diese neue Art der Geltungssucht macht keinen Halt vor der Geschlechtertrennung noch vor den vorhandenen sozialen Klassen dieser Gesellschaft, sie unterwandert in Stadt und Land klein und groß.

Erkennbar eigentlich nur daran, dass man die Gleichheit außer Kraft setzt, dass müsste Jedem widerfahren sein, daran müsste sich Jeder erinnern.

Wer kennt nicht solche Sätze mit dem Wort „definitiv“, ein Wort was man vor Jahren ganz selten hörte, heute soll es den Anspruch der Meinung der Geltungsbedürftigen untermauern.

Die sog. Geltungsbedürftigen sind somit im Bann der Sucht gefangen sich mittels ihrer Wortwahl Geltung zu verschaffen.

Bloß wer hört ihnen zu, wenn sie ihrer Geltung Luft machen?

Ist unsere Gesellschaft mittlerweile nicht zu einem Vielzweckluftablassventil geworden, in der jener Schein noch immer vor das Sein kommt?

Womit identifizieren sich jene Geltungsbedürftigen und worauf beziehen sie sich?

Sie identifizieren sich mit der Jetztzeit, lehnen damit Verantwortung ab, weil ihnen der historische Bezug lästig ist.

Beziehen setzen sie um auf ihr Leben, den anderen möchten sie ja nur mal sagen, nur mal denken, nur mal mitteilen- meistens endet das mit „ mir geht es gut“.

Die Geltungssucht vieler unter uns kennt das Wort „ Verantwortung“ nicht, uns wurde ein verantwortungsvolles Denken nicht mehr gelehrt.

Die Gier nach dem sich Geltung zu verschaffen schob die gesellschaftlichen Querdenker in die Schmuddel Ecke.

Unserer Republik fehlt es nun an jene offensive Querdenker, ein Ergebnis unserer wissenschaftlicher Trimm Dich Bewegung zum systemkonformen Ja- Sager.

Ist dann nicht die Gier nach Geltung der eigenen Person eine systemrelevante Konsequenz der Ellenbogengesellschaft?

Einer Gesellschaft der in den Grundfesten das Wort „ Solidarität“ abhandenkam, Solidarität folgt der Gleichheit und der Brüderlichkeit. Wo steht es in dieser Republik mit der Gleichheit?

Gibt es gleiche Chancen, gibt es gleiche Mittel in der Auseinandersetzung, gibt es gleiche Informationen, gibt es ein gleiches Recht, gibt es gleiche Vergütung für Frauen und Männer, gibt es gleiche Bildungsabschlüsse und gibt es die Gleichheit im Alter?

Brüderlichkeit bedeutet doch praktizierte Gerechtigkeit, wer verteidigt nicht seinen Bruder, wer stellt sich nicht schützend vor seinen Bruder, wer liebt nicht seinen Bruder und mit einem Bruder verbindet einem mehr als die Basis des Lebens sondern Sicherheit und Zutrauen.

Opferten wir also Teile der Brüderlichkeit unserer eigenen Sucht nach der Geltung wegen?

Wenn dem so ist, wie man manchmal annehmen darf, dann ist unsere Gesellschaft anfällig, eine anfällige Gesellschaft diskutiert nicht sondern vollzieht.

Im übertragenden Sinne entwickelt sich eine willige Vollzugsgesellschaft, die das Denken ausklammert.

Eine Vollzugsgesellschaft hat ihr Eigenleben, sie möchte berieselt werden, man treibt in ein Leben der Jetztzeit des Glücks.

Damit entfernt man sich von den Tugenden des Lebens, eine Tugend ist die Selbstbeherrschung, das könnte auch die Bescheidenheit sein und die andere Tugend ist ein Ziel, nämlich die Selbstbestimmung.

Wir sollten also wieder uns mit unseren menschlichen Tugenden beschäftigen, sich des Konsumterrors widersetzen heißt die Selbstbeherrschung zurück gewinnen, Bescheidenheit sollte nicht der Geiz sein sondern das erfüllte Leben mit immateriellen Werten.

Ein Leben angenehmer machen ohne die gesellschaftlichen und abgrenzenden Statussymbole, denn das ist die nachhaltige Herausforderung.

Selbstbestimmung ist noch weit entfernt und endet bereits für viele von uns bei der Mitbestimmung.

Die Wiederentdeckung der Mitbestimmung ist somit eine demokratische Erneuerung und bezieht sich auf alle Bereiche unseres Lebens, sie beginnt beim Zuhören und wird das Gespräch beherrschen.

Wer hat noch den Mut und findet Gefallen den anderen Menschen zuzuhören, wer geht noch auf die Probleme des Nachbarn ein?

Sind uns die Probleme unserer Nachbarn nicht störend und lästig geworden, dann sind wir ein Opfer unserer Zeit geworden.

Wir geben doch mittlerweile dem Schwachen in unserer Gesellschaft fast keine Chancen mehr sich aufzurichten, sondern möchten seinen Weg diktieren.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 02. August 2013 um 03:12 Uhr  

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