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Der eigene Finanzstatus

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Die Feststellung des Finanzstatus, eigentlich eine durchaus nüchterne Angelegenheit, jedenfalls war ich einer von Jenen der stets seinen Zuhörern mit auf dem Weg gab, das ganze Jahr zu betrachten.

Es ist einmal so und das wurde zur Regel, bei 12 Monatseinnahmen werden die monatlichen Ausgaben nur 6 bis 7 x unter den Einnahmen liegen.

Es gibt sie, diese bekannten Monate wo die Ausgaben den Einnahmen davon laufen, mitunter sind es 2 oder 3 pro Jahr.

Um wieder auf null zu kommen benötigt man ebenso viele.

Das ist eigentlich erwiesen, nur wer handelt dementsprechend und kann es noch, dem sei gesagt, wer im Alter von 50 Jahren noch keine stabilisierenden Maßnahmen ergriffen hat, dem wird es kaum im Alter gelingen.

Kommen wir zurück zum Finanzstatus, der wiederum ist nur eine Stichtagsfeststellung, bei näherer Betrachtung kann man jedoch einen Trend feststellen.

Dieser Trend macht Banker hungrig und sie werden neugierig und das wiederum aus guten Grund, denn es ist nun einmal ihr Beruf Geldgeschäfte zu machen.

Trotzdem rate ich zur Vorsicht, denn alle die Angebote welche sich auf die Grundlage der Riester Rente beziehen, werden zunächst innerhalb von 15 Anlagejahren kaum die Versorgungslücke in der Rente füllen.

Eine sicherlich und mitunter in Vergessenheit geratene Form einer Altersanlage ist Einbeziehung des Gesetzes über vermögenswirksame Leistungen, kurzfristig über eine Laufzeit von 7 Jahren.

Dazu bietet sich der Abschluss eines Bausparvertrages an: 7 Jahre Aufbauphase unter Ausschöpfung der vermögenswirksamen Leistungen werden zw. 3000 und 4000 Euro am Ziel bieten.

Dafür benötigt man keine Vermögensberatung, ein Vermögens Management würde ich erst ab Summen über 75 000 Euro empfehlen, ansonsten gilt Großmutters Entnahmeplan.

Jetzt kommen wir zum Thema und das so aktuell wie vor mehr als 12 Jahren, damals konnte man allerdings annehmen 3 von 5 Staatsbürger besaßen eine Kapitallebensversicherung und die warf noch Gewinne ab, die zunächst der Versicherungswirtschaft dienten aber durch für den Anleger angenehm waren.

Das war eines des Fahrtwindes auf dem Kurs des Neoliberalismus, noch vor der Regierung Schröder/Fischer sah man tatenlos zu als unsere staatlichen Sozialsysteme geplündert wurden, im Sinne des Neoliberalismus war eine gesetzliche Sozialversicherung die auf Umlage und Solidarität setzt, der Schnee von gestern.

Man verglich Äpfel mit Birnen und versprach mittels einer privaten Vorsorge dem Kunden das Blaue vom Himmel, wollte weniger Staat und mehr private Vorsorge.

Das lag nun einmal im Trend des Zeitgeistes, man sollte sich verschulden und das Eigenheim als Altersvorsorge auf der grünen Wiese bauen.

Die Versorgungslücke beim Renteneintritt war bereits 10 Jahre zuvor bekannt, im Jahr 1997 galt noch folgende Regel: In etwa wird die Höhe der Altersrente, bei der Erfüllung der Wartezeit und regelmäßiger durchschnittlich bezahlter Beschäftigung bei ca. 68% des letzten Lohnes liegen.

Walter Riester war nun der erste Arbeitsminister der diese fehlenden 32% als Versorgungslücke auf seine Agenda schrieb.

Diese Riesterrente die man daraus entwickelte und die in einer gigantischen und aggressiven Aktion von den Versicherungen angeboten wurden, werden in der Tat diese 32% halbieren können.

Das ist aber der Einstieg in die private Altersvorsorge, die postliberale Antwort eines sozialdemokratischen Ministers der eigentlich aus der Gewerkschaftsbewegung kam. Mittlerweile gibt es neue Karten, nur eins gilt, Omas Weisheit.

Die lautet: Im Alter Ansprüche zurück nehmen, mittlerweile ist diese Weisheit für viele zum Zwang geworden.

Nur um wie viel Prozent kann man Ansprüche zurück nehmen, auch wenn man dazu willig ist, sind alle über 10% bereits an der Schmerzgrenze.

Es geht immer dabei um Lebensqualität und die wird wahrhaftig nicht mehr gewährleistet, wenn die durchschnittliche Altersrente sich auf 58% des letzten Nettoverdienstes einpendeln wird.

Da fehlen also 42%, nehmen wir dazu Zahlen und das sollten wir jetzt einmal auch machen.

Denn diese Zahlen sind Kosten und mit solchen Werken überschwemmt uns die Versicherungswirtschaft, damit sucht man den Grund zur Beitragserhöhung.

Präsentieren wir nun diesen Manager und ihren politischen Handlangern auch mal Zahlen, bei einer zukünftigen Durchschnittsrente von 1000 Euro entsprechen das jene uns diktierten 58 %, das bedeutet 725 Euro fehlen.

Was im Jahr 8700 Euro sind, durchschnittlich bei derzeitiger Lebenserwartung hinterlässt das ein Minus von 139 200 Euro.

Natürlich Theorie, jedoch erschreckend- zieht man von dieser Theorie Großmutters Weisheiten ab, bleibt immer noch ein Minus von 100 000 Euro pro Einwohner.

Hoffentlich haben sich damit die Sozialämter in der Republik beschäftigt, es wird in Zukunft die Umkehrung der Verhältnisse sein.

Mancher konservative Politiker denkt noch in Schablonen von vor 30 Jahren, das war diese Epoche in der fast jeder 3. Deutsche rechnerisch min. 25 000 DM erbte, das wird es in Zukunft nicht mehr geben.

Mathematisch wird es ein Minus bleiben, ob es nun 100 000 oder 50 000 Euro am Ende sind hängt von individuellen Faktoren des Einzelnen ab.

Dieser Wert war damals in der Ära Riester bereits bekannt, nur wird dessen sog. Rente bis zu 35% dieser Summe decken können.

Dieser Minusbetrag ist nun einmal absehbar, da hilft auch nicht die Denkweise gem. des ungeschriebenen Kölner Grundgesetzes „ et is ja alles bisher jut jegangen,“es passierten eigentlich nur Reaktionen und diese waren wiederum postliberal geprägt.

Der damalige SPD Vorsitzende erkannte das Problem, bot aber eine temporäre Lösung im Sinne des Postliberalismus an, die Verlängerung der Lebensarbeitszeit.

Ein vielleicht durchdachtes Manöver, zunächst positiv für den beruflich finanziell verschuldeten Kleinunternehmer, dem sog. Subarbeitnehmer.

Positiv auch für die gesetzliche Rentenversicherung, denn die resultierenden Einnahmen stärken das Umlageverfahren. Negativ nur für die Arbeitnehmer, welcher kann eigentlich von denen bis zum 67. Geburtstag ununterbrochen durcharbeiten und wo sind die altersgerechten Arbeitsplätze?

Wer dennoch früher in Rente geht muss mit einer Rentenkürzung rechnen und damit wird das Problem vergrößert.

Erinnern wir uns an den damaligen Hamburger Parteitag, auf diesen Parteitag kam das Thema „ bedingungsloses Grundeinkommen“ auch in die SPD, nur bewegt hat es bisher nichts, wobei für mich auch heute manche Argumente für das bedingungslose Grundeinkommen nicht überzeugend sind.

Müntefering hat mich mit seiner Idee der Verlängerung der Lebensarbeitszeit allerdings auch nicht überzeugen können, dem Wähler von damals auch nicht, denn diese SPD unter der postliberalen Ausrichtung wurde abgestraft.

Was könnte denn die notwendige Ergänzung sein?

In dem Artikel „ Alternative“ sprachen wir von den Tariffonds, die wiederum kommen für die Mehrheit des Volkes bereits zu spät, kommen wir eigentlich darum herum eine steuerfinanzierte Grundrente bzw. Sockelrente einzuführen oder ist das die Falltür der Solidarität, dass Arbeitgeber die den Ideen des Neoliberalismus unterworfen sind die versicherungspflichtigen Arbeitsplätze noch intensiver abbauen werden?

Zuletzt aktualisiert am Montag, 10. Juni 2013 um 03:32 Uhr  

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