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Altersarmut- die soziale Zeitbombe

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Altersarmut, die soziale Zeitbombe und der Sprengstoff der bisher nicht entschärft wurde.

Bereits Norbert Blüm erkannte die Sicherheit des gesetzlichen Rentensystems, allerdings bezog in jenen Jahren 5 von 10 Altersrentnern noch eine zusätzliche Betriebsrente.

Die 3. Säule der der Sicherheit im Alter in den Zeiten des Norbert Blüm war die private Vorsorge.

Übertragen wir diese Aussage ins Jahr 2013 dann bekommen nur noch 3 von 10 Ruheständlern eine zusätzliche Betriebsrente, die dem System Blüm entspricht.

Dieser Rententransfer betrug vor 30 Jahren mehr als 1/3 der gesetzlichen Rente und fiel auf einen Wert unter 1/5 der gesetzlichen Rente.

Eine zusätzliche Betriebsrente in der übertragenen Form wird es in 10 Jahren kaum noch geben, diese Stütze ist nicht mehr vorhanden.

Es bleibt primär die gesetzliche Rentenversicherung als die Form der garantierten Altersversicherung.

Es hat sich also ein System bewährt, nur was für die Versicherten dabei letztlich heraus kommt, ist in vielen Fällen ein Betrag der die Altersarmut darstellt.

Vorweg etwas konkretes, in meinen Bekanntenkreis ist niemand der seinen Rentenbezug versteuern muss, es sind einzelne die mittels der Steuererklärung einige Hundert Euro nachzahlen müssen, was aber weniger mit dem Rentenbezug zu tun hat.

Sämtliche Rentenzahlungen von Heute sind Bruttozahlungen, im Schnitt betragen die Sozialabgaben darauf 10%, diese Zahl ist konstant, wer den früheren Renteneintritt wählt darf sich pro Monat den er früher geht 0,3% von seiner errechneten Bruttorente abziehen.

Damit ist erwiesen, die Arbeitszeitverlängerung bedeutet Rentenkürzung und die wiederum ist nicht knapp berechnet worden.

Warum die Renten der Zukunft Altersarmut erzeugen hat einen primären Grund und der ist im Berechnungsfaktor 1 zu sehen, die 1 steht für den errechneten durchschnittlichen Bruttoverdienst in einem betreffenden Jahr.

Setzen wir hier, einfach die Zahl 30.000 Euro Brutto pro Jahr ein, das ergibt im Durchschnitt einen Bruttoverdienst von derzeit monatlich von 2500 Euro, damit erreicht man den Faktor 1 und dahinter steht der reale Rentenwert von 28,14 Euro.

Soweit so gut, rechnerisch kann man das leicht ermitteln, wer 45 Jahre dieses konstant durchhält bekommt danach 1266,30 Euro Brutto Rente im Monat.

Das wiederum ist graue Theorie und stimmt hinten und vorne nicht, weil nämlich die Arbeitsbiografien heute bereits ganz anderes verlaufen.

Nehmen wir uns einmal eine Arbeitsbiografie vor, in dieser gibt es nun Bildungs- und Ausbildungszeiten, die werden kürzer und niedriger bewertet zudem gibt es anerkannte Ausfallzeiten.

Die zählen nur in der Summe der Wartezeit und evtl. nicht auf der Beitragsschiene.

Die fehlende Anerkennung von Ausbildungszeiten und die derzeit wesentliche längere Bildungsphase schlagen sich negativ nieder.

Andererseits eröffnet sich hier ein Arbeitsmarkt für Minijobber und unbezahlter Praktika, beides in dieser Form ist schädlich.

Sicherlich muss auch ein Student Geld verdienen, nur der 400 Euro Job kann es aber nicht sein, er sollte es nur vorübergehend sein und vom Gesetzgeber temporär eingeschränkt werden, so dass eine Überführung in ein Normalarbeitsverhältnis normal wird.

Die zweite ungewöhnliche Situation trägt den Namen der unbezahlten Praktika, welcher Bildungsträger auch immer dafür Verantwortung trägt und meint dieses sei sein Standardprogramm, der sollte wissen auf dieser Schiene beginnt eine Ausbeutung von jungen Menschen.

Es gibt die alte Forderung, unbezahlte Praktika dürfen nicht länger als 1 Trimester sein, danach sollte eine Vergütung stattfinden, die sich an der Ausbildungsvergütung orientiert. Wie es jetzt ist hat Folgen, ein heute 22 jähriger hat im Durchschnitt 2 Renteneckwertpunkte.

Das sind 56 Euro und dann startet er, mit 25 oder 26 Jahren hat er alles was man zum Start ins Berufsleben benötigt, mitunter sind das für die gesetzliche Rente insgesamt 100 Euro an Anspruch.

Nun beginnt der Weisheit letzter Schluss, den Arbeitsplatz finden, alleine das Einschleusen dauert Monate, Anspruch auf Vermittlung haben viele aber Anspruch auf AGL 1 wenige.

Was bietet man an: Der Einstieg erfolgt mittels Halbtags-, Dreivierteltags- bzw. Zeitarbeitsvertrag, das heißt in den 2 Folgejahren ist der Faktor 0,8 normal. Sicherlich gewinnt man an Erfahrung und ein junger gut ausgebildeter Mann oder Frau wird mit 30 oder 32 Jahren durchstarten.

Den Faktor 1,3 wird der Betreffende allerdings erst nach 2 Jahren erreichen, man zahlt nicht mehr für gute Arbeit gutes Geld und das ist der Knackpunkt.

Im Schnitt hat ein 40 jähriger Arbeitnehmer, einen Bruttorentenanspruch um die 800 Euro, mit 50 Jahren könnten Ersatzzeiten folgen, in den 10 Jahren gelingt es die wenigsten insgesamt 20 Renteneckwertpunkte zu sammeln.

Was passiert dann, wenn Leistung, Belastung und Konzentration abnehmen?

Es kann zu einer gedeckten Ausfallzeit kommen, die Deckung allerdings ist in der Höhe 0,8 x des Vorjahres Faktors, gelingt ihm der Einstieg wieder fällt er meistens um 0,2 Punkte zurück.

Von einem Gehaltsanstieg im Alter kann somit keine Rede sein, nach dieser Version erarbeitet sich ein 55 jähriger oder älterer ca. jährlich 20 Euro mehr für seine monatliche Rente.

Im Schnitt kommt nach dieser Rechnung für einen 65 jährigen eine Bruttorente von max. 1100 Euro heraus, das sind 1000 Euro netto.

Das ist allerdings noch hoch gerechnet, rechnet man dort fast 7 Jahre Ausfallzeiten ein, die man verteilt dann fällt dieser Bruttobetrag auf unter 900 Euro monatlich.

Ganz zu schweigen von dem Zeitgenossen der 7 Jahre oder mehr Ersatzzeiten am Stück hat, Armut im Alter wird also mittels unterbezahlter Arbeit hergestellt und daran ist nicht das Rentensystem schuld.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 06. Juni 2013 um 03:14 Uhr  

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