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Start Neuigkeiten Anne Will hat zum Thema Mobbing mit dem Ex-BA-Chef Florian Gerster diskutiert

Anne Will hat zum Thema Mobbing mit dem Ex-BA-Chef Florian Gerster diskutiert

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Um die kämpferische Journalistin in ihrem Einsatz gegen Mobbing zu unterstützen, wurde auch Florian Gerster von der “Initiative neue Soziale Marktwirtschaft” – einer weit über die Grenzen unseres Landes hinaus bekannten Wohltätigkeitseinrichtung, wieder als Gast am 15.05.2013 bei Anne Will geladen.

Nun ist alles wieder gut.

Mir ist eine zentnerschwere Last von den gramgebeugten Schultern genommen.

Herr Florian Gerster gibt sich die Ehre ( Mitglied zusammen mit Christian Lindner, Martin Lindner, Patrick Döring, Johannes Vogel, Wolfgang Kubicki, Dirk Niebel und weitere profilierte Persönlichkeiten aus der Partei des sozialen Fortschritts, in der erwähnten unternehmerisch geförderten Initiative für angewandte Medienbetreuung ) hat er unsere verehrte Frau Will nach Kräften gegen Mobbing unterstützt .

Bei der Initiative wird das Soziale klein geschrieben und der Markt sehr groß. Statt sozialer Marktwirtschaft geht es ihr vielmehr um das Leitbild einer „neoliberalen“ Marktwirtschaft.

Herr Gerster, der als INSM-Botschafter sicherlich viel erzählen kann. Angefangen vom “Nichtmobbing” (????) bei den privaten Postzustellern,

Deren Arbeitsbedingungen eigentlich im Prinzip schon als Mobbing gelten könnten.

Bis hin zum einstigen Wegbereiter der neoliberalen Arbeitsmarktreform.

Bis heute lobt er, immer noch die moderne Sklaverei am Arbeitsmarkt.

Und nun redet er mit Anne Will über Moral, Ethik und Mobbing.

Mir ist es unverständlich, wie man Herrn Gerster in diese Runde einladen konnte.

Mit seinem Werdegang und Berufsbild kann und wird er die Problematiken des Mobbing weder verstehen noch akzeptieren.

Das konnte man ihm auch sehr gut ansehen.

Wenn man heute den Menschen einzuimpfen versucht, “Arbeit” zu haben, in einem gewissen “Arbeitsverhältnis” zu stehen, egal wie, verhelfe einzig und allein zum menschlichen Glück, ist dies eine hinterhältige Zwecklüge.

Diese Verlogenheit der INSM zeigt sich immer darin, dass den Schlagworten und Parolen die rausgehauen werden, genau konträr gehandelt wird!

„Flexibilisierung des Arbeitsmarktes“ heißt in der Realität Abbau von über ein Jahrhundert erkämpfte Sozialstandards und der Arbeitnehmerrechte, heißt z.B. Abbau des Kündigungsschutzes, Leiharbeit, Mini-Jobs, Niedriglöhne. Flexibilisierung des Arbeitsmarktes heißt in aller Regel auch Senkung der Einnahmen der Sozialversicherungen und damit Verschlechterung bei der Rente, bei der Krankenversorgung oder bei Arbeitslosigkeit.

Genau diese gesellschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflussen das Geschehen und auch die sozialen Prozesse am Arbeitsplatz und sind auch Mitauslöser, für Mobbing am Arbeitsplatz .

Leider kamen die arbeitsrechtlichen Aspekte des Themas überhaupt nicht zur Sprache. Grundsätzlich ist der Arbeitgeber nämlich für den Schutz der Persönlichkeit und der Gesundheit seiner Mitarbeiter verantwortlich (BGB Paragraf 241 Absatz 2).

Bei nachgewiesenem Mobbing haftet der Chef – auch wenn er nicht selbst der Intrigant war.

Es reicht, dass er die Missstände in seinem Betrieb nicht unterbunden hat.

Allerdings muss das Opfer vorher darauf aufmerksam gemacht haben und dem Arbeitgeber eine Frist einräumen, um den Psychospielen ein Ende zu bereiten.

Liebe Frau Will, ich hätte mir mehr qualifizierte Gäste für diese Sendung gewünscht.

Und an die Verantwortlichen der Redaktion, das Thema ist viel zu ernst, als dass man in diesem Niveau darüber öffentlich diskutiert. Florian Gerster der heute Posten bei marktradikalen Lobbys / Verbänden, Think Tanks und Unternehmen begleitet und willig dem Großkapital der Industrie das Maul redet, hätte hier kein Podium gegeben werden dürfen.

Sozialverträglich wäre es, wenn Sie auf der Stelle keine öffentlichen Auftritte mehr absolvieren würden.

Und Ihr SPD-Parteibuch abgeben, Genosse Gerster!

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 18. Mai 2013 um 06:12 Uhr  

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